Forschungsgrabung im Bereich eines ehemaligen Konzentrations-Außenlagers und weiterer Zwangsarbeitslager bei Genthin

Funde aus KZ-Außenlager Genthin

Nahe Genthin finden sich Belege für verschiedene Formen von Zwangsarbeit und Internierungslagern im Kontext der Munitionsproduktion während des Zweiten Weltkriegs. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft, in der 1945 mehrere tausend Personen, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert waren und in der Fabrik zu Arbeiten in der Munitionsproduktion gezwungen wurden. Im Rahmen einer Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt konnten im März 2026 an vier Barackenstandorten Einblicke in die Baustruktur der Lagerareale gewonnen und zahlreiche Spuren des Häftlingslebens gesichert werden.

Gesamtaufnahme der Ausgrabung

Archäologen untersuchen bis Mai 2026 das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager »Mangold« in Leipzig – letzte Chance, Spuren der Geschichte zu sichern.

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Vorgelagerter Spitzgraben im Profil

Im Vorfeld einer grossen Wohnüberbauung in Windisch führt die Kantonsarchäologie seit Mitte August 2025 eine Rettungsgrabung durch. Die Überreste zeugen vom frühesten Truppenlager in Vindonissa und dessen Befestigungssystem. Unter den zahlreichen Funden ist auch eine Seltenheit zu verzeichnen: ein verkohltes römisches Brot.

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Anne Kathrine W. Runge im MPI-Reinraum

Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Tierkrankheiten beim Menschen

In einer aktuellen Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam zoonotische Krankheitserreger in der eurasischen Bronzezeit, einer Epoche intensiver Migration und der Einführung der Weidewirtschaft. Dazu wurden 346 Proben (vorzugsweise von domestizierten Tieren) aus 34 Fundstätten analysiert, um DNA-Spuren prähistorischer Infektionen nachzuweisen. Die Forschenden konnte dabei Erreger wie Streptococcus lutetiensis und Erysipelothrix rhusiopathiae identifizierten.

Forschung
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Biberknochen und Feuersteinartefakt

Im Vorfeld des Baus der Gleichstromverbindung SuedOstLink fanden im Salzlandkreis in enger Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz archäologische Untersuchungen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt statt. Eine bereits 2024 bei Alsleben im Block geborgene Grube aus der frühen Jungsteinzeit gibt nun ihre Geheimnisse preis: Der Befund enthält Überreste von mindestens 12 Bibern, die wohl wegen ihres Pelzes gejagt wurden.

Ausgrabungen
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Silberblechbeschläge an Schädel einer jungen Frau

Eine internationale Studie mit bayerischen Funden zeigt: Die Bevölkerung Süddeutschlands entwickelte sich nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches durch die schrittweise Vermischung unterschiedlicher Gruppen und regionale Mobilität – nicht durch einzelne große Wanderungsbewegungen. Die Studie erschien nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

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ArchaeoSurveyTracker App

„Archäologie am Puls der Zeit“: Staatsminister Blume startet „ArchaeoSurveyTracker“, die digitale Plattform für Ehrenamtliche in der Bodendenkmalpflege

Archäologie & Gesellschaft
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Prof. Dr. Brigitte Urban

Feuer war für frühe Menschen am Hula-See in Israel vor 780.000 Jahren überlebenswichtig. Sie sammelten gezielt Treibholz, darunter Olivenbaum und Granatapfel. Die neue Studie enthüllt: Feuer diente zum Kochen, Schutz und zur Lebensmittelverarbeitung – ein Beleg für ihre fortschrittlichen Fähigkeiten.

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Archäologische Funde aus Qaraçinar, Aserbaidschan

Die Küche der Bronzezeit im Südkaukasus war außergewöhnlich vielfältig. Milchprodukte, Obst und Traubengetränke spielten in den Kura-Araxes-Gemeinschaften eine zentrale Rolle, wie ein internationales Forschungsteam herausfand. Die neuen Erkenntnisse wurden nun im Journal PNAS veröffentlicht.

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Segment der Tabula Peutingeriana

Sie ist fast sieben Meter lang und die einzige überlieferte großformatige Weltkarte aus der Antike: Die Tabula Peutingeriana zeigt die damals bekannte Welt und das römische Straßennetz von Iberien bis Indien. Seit Jahren erforscht der Lehrstuhl für Alte Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) dieses außergewöhnliche Dokument. Ein Kooperationsprojekt verspricht nun dank modernster Bildgebungstechnologie einen neuen Blick auf die alte Karte.

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Archäologische Fundstätte in der Pampa

Eine neue genetische Untersuchung zeigt, dass die kulturelle Vielfalt im sogenannten Südkegel – dem annähernd dreieckigen südlichsten Teil Südamerikas – stark durch weitreichende menschliche Migration geprägt wurde. Ein internationales Forschungsteam analysierte das Erbgut von 52 indigenen Individuen, die in den vergangenen 6.000 Jahren in den Pampas, in Nordwest-Patagonien, im Paraná-Delta sowie im östlichen Tiefland Uruguays lebten. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass mindestens drei genetisch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen im mittleren Holozän in den Pampas koexistierten.

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