Bauen wie die Römer

Kuppel des Pantheons in Rom

Wein, Essig und Olivenöl – sie verfeinern seit Jahrtausenden nicht nur die mediterrane Küche, sie könnten auch als besondere Würze in der antiken Baukunst gedient haben. Denn möglicherweise haben die Zutaten dazu beigetragen, dass ein antiker Baustoff heute noch Maßstäbe setzt und in der Materialwissenschaft für Rätsel sorgt: römischer Beton.

Aquädukt bei Nîmes

Untersuchungen von Karbonatablagerungen aus dem römischen Aquädukt mit der berühmten Brücke Pont du Gard durch Forschende der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz geben Aufschluss über die antike Wasserbewirtschaftung in der Region um das heutige Nîmes.

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Qurayyah-Lackkeramik (QPW) 4, früher bekannt als "Midianitische Keramik". (Qurayyah Joint Archaeological Project)

Gab es Marken bereits vor der modernen Gesellschaft, in nicht-kapitalistischen Wirtschaftssystemen? Ein internationales Team unter der Leitung von Marta Luciani von der Universität Wien hat unerwartete Erkenntnisse über den Handel in der Bronzezeit geliefert: Ja, Marken gab es tatsächlich schon vor 3.200 Jahren. Neue Erkenntnisse zu Funden in der Oase Qurayyah im Nordwesten Arabiens bieten beispiellose Einblicke in die Herstellung zweifarbig bemalter Keramik. Die Forschenden wiesen nach, dass die Gefäße so unverwechselbar, ansprechend und begehrt waren, dass sie in jeder Hinsicht als "Marke" betrachtet werden müssen.

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Erstautorin Maayan Lev (rechts) mit Kolleginnen und Kollegen während der Ausgrabungen am Berg Karmel. (© Reuven Yeshurun)

Vor etwa 15.000 Jahren änderte sich die Lebensweise menschlicher Gemeinschaften in der südlichen Levante grundlegend. Gruppen von Jäger-Sammlern, die bis dahin eine nomadische Lebensweise praktizierten, schränkten ihre Mobilität ein und errichteten erstmals kleine, dauerhafte Siedlungen. Diese als Natufien bezeichnete Kultur gilt als wichtige Etappe in der Geschichte der Sesshaftigkeit des Menschen, noch vor der Entwicklung der Landwirtschaft. Die geringere Mobilität wirkte sich auch auf die Ernährung der Menschen aus – sie konnten bei der Auswahl ihrer Nahrungsquellen nicht mehr so wählerisch sein wie zuvor. Eine Studie beweist erstmals, dass die Menschen des Natufien auch Jagd auf Reptilien machten.

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Datierung der vielfältigen Wanderungsbewegungen früher Menschen nach der ersten Besiedlung des westlichen Ozeaniens ("Fernes Ozeanien" in engl. Übersetzung). (Abbildung: Grafische Zusammenfassung, Michal Feldman et al./Cell.)

Ein Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Wanderungen der Menschen der vergangenen 3.000 Jahre im Südpazifik.

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Die Höhlenfundstätte Latnija im Norden der Region Mellieħa auf Malta liefert Hinweise auf eine mehr als 1000-jährige Besiedlung durch Jäger und Sammler (Quelle: Huw Groucutt)

Die Entdeckung, dass abgelegene Mittelmeerinseln bereits vor der Entwicklung der Landwirtschaft besiedelt wurden, hat die bisherigen Vorstellungen von den maritimen Fähigkeiten der letzten Jäger und Sammler Europas grundlegend verändert. Neue Befunde aus Malta zeigen, dass diese Gruppen über mindestens ein Jahrtausend hinweg wiederholt Seereisen von mindestens 100 Kilometern Länge unternahmen, vermutlich zwischen Sizilien und Malta.

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Freilegung von Mammutknochen

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersuchte die DNA von über 500 Mammuts aus Knochenfunden in Nordamerika, Asien und Europa – darunter auch aus Langmannersdorf in Niederösterreich. Wie das Team nun im Fachjournal Current Biology berichtet, waren jene Mammuts, die von unseren Vorfahren gejagt wurden, überwiegend weiblich.

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Das Sharara-Team auf dem Weg zur Ausgrabungsstätte

Eine in der Fachzeitschrift PNAS veröffentliche Studie zeigt, dass die Zunahme der Getreidekorngröße zu Beginn der Jungsteinzeit vor 11.000 Jahren eher auf Wachstumsbedingungen als auf menschliche Selektion zurückzuführen war.

Aus aller Welt
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Basislager unterhalb des Ararat-Gipfels

Ein deutsch-türkisches Team hat auf über 5.000 Metern erstmals den Gletscher des Ararat vermessen. Unter dem schmelzenden Eis könnte ein einzigartiges Klima- und Kulturarchiv liegen, das Jahrtausende zurückreicht. Nun suchte das Team die beste Stelle, um dort künftig Eisbohrkerne zu gewinnen.

Ausgrabungen
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Fußabdruck eines Paranthropus boisei

Eine neue Studie dokumentiert eine Reihe fossiler Fußspuren, die das "fossile Verhalten" einer frühen Homininen-Gruppe an einem Seeufer im Norden Kenias vor rund 1,4 Millionen Jahren festhalten.

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Doppelbestattung zweier Neugeborener in Ephesos

Ein außergewöhnliches Grab aus dem Frühmittelalter im Artemision von Ephesos wurde jetzt von Forscherinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) neu untersucht: In einem stillgelegten Latrinenkanal des römischen Odeions fanden sich zwei perinatal verstorbene Kinder, möglicherweise Zwillinge.

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