Bronzezeitliche Türme auf Sardinien dienten in der Eisenzeit als religiöse Kultstätten

Nuraghe Barru auf Sardinien

Die in der Bronzezeit vor mehr als 3.200 Jahren auf Sardinien errichteten Nuraghen, charakteristische massive Steintürme, wurden mitunter einige Jahrhunderte später weiterhin zu sozialen und spirituellen Zwecken genutzt, als sich zu Beginn der Eisenzeit neue religiöse Praktiken auf der Insel entwickelten. Funde wie ein Votivschwert und Zeremonialgefäße aus der zentralsüdlich auf Sardinien gelegenen Fundstätte Nuraghe Barru belegen, dass der bronzezeitliche Bau bis in die Eisenzeit genutzt wurde.

Funde aus KZ-Außenlager Genthin

Nahe Genthin finden sich Belege für verschiedene Formen von Zwangsarbeit und Internierungslagern im Kontext der Munitionsproduktion während des Zweiten Weltkriegs. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft, in der 1945 mehrere tausend Personen, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert waren und in der Fabrik zu Arbeiten in der Munitionsproduktion gezwungen wurden. Im Rahmen einer Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt konnten im März 2026 an vier Barackenstandorten Einblicke in die Baustruktur der Lagerareale gewonnen und zahlreiche Spuren des Häftlingslebens gesichert werden.

Ausgrabungen
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Anne Kathrine W. Runge im MPI-Reinraum

Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Tierkrankheiten beim Menschen

In einer aktuellen Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam zoonotische Krankheitserreger in der eurasischen Bronzezeit, einer Epoche intensiver Migration und der Einführung der Weidewirtschaft. Dazu wurden 346 Proben (vorzugsweise von domestizierten Tieren) aus 34 Fundstätten analysiert, um DNA-Spuren prähistorischer Infektionen nachzuweisen. Die Forschenden konnte dabei Erreger wie Streptococcus lutetiensis und Erysipelothrix rhusiopathiae identifizierten.

Forschung
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Silberblechbeschläge an Schädel einer jungen Frau

Eine internationale Studie mit bayerischen Funden zeigt: Die Bevölkerung Süddeutschlands entwickelte sich nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches durch die schrittweise Vermischung unterschiedlicher Gruppen und regionale Mobilität – nicht durch einzelne große Wanderungsbewegungen. Die Studie erschien nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Forschung
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Prof. Dr. Brigitte Urban

Feuer war für frühe Menschen am Hula-See in Israel vor 780.000 Jahren überlebenswichtig. Sie sammelten gezielt Treibholz, darunter Olivenbaum und Granatapfel. Die neue Studie enthüllt: Feuer diente zum Kochen, Schutz und zur Lebensmittelverarbeitung – ein Beleg für ihre fortschrittlichen Fähigkeiten.

Forschung
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Archäologische Funde aus Qaraçinar, Aserbaidschan

Die Küche der Bronzezeit im Südkaukasus war außergewöhnlich vielfältig. Milchprodukte, Obst und Traubengetränke spielten in den Kura-Araxes-Gemeinschaften eine zentrale Rolle, wie ein internationales Forschungsteam herausfand. Die neuen Erkenntnisse wurden nun im Journal PNAS veröffentlicht.

Forschung
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Segment der Tabula Peutingeriana

Sie ist fast sieben Meter lang und die einzige überlieferte großformatige Weltkarte aus der Antike: Die Tabula Peutingeriana zeigt die damals bekannte Welt und das römische Straßennetz von Iberien bis Indien. Seit Jahren erforscht der Lehrstuhl für Alte Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) dieses außergewöhnliche Dokument. Ein Kooperationsprojekt verspricht nun dank modernster Bildgebungstechnologie einen neuen Blick auf die alte Karte.

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Archäologische Fundstätte in der Pampa

Eine neue genetische Untersuchung zeigt, dass die kulturelle Vielfalt im sogenannten Südkegel – dem annähernd dreieckigen südlichsten Teil Südamerikas – stark durch weitreichende menschliche Migration geprägt wurde. Ein internationales Forschungsteam analysierte das Erbgut von 52 indigenen Individuen, die in den vergangenen 6.000 Jahren in den Pampas, in Nordwest-Patagonien, im Paraná-Delta sowie im östlichen Tiefland Uruguays lebten. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass mindestens drei genetisch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen im mittleren Holozän in den Pampas koexistierten.

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Feuchtlandschaft südlich der Sahara

Eine neue Studie zeigt, dass Malaria in den letzten 74.000 Jahren die Lebensräume früher Menschen in Afrika prägte. Sie führte zur Aufspaltung von Populationen und beeinflusste Muster des Austauschs deutlich früher als bisher bekannt.

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Model für eine Blattkachel

In zwei Rettungsgrabungen der Kantonsarchäologie kamen in Würenlingen 2020 und 2021 ein Töpferofen aus der Zeit um 1400 sowie Abfallhalden mit Keramikscherben zum Vorschein. Die Auswertung erbrachte erstmals den archäologischen Beleg von spätmittelalterlichem Töpferhandwerk außerhalb städtischen Gebiets. Nun ist dazu die Publikation "Töpfern auf dem Lande – Spätmittelalterliches Töpferhandwerk in Würenlingen" erschienen.

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Pfahl eines Gebäudes

Bei Ausgrabungen auf der Baustelle des neuen Campus der Berner Fachhochschule in Biel entdeckte der Archäologische Dienst des Kantons Bern ein Dorf aus der Jungsteinzeit. Es bestand nach seiner Gründung 3842 v. Chr. nur knapp fünf Jahre lang, bevor ein heftiger Sturm mit Überschwemmungen die Siedlung zerstörte. Neue wissenschaftliche Ergebnisse dazu liegen nun in einem Buch vor.

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