Ein Festgelage vor 10.000 Jahren

Göbekli Tepe

Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts liefern neue Erkenntnisse zur Nahrungsproduktion frühneolithischer Jäger und Sammler am Göbekli Tepe, Türkei

Farbstoffverteilung in Textilien

Auch vor Tausenden von Jahren haben die Menschen schon Kleidung mit bunten Mustern getragen. Für deren Herstellung nutzten sie verschiedene Farbstoffe aus dem Tier- und Pflanzenreich. Das zeigen neue Analysen von Chemikern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die mehrere Jahrtausende alte Textilien aus China und Peru untersucht haben. Im Fachjournal »Scientific Reports« beschreiben sie ein neues Verfahren, mit dem sich die räumliche Verteilung der Farbstoffe in Textilproben und somit auch deren Muster rekonstruieren lassen.

Forschung
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Seeotter benutzt Amboss-Stein zum Öffnen von Muscheln

Ein internationales Forscherteam hat die Verwendung von großen, küstennahen Felsen als »Ambosse« zum Aufbrechen von Muschelschalen analysiert, ebenso wie mit der Zeit gewachsene Muschelhaufen. Mit ökologischen und archäologischen Ansätzen identifizierten die Forscherinnen und Forscher Muster, die für die Nutzung solcher Orte durch Seeotter charakteristisch sind. Durch die Betrachtung von Beweisen für die Nutzung von Steinen als Ambosse in der Vergangenheit könnten Wissenschaftler die Lebensraumnutzung von Seeottern besser verstehen.

Forschung
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Neandertalerknochen aus Spy, Belgien

Internationale Studie findet mehr gemeinsame Nahrungsvorlieben als angenommen ‒ Rätselhafte Spuren von Kannibalismus

Neandertaler und der frühe moderne Mensch ernährten sich vermutlich sehr ähnlich: Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie und widerspricht damit der Annahme, die Neandertaler seien ausgestorben, weil ihr Ernährungsspektrum eingeschränkt war. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass moderne Menschen dennoch einen Vorteil hatten, weil sie vermutlich mobiler und besser vernetzt waren, berichtet das Team um Dr. Christoph Wißing von der Universität Tübingen.

Forschung
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Paläolithischer Kopfbiss (links), und moderne Gebissform (rechts) im Vergleich.

Ernährungsbedingte Gebissveränderungen führten in verschiedenen Sprachen der Welt zu neuen Lauten wie dem "f". Dies zeigt die Studie eines internationalen Forschungsteams. Die Resultate widersprechen der traditionellen Annahme, dass das Spektrum an Sprachlauten in der Menschheitsgeschichte unverändert blieb.

Forschung
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Pfeilerhallen sind charakteristisch für die Moschee in der iranischen Stadt Damghan, die auf das 9. bis 10. Jahrhundert datiert wird

Die 2018 eröffnete Zentralmoschee Köln beweist, dass eine Kuppel ein typisches Merkmal für eine Moschee ist. Das war aber nicht immer so. Dr. Lorenz Korn, Professor für Islamische Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Bamberg fasst nun seine Forschungen darüber in einer Monographie zusammen, die von der Förderinitiative "Opus Magnum" der VolkswagenStiftung ermöglicht wird. Das Besondere an seiner Arbeit ist, dass sie die erhaltenen Moscheebauten des 11. und 12. Jahrhunderts in Iran insgesamt betrachtet und die Frage nach dem Warum aus der Außenperspektive klärt.

Veröffentlichungen
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Südlicher Hanuman-Langur

Erstmals direkte Beweise für vorgeschichtliche Jagd auf Baumaffen und andere Kleinsäuger durch Homo sapiens in Sri Lanka

Eine multidisziplinäre Studie zeigt, dass Homo sapiens bereits vor 45.000 Jahren in den Wäldern Sri Lankas kleine Säugetiere jagte. Das Forschungsteam entdeckte an der ältesten von Menschen kolonisierten archäologischen Stätte Sri Lankas die Überreste kleiner Säugetiere, darunter auch Affen, mit Spuren von Brandflecken und Verbrennungen neben hochentwickelten Knochen- und Steinwerkzeugen. Die Jagd auf solche Tiere ist ein Beispiel für die einzigartige Anpassungsfähigkeit, die es H. sapiens ermöglichte, rasch eine Reihe extremer Umgebungen zu kolonisieren, die von seinen homininen Verwandten offenbar unberührt geblieben waren.

Forschung
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Neandertaler-Zahn (Kaufläche)

Eine Besonderheit des modernen Menschen ist sein regelmäßiger Fischkonsum, was sich durch die Analyse von Stickstoffisotopen in Knochen- oder Zahnkollagen nachweisen lässt. Forschende vom MPI für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig maßen nun bei zwei späten Neandertalern außergewöhnlich hohe Stickstoffisotopenwerte, was traditionell für den Konsum von Süßwasserfisch steht. Eine Analyse der Isotopenwerte einzelner Aminosäuren ergab jedoch, dass sich der erwachsene Neandertaler nicht von Fisch, sondern von großen pflanzenfressenden Säugetieren ernährt hatte. Der zweite Neandertaler war ein noch nicht abgestillter Säugling, dessen Mutter ebenfalls Fleischfresserin gewesen ist. Den Isotopendaten zufolge scheinen sich die Ernährungsgewohnheiten der Neandertaler im Laufe der Zeit kaum verändert zu haben, auch nicht nach der Ankunft des modernen Menschen in Europa.

Forschung
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Probennahme in der Denisova-Höhle

Die Denisova-Höhle im Süden Sibiriens ist weltweit die einzige bekannte Stätte, die zu verschiedenen Zeiten vom rätselhaften Denisova-Menschen und seinem Cousin dem Neandertaler besiedelt war. Zwei neue Studien unter maßgeblicher Beteiligung von Katerina Douka vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte legen nun eine Zeitschiene vor, wann diese beiden altsteinzeitlichen Menschenarten jeweils an dieser Stätte lebten und welche Umweltbedingungen herrschten, bevor sie ausstarben.

Ausgrabungen
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Das Tiefland der philippinischen Insel Palawan - Südostasien

Untersuchungen darüber, was unsere Spezies Homo sapiens von anderen Arten von Homininen unterscheidet, haben sich oft auf die Erforschung frühester materieller Spuren von "Kunst", "Sprache" oder "technologischer Komplexität" konzentriert. In jüngster Zeit haben Wissenschaftler jedoch argumentiert, dass der ökologischen Einzigartigkeit unserer Art mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Veröffentlichungen
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CT-Scans von Neandertaler und Homo sapiens sapiens

Ein typisches Merkmal des modernen Menschen ist die ungewöhnlich runde Kopfform, die uns von länglichen Schädeln anderer Menschenarten unterscheidet. Mit Hilfe von Neandertaler-DNA in heute lebenden Europäern haben Wissenschaftler Gene entdeckt, die Einfluss auf die runde Schädelform haben. Ein Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik und MPI für evolutionäre Anthropologie kombinierte Daten von fossilen Schädeln, Gehirnscans und genetische Daten miteinander.

Veröffentlichungen
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