Unsere weitverzweigten afrikanischen Wurzeln

Artefakte der Mittleren Steinzeit aus Afrika

Vielfältig in Gestalt und Kultur lebten unsere afrikanischen Vorfahren über den gesamten afrikanischen Kontinent verstreut

Der moderne Mensch stammt nicht von einer einzigen Gründerpopulation in einer Region Afrikas ab, sondern seine Vorfahren lebten über den gesamten Kontinent verstreut. Die verschiedenen Jäger und Sammler Gruppen waren weitgehend voneinander isoliert. Getrennt durch Wüsten und dichte Wälder lebten sie in unterschiedlichen Lebensräumen mit sich verändernden ökologischen Grenzen. Jahrtausende der Trennung führten zu einer erstaunlichen Vielfalt menschlicher Formen, deren Vermischung letztlich unsere Spezies prägte.

Rekonstruktion des Auftreffwinkels eines Speers

Neandertaler nutzten Speere als Stoßwaffe

Die ältesten, unzweifelhaften Jagdverletzungen der Menschheitsgeschichte hat ein internationales Forscherteam jetzt in der Zeitschrift Nature Ecology and Evolution publiziert. Die Spuren wurden an zwei Skeletten großer ausgestorbener Damhirsche entdeckt. Neandertaler erlegten die Tiere vor ca. 120.000 Jahren an einem kleinen See an der Fundstelle Neumark-Nord 1 in der Nähe der heutigen Stadt Halle im Osten Deutschlands.

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Unnatürliche Lage gebrochener Knochen

Eine heute im renommierten Online-Journal »Nature Communications« vorgestellte Studie erweitert unsere Kenntnis über kollektive Gewaltanwendung in der Jungsteinzeit und zeigt eine komplexe Verflechtung möglicher Opfer- und Täterrollen in der Zeit der ersten Bauernkulturen in Mitteleuropa auf. Tödliche Schädelverletzungen, Isotopenanalysen und weitere Ergebnisse belegen, dass im nördlichen Harzvorland vor ca. 7.000 Jahren eine Gruppe von jüngeren und ortsfremden Erwachsenen gezielt zu Tode gebracht wurde. Vergleiche mit anderen, zeitgleichen Fundstellen aus anderen Regionen legen nahe, dass es sich hier wahrscheinlich um eine kontrollierte Hinrichtung gehandelt hat.

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Silex-Messer aus Ötzis Ausrüstung

Forschungsprojekt »Silex« belegt weitreichende Handelsbeziehungen in der Kupferzeit

Ein Mann auf der Flucht, der nicht nur mit Gegnern, sondern auch mit knappen Feuersteinressourcen zu kämpfen hat: so könnte man Ötzis Situation kurz vor dem Tod umschreiben. Ein Forscherteam um die Südtiroler Archäologin Ursula Wierer untersuchte die Feuersteinwerkzeuge der berühmten Gletschermumie in einem breit angelegten, interdisziplinären Forschungsprojekt. Die in PLOS ONE publizierten Ergebnisse zeigen Ötzis Umgang mit seiner persönlichen Silex-Ausrüstung und erlauben weitere Einblicke in die erstaunlich weitreichenden Handelsbeziehungen einer kupferzeitlichen Sippe im südlichen Alpenraum auf dem Gebiet des heutigen Südtirol. Auch die noch nicht gelöste Frage, was an Ötzis letzten Lebenstagen passierte, erfuhr neue Ergänzungen.

Forschung
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Schädel mit Lepra-Verformungen

Forscher des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte sowie der Universitäten Tübingen und Zürich entdecken eine große genetische Diversität der Erreger im mittelalterlichen Europa

Anders als bisher angenommen, waren im Mittelalter in Europa nicht nur zwei, sondern deutlich mehr Lepra-Bakterienstämme verbreitet - auch solche, die heute in Asien, Afrika oder Amerika vorkommen. Für ihre im Fachjournal PLOS Pathogens veröffentlichte Studie untersuchten die Wissenschaftler Proben von etwa 90 an Lepra erkrankten Individuen aus ganz Europa aus der Zeit von ca. 400 bis 1400 n. Chr.

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Neolithischer Schädel aus Karsdorf mit Hepatitis-B-Infizierung

Neu publizierte Forschungsergebnisse belegen den Nachweis viraler DNA aus archäologischen Proben und zeigen, dass das Hepatitis-B-Virus bereits seit mindestens 7.000 Jahren in Europa vorkommt.

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Verkohlte Weizenkörner aus China

Ein internationales Forscherteam um die Außenstelle Peking des Deutschen Archäologischen Instituts (in Kooperation mit der Freien Universität Berlin und der Shandong-Universität Jinan China) revidiert die lange gültige Annahme eines sukzessiven West-Ost-Transfers des Weizenanbaus auf den späteren Routen der Seidenstraße. Die kürzlich in der Zeitschrift Nature Plants veröffentlichte  Studie mit direkt datierten Weizenfunden vom Unterlauf des Gelben Flusses und einer neuen Chronologie der Verbreitung von Weizen zeigt, dass dieses Getreide zuerst ca. 2600 Jahre v. Chr. Ostchina erreichte.

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Weltweit gibt es gegenwärtig etwa 60 Millionen Pferde – 12 Millionen Hengste und 48 Millionen Stuten. Nahezu alle heute lebenden Hengste stammen von einem Hengst aus der Eisenzeit ab – wie eine internationale Studie unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und der Universität Potsdam jetzt erstmalig belegt. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift »Science Advances« veröffentlicht.

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Totenmaske

Das Gesicht gilt als äußeres Zeichen der eigenen Identität. Wir erkennen Bekannte vor allem an den Gesichtszügen. Das Mienenspiel verrät uns viel über Emotionen. Weil das Antlitz so prominent gehandelt wird, ist es aber auch Gegenstand von Inszenierungen. Wohlstand, Macht und Schönheit werden vor allem auch über das Gesicht unter anderem durch Schmuck und Schminke ausgedrückt. Mit „Gesichts-Fragen“ vom europäischen Paläolithikum über das vorderasiatische Neolithikum bis zum bronzezeitlichen Ägypten befasst sich ein kürzlich erschienenes Buch von Prof. Dr. Ludwig D. Morenz und Beryl Büma von der Ägyptologie der Universität Bonn.

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Hortfund von Altenstadt (Aquarelle)

84 Jahre nach seiner Entdeckung geben Aquarelle aus den Inventarbüchern des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) neue Aufschlüsse zu einem Hortfund von 6.000 Jahre alten Jadebeilen: Schlecht dokumentiert und bei einem Museumsbrand am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört, können dank der qualitativ hochwertigen Zeichnungen der bei Altenstadt in der Wetterau gefundenen Objekte neue Erkenntnisse zum Fundzusammenhang gemacht und falsche Ansätze korrigiert werden.

Forschung
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Demotische Schriftzeichen aus der späten ptolemäischen bzw. frührömischen Zeit in Ägypten

Der Erschließung und Entzifferung altägyptischer Dokumente dient ein Datenbank-Projekt an der Universität Heidelberg, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Mithilfe einer Open-Access-Publikation sollen der Forschung Texte frei zugänglich gemacht werden, die zwischen dem 7. Jahrhundert vor und dem 5. Jahrhundert nach Christus entstanden sind und in der sogenannten demotischen Sprache und Schrift verfasst wurden.

Veröffentlichungen
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