Zeiten & Kulturen

Steinzeit

Plattenhornsteine aus Arnhofen in der mittelneolithischen Kreisgrabenanlage von Schiltern
Plattenhornsteine aus Arnhofen in der mittelneolithischen Kreisgrabenanlage von Schiltern
im Bezirk Krems, Niederösterreich

Nachdem Luftbilder und zahlreiche neolithische Oberflächenfunde die Aufmerksamkeit der Amateurarchäologen Johann Böhm und Alois Huber für ein Terrain im Bereich der Gemeinde Schiltern in Niederösterreich geweckt hatte, veranlassten beide 2016 eine geomagnetische Prospektion des Geländes. Das Fazit: die Entdeckung einer Kreisgrabenanlage mit drei Gräben und einer Innenpalisade. Alexander Binsteiner hat das in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragene neolithische Silexmaterial untersucht und analysiert. Lesen

Zwischen Ötzi und Neandertaler
Zwischen Ötzi und Neandertaler
Die Plattenhornsteine von Baiersdorf bei Riedenburg im Altmühltal

Der Fundort Arnhofen, in der Donau-Altmühl-Region Niederbayerns, ist eines der größten neolithischen Feuersteinbergwerke in Europa. Nicht weit entfernt bei Baiersdorf existiert noch ein weiteres Abbaugebiet, das bei weitem nicht so bekannt, aber aus wissenschaftlicher Sicht nicht weniger bedeutend ist. Der hochqualitative Hornstein war im Neolithikum überregional sehr begehrt und wurde bis weit in das heutige Österreich verhandelt. Das Silexvorkommen wurde bereits in der Altsteinzeit von Neandertalern abgebaut, wie die Funde von Faustkeilen und Levallois-Klingen zeigen. Lesen

Homo sapiens auf dem Vormarsch
Homo sapiens auf dem Vormarsch

Alexander Binsteiner stellt eine paläolithische Fundstelle im oberösterreichischen Bezirk Perg vor, die bisher nicht im Fokus der Fachwelt steht. Auf einer Niederterrasse über der Donau wurden bisher hunderte von Artefakten gefunden, darunter Silexformen und Schmuckgegenstände aus dem Aurignacien. Lesen

Bronzezeit

Weitere Untersuchungen zur neolithischen Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta
Weitere Untersuchungen zur neolithischen Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta

Neue Überlegungen, viele Kommentare und der Austausch mit Kollegen veranlassten Peter Kurzmann seinen 2014 bei Archäologie Online erschienen Artikel »Die neolithische Sternkarte von Tal-Qadi, Malta« in einer überarbeiteten Version erneut zu publizieren. Zumal er vom National Museum of Archaeology in Valletta die Möglichkeit erhalten hatte, die neolithische Kalksteintafel, die vermutlich die Plejaden darstellt, im Original zu untersuchen. Lesen

Fälschungsverdacht in Bernstorf – Die Fortsetzung
Fälschungsverdacht in Bernstorf – Die Fortsetzung
Ein Kommentar von Alexander Binsteiner, Geoarchäologe

Als im Jahr 1998 im Umfeld der mittelbronzezeitlichen Befestigungsanlage im bayerischen Bernstorf mehrere Gold- und Bernsteinobjekte gefunden wurden, galten sie als Nachweis für Handelsbeziehungen mit dem Mittelmeerraum. Doch seit einigen Jahren ziehen Analysen und Expertisen die Echtheit des Fundes in Zweifel, die für die Funde zuständige Archäologische Staatsammlung in München hält dagegen. Alexander Binsteiner kommentiert den Streitfall. Lesen

Kretas Bergminoer bauten weder Paläste noch Festungen - aber für die Ewigkeit
Kretas Bergminoer bauten weder Paläste noch Festungen - aber für die Ewigkeit

Was über 100 Jahre als einfache Verteidigungsanlage der mittleren Bronzezeit galt, entpuppte sich bei eingehender Erforschung als eine ausgedehnte, landwirtschaftlich genutzte Ansiedlung der Minoer. Abseits der bekannten Paläste hat Sabine Beckmann in den Bergen Nordostkretas dieses weitgehend unbekannte Siedlungsgebiet jener Epoche untersucht und der minoischen Kultur weitere Facetten hinzugefügt. Lesen

Eisenzeit

Die Plejaden in Gold auf einem keltischen Schwert
Die Plejaden in Gold auf einem keltischen Schwert

Es lohnt sich, auch »Altfunde« immer mal wieder neu unter die Lupe zu nehmen. Als der Archäologe und Chemiker Peter Kurzmann ein 1891 entdecktes Schwert erneut untersuchte, fand er Überreste von Goldtauschierungen, die bisher übersehen worden waren. Die Anordnung der Tauschierungen zeigt Ähnlichkeiten mit einer besonderen Sternenkonstellation, wie sie am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. am Nachthimmel zu sehen war. Lesen

Ein antikes urangefärbtes Kalium-Kalzium-Glas
Ein antikes urangefärbtes Kalium-Kalzium-Glas

Gelb-grüne Glassteine eines römischen Mosaiks aus Süditalien stießen den Chemiker und Archäologen Peter Kurzmann auf ein interessantes Problem: ihre chemische Zusammensetzung ist im römischen Kontext einzigartig. Vielmehr gibt es einige Indizien für eine keltische Produktion. Lesen

Bleierzbergbau der römischen Kaiserzeit im Raum Brilon
Bleierzbergbau der römischen Kaiserzeit im Raum Brilon

Sehr wenig ist bisher über die Bleiproduktion in der Germania magna bekannt. Durch montanarchäologischen Untersuchungen von Martin Straßburger beginnt sich ein komplexes Bild von germanisch-römischen Wirtschaftsbeziehungen und Technologietransfer im Montanwesen abzuzeichnen. Der Anfang der Bleiproduktion scheint im Untersuchungsgebiet bereits in der vorrömischen Eisenzeit zu liegen. Lesen

Antike

Römische Bogenmonumente in Kork
Römische Bogenmonumente in Kork

Wer im 18. Jahrhundert den Anspruch hatte, ein Kulturmensch zu sein, umgab sich mit antiken Objekten oder wenigstens deren Abbildern. Diese damals in adeligen und gebildeten Kreisen verbreitete Melange aus Fernweh nach südlichen Gefilden, einem erwachten Interesse an der Kultur der Alten und einem dezidiertem Bildungsanspruch fand eine Ausdrucksform in detailgetreuen Korkmodellen antiker Bauten. Philipp Baas erinnert an eine fast vergessene Form der Antikenverehrung. Lesen

Die Elgin Marbles: Geraubt oder in Sicherheit gebracht?
Die Elgin Marbles: Geraubt oder in Sicherheit gebracht?

War Lord Elgin ein Dieb oder ein Denkmalschützer? Diese Frage stellt Jens Fischer in seinem Artikel zu den sog. Elgin Marbles und zeigt dabei anhand der Geschichte dieses Bauschmucks vom Parthenon, dass die Frage so eindeutig nicht zu beantworten ist. Lesen

Der Vesuv
Der Vesuv

Der Vesuv zählt zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt. Martina Barth erläutert die geologischen Mechanismen im Vulkan und seine unterschiedlichen Aktivitätsphasen. Lesen

Spätantike & Frühmittelalter

Glashandwerker im Frühmittelalter
Glashandwerker im Frühmittelalter

Was wissen wir über die Arbeit und Stellung der Glashandwerker im Frühmittelalter? Martin Zimmermann hat die historischen Quellen des 8. bis 11. Jahrhunderts zusammengetragen und zeichnet das Bild eines sich über die Jahrhunderte verändernden Berufsstandes nach. Lesen

Glasschale im Eimer
Glasschale im Eimer
Ein überraschender Fund Monate nach der Grabung

Ein überraschender Fund Monate nach der Grabung Eine Fränkische Glasschale in einem Grab des 5./6. Jahrhunderts gehört in Großbritannien zu äußerst seltenen Funden. Lesen

Das Ende des Limes
Das Ende des Limes

Kaum eine andere Epoche der rund 500jährigen römischen Geschichte am Rhein ist so arm an zeitgenössischen Schriftquellen wie die unruhigen Jahrzehnte zwischen ca. 230 und 280 n. Chr. Die Erforschung dieses Zeitraums ist daher in hohem Maße auf die Ausdeutung archäologischer Relikte angewiesen. Lange lehrten Historiker und Archäologen, der Limes sei 259/60 n. Chr. auf breiter Front durch einen »gewaltigen Germanensturm« überrannt worden. Dieses Geschichtsbild ist durch die Vermehrung und kritische Überprüfung bestehender Quellen überholt. Über das turbulente 3. Jahrhundert in den römischen Provinzen und den »Fall des Limes« berichtet Markus Scholz. Lesen

Mittelalter

Landschaftsarchäologische Analysen im Bergischen Land
Landschaftsarchäologische Analysen im Bergischen Land

Die moderne Landschaftsarchäologie liefert mit der Rekonstruktion von Einzugsbereichen oder Verbindungswegen wichtige Informationen zur Interpretation von Siedlungsgebieten. Darüber hinaus können mit ihrer Hilfe auch archäologische Prognosen für bislang nicht untersuchte Gebiete getroffen werden. Irmela Herzog erläutert die dahinter stehende Methodik am Beispiel mittelalterlicher Strukturen im Bergischen Land. Lesen

Erhängt und sorgsam bestattet
Erhängt und sorgsam bestattet
Ausgrabung im Sommer 2010 auf dem Galgenhügel Alkersleben

Was bleibt aus archäologischer Sicht von einer mittelalterlichen und neuzeitlichen Richtstätte übrig? Mit dieser Frage beschäftigt sich Marita Genesis in ihrer Dissertation und berichtet von der diesjährigen Ausgrabung des Richtplatzes von Alkersleben in Thüringen. Lesen

Das Märchen vom entfärbten Glas
Das Märchen vom entfärbten Glas

In der Regel ist mittelalterliches Gebrauchsglas, sogenanntes "Waldglas", immer mit einem Grünstich versehen. Warum das so ist und vor allem weshalb farbstichiges Glas eigentlich nicht zu entfärben ist, behandelt Peter Kurzmann. Lesen

(Frühe) Neuzeit

Römische Bogenmonumente in Kork
Römische Bogenmonumente in Kork

Wer im 18. Jahrhundert den Anspruch hatte, ein Kulturmensch zu sein, umgab sich mit antiken Objekten oder wenigstens deren Abbildern. Diese damals in adeligen und gebildeten Kreisen verbreitete Melange aus Fernweh nach südlichen Gefilden, einem erwachten Interesse an der Kultur der Alten und einem dezidiertem Bildungsanspruch fand eine Ausdrucksform in detailgetreuen Korkmodellen antiker Bauten. Philipp Baas erinnert an eine fast vergessene Form der Antikenverehrung. Lesen

Die Elgin Marbles: Geraubt oder in Sicherheit gebracht?
Die Elgin Marbles: Geraubt oder in Sicherheit gebracht?

War Lord Elgin ein Dieb oder ein Denkmalschützer? Diese Frage stellt Jens Fischer in seinem Artikel zu den sog. Elgin Marbles und zeigt dabei anhand der Geschichte dieses Bauschmucks vom Parthenon, dass die Frage so eindeutig nicht zu beantworten ist. Lesen

Die Wiederentdeckung der Vesuvstädte
Die Wiederentdeckung der Vesuvstädte
Die frühen Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum

Kurz nach dem Beginn der »planmäßigen« Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum lösen die Funde und freigelegten Malereien im Europa des 18. Jahrhunderts eine Antikenbegeisterung aus. Pompeji wurde, so Konstanze Eckert, schnell zum »Touristenzentrum« und prägend für Kunst und Kunsthandwerk der damaligen Zeit. Lesen

Frühe Hochkulturen

Ein Stück Stadtmauer in Hattuša
Ein Stück Stadtmauer in Hattuša

Von 2003 bis 2005 wurde unter der Federführung des DAI ein Teilstück der Stadtmauer von Hattuša rekonstruiert. Der Leiter des Projektes Jürgen Seeher berichtet. Lesen

Von Sternen und Schweinen
Von Sternen und Schweinen
Religiöse Astronomie im Alten Ägypten

Astronomische Beobachtungen spielten eine große Rolle in der ägyptischen Religion. Ihre Kenntnisse über die Vorgänge am Himmel hielten die Ägypter vor allem in ihren Mythen fest. Alexandra von Lieven stellt Schöpfungsmythen und Götterwelt des alten Ägyptens vor und erläutert ihren Bezug zu Planeten und Sternkonstellationen. Lesen

Die Geoglyphen von Nasca
Die Geoglyphen von Nasca
Ist die astronomische Theorie zu den Linien und Figuren von Nasca noch relevant?

Etwa 435 km südlich der peruanischen Hauptstadt Lima befinden sich die sogenannten „Linien und Figuren von Nasca“. Tausende von kilometerlangen Linien im Boden, zahlreiche riesige Flächen, sowie gigantische Tier-, Pflanzen- und geometrische Figuren, sogenannte Geoglyphen, die in ihrer Gesamtheit nur aus der Luft erkennbar sind, bedecken das Wüstenplateau. Neuere Untersuchungen lassen nun den Schluss zu, dass die astronomische Theorie beim Bau der Linien und Figuren eher keine Rolle gespielt haben soll. Bernd Teichert stellt aktuelle Forschungen vor, nach denen ein astronomischer Bezug zumindest bei einigen der Geoglyphen wahrscheinlich ist. Lesen

Außereuropäische Kulturen

Eine Maya-Stadt im Regenwald wird von deutsch-mexikanischem Team auferweckt
Eine Maya-Stadt im Regenwald wird von deutsch-mexikanischem Team auferweckt

Ewald Graf war mit dem Archäologen des Bonner Altamerika-Instituts im mexikanischen Tropenwald unterwegs und berichtet über die Ausgrabungen in "Uxul" einer Provinzhauptstadt des Maya-Reiches. Lesen

Die Geoglyphen von Nasca
Die Geoglyphen von Nasca
Ist die astronomische Theorie zu den Linien und Figuren von Nasca noch relevant?

Etwa 435 km südlich der peruanischen Hauptstadt Lima befinden sich die sogenannten „Linien und Figuren von Nasca“. Tausende von kilometerlangen Linien im Boden, zahlreiche riesige Flächen, sowie gigantische Tier-, Pflanzen- und geometrische Figuren, sogenannte Geoglyphen, die in ihrer Gesamtheit nur aus der Luft erkennbar sind, bedecken das Wüstenplateau. Neuere Untersuchungen lassen nun den Schluss zu, dass die astronomische Theorie beim Bau der Linien und Figuren eher keine Rolle gespielt haben soll. Bernd Teichert stellt aktuelle Forschungen vor, nach denen ein astronomischer Bezug zumindest bei einigen der Geoglyphen wahrscheinlich ist. Lesen

Landschaftsgestaltung als astronomisches Instrument
Landschaftsgestaltung als astronomisches Instrument
Das älteste Sonnenobservatorium Amerikas

Die etwa 300 km nordwestlich von Lima in einer Wüstenregion nahe der peruanischen Küste gelegene archäologische Stätte von Chankillo ist der Wissenschaft bereits seit über 100 Jahren bekannt. Die Bedeutung der mehrere Quadratkilometer umfassenden Anlage, die in das Ende der Chavin-Kultur vor etwa 2.300 Jahren datiert wird, war jedoch bisher rätselhaft. Neuere Forschungen legen jetzt nahe, dass es sich um ein kulturelles Zentrum handelt, bei dessen Anlage die Beobachtung des Sonnenlaufes eine zentrale Rolle spielte. Ein Bericht von Andreas Brunn. Lesen