Denkmalschutz in Gefahr: Sachsen plant Auflösung der Fachämter, Aus für Verursachergrabungen in Niedersachsen

Der Denkmalschutz erodiert

In Sachsen steht eine tiefgreifende Reform des Denkmalschutzes bevor: Die Landesregierung plant, das Landesamt für Denkmalpflege und das Landesamt für Archäologie bis 2028 aufzulösen und in die Landesdirektion Sachsen einzugliedern. In Niedersachsen droht das faktische Aus für Verursachergrabungen. Kritiker sehen in den Plänen einen Angriff auf das kulturelle Erbe.

Archäologin dokumentiert Siedlungsschichten im Grabungsprofil

Nördlich der Karlstraße an der Bundesstraße 482 in Minden-Päpinghausen untersucht derzeit ein Grabungsteam in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) einen umfangreichen Siedlungsplatz der vorrömischen Eisenzeit. Sie fanden auf dem Areal mehrere ehemalige Hofstellen, die wichtige Erkenntnisse zum Siedlungswesen im Umfeld der Wallanlage "Wittekindsburg" liefern - die in Sichtweite auf dem Wiehengebirgskamm hinter dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal lag. Von besonderem Interesse sind die noch als Verfärbungen im Boden erkennbaren Grundrisse einstiger Wohnhäuser, die einen Einblick in das Leben vor rund 2.500 Jahren an diesem Ort geben.

Ausgrabungen
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Ausgrabung Burg Loburg (Drohnenaufnahme)

Seit Juni 2026 führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im westlichen Bereich des Loburger Burghügels archäologische Untersuchungen im Vorfeld von Baugrundverbesserungen durch. Der angelegte Grabungsschnitt liefert neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der bedeutenden Befestigung im Frühen und Hohen Mittelalter.

Ausgrabungen
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Auswahl einer Probe für Isotopenanalyse

Eine aktuelle Studie trägt zur Klärung einer der langjährigsten archäologischen Debatten Südamerikas zur Rolle von Mais in vorkolonialen Gesellschaften bei. Die Ergebnisse zeigen, dass große Dörfer in Zentralbrasilien durch den Maisanbau in Mischkulturen versorgt wurden, während benachbarte Gesellschaften unterschiedliche Strategien der Nahrungsmittelproduktion verfolgten.

Forschung
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Sax mit damaszierter Klinger im Röntgenbild

Landesmuseum untersucht umfangreichsten Bestand frühmittelalterlicher Schwerter in Niedersachsen

Erstmals sind rund 50 frühmittelalterliche Schwerter aus den Sammlungen des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg und des Schlossmuseums Jever systematisch mit mobiler Röntgentechnik untersucht worden. Ein besonderer Fokus lag auf den sogenannten Saxen. Diese waren namensgebend für die historischen Sachsen, die dem Land Niedersachsen ihren Namen geben. Durch die Untersuchungen konnten vier weitere Saxe nachgewiesen werden.

Funde & Befunde
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Entwicklung von Gehirngröße und Gesicht der Gattung Homo

Eine neue Studie legt nahe, dass zwei der bekanntesten Trends der menschlichen Evolution – das Wachstum des Gehirns sowie die Verkleinerung von Gesicht und Kiefer – möglicherweise weit weniger auf gezielte natürliche Selektion zurückgehen, als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lange angenommen haben. Die Ergebnisse von Forschenden der University of Tennessee – Knoxville und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) an der Universität Tübingen deuten stattdessen auf einen langsameren und vermutlich stärker eingeschränkten Evolutionsprozess hin, als es die traditionelle Lehrbuchdarstellung nahelegt.

Forschung
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Goldfunde aus Eleke Sazy in Kasachstan

Alte DNA verrät, wie politische Macht und Elitenstatus in nomadischen Gesellschaften der Eisenzeit gesichert wurden.

Forschung
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Alpengipfel im Oktober

Eine neue Studie liefert Hinweise auf die wahrscheinlichste Route der berühmten Alpenüberquerung des karthagischen Feldherrn Hannibal. Sie zeigt, dass der Col de la Traversette die energieeffizienteste Route gewesen wäre.

Aus aller Welt
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Römischer Bleibarren aus Brilon

Erste Grabungsergebnisse bestätigen die frühe Bleigewinnung

Archäologie-Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben bei einer knapp zweiwöchigen Grabungskampagne im Juni neue Erkenntnisse gewonnen: Auf einem Höhenzug des Rothaargebirges nahe Brilon (Hochsauerlandkreis) legten sie eine bislang in Südwestfalen einzigartige, 2.000 Jahre alte Verarbeitungsstelle für Blei frei. Damit gelingt der archäologische Nachweis für eine frühe metallurgische Kette, die für das Sauerland bislang noch weitgehend unerforscht ist.

Ausgrabungen
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Ausgrabungsfläche am Hagenmarkt

Am Hagenmarkt in Braunschweig wurden im Vorfeld der eigentlichen Bauarbeiten zur Neugestaltung des Platzes umfangreiche archäologische Untersuchungen vorgenommen. Mit interessanten Ergebnissen: So kann z.B. die genaue Lage und damit auch die Baugeschichte des einstigen Opernhauses nun viel präziser bestimmt werden. Zudem haben die Grabungen erste Erkenntnisse zu mittelalterlichen Vorgängerbauten zu Tage gebracht. Aber auch während der laufenden Bauarbeiten werden immer wieder Entdeckungen gemacht, die bemerkenswerte Aufschlüsse bieten und Fenster in die die Vergangenheit Braunschweigs öffnen.

Ausgrabungen
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Drohnenaufnahme der Grabung

In Pirna entsteht ein neuer Hotelkomplex, der auf dem Gelände des Traditionshauses »Zum Schwarzer Adler« errichtet wird. Das ruinöse Vorgängergebäude des ehemaligen Hotels wurde bis auf eine historische Außenmauer abgerissen. Zwischen Abriss und Neubebauung untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) die ca. 3000 m² große Fläche. Das ist notwendig, denn das Baugrundstück liegt im archäologisch relevanten Bereich der Dohnaischen Vorstadt, einer historischen Vorstadt von Pirna. Unmittelbar vor dem Dohnaischen Tor, dem südlichen Stadttor der Stadtbefestigung, ist eine Ansiedlung bereits für das 14. Jahrhundert schriftlich bezeugt.

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