Westfälische Neandertaler hatten weitreichende Kontakte

Faustkeil aus Westfalen

Seltener Fund eines Faustkeils bei Unna

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat im Kreis Unna einen seltenen Faustkeil der Neandertaler gefunden. Die Experten des LWL datieren das Stück auf ein Alter von rund 60.000 Jahren. Faustkeile ähnlicher Machart finden sich ansonsten vor allem in Frankreich und England.

Xiahe Unterkiefer aus der Baishiya-Höhle

Bisher waren die Denisovaner nur durch einige wenige Fossilfragmente aus der Denisova-Höhle in Sibirien bekannt. Ein internationales Forschungsteam beschreibt nun einen 160.000 Jahre alten frühmenschlichen Kiefer aus Xiahe in China. Mithilfe der Analyse alter Proteine fanden die Forschenden heraus, dass der Besitzer des Unterkiefers einer Population angehörte, die eng mit den Denisovanern aus Sibirien verwandt war. Diese Population lebte während des Mittleren Pleistozäns im Hochland von Tibet und hatte sich schon lange vor Ankunft des Homo sapiens in der Region an die höhenbedingt sauerstoffarme Umgebung angepasst.

Funde & Befunde
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Der Ellwanger Münzschatz (unrestauriert)

Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart präsentiert Ellwanger Schatzfund

In einem Waldstück bei Ellwangen haben zwei Sondengänger einen der größten Silbermünzschätze aus dem Spätmittelalter entdeckt. Den aus über 9.200 Münzen bestehenden Fund teilten sie zunächst unter sich auf. Monate später meldete einer der beiden dann schließlich doch dem Landesamt für Denkmalpflege (LAD) Baden-Württemberg die Entdeckung und führte die Archäologen zum ursprünglichen Fundplatz. Aufgrund der späten Meldung des Fundes und weil ein Teil vom zweiten Beteiligten zurückgehalten wurde, wurde gegen die beiden Militaria-Sammler aus dem Ostalbkreis Strafbefehl wegen Unterschlagung erlassen. Den Fund, der in diesem Sommer in einer kleinen Sonderausstellung im Alamannenmuseum Ellwangen gezeigt werden soll, präsentierte das LAD am vergangenen Dienstag der Öffentlichkeit.

Funde & Befunde
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Der Kopf einer Matronen-Statuette wurde vom Krefelder Stadtarchäologen Dr. Hans Peter Schletter im Rahmen der Gelleper Neufunde vorgestellt

Archäologen haben bei ihrer Arbeit mindestens zwei Glücksmomente, in denen sie sich über Entdeckungen freuen, staunen oder überrascht sind: Einmal während der eigentlichen Ausgrabung und dann bei der anschließenden Säuberung und ersten Betrachtung der Funde. So ist das derzeit auch im Archäologischen Museum Krefeld.

Ausgrabungen
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Trotz erhöhter Zahl an Sitzplätzen war die Tagung auch in diesem Jahr wieder vorzeitig ausgebucht

Mehr als 480 Interessierte kamen am 11.3.2019 zur Archäologie-Jahrestagung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nach Münster - ein neuer Teilnahmerekord. Insgesamt 13 Vorträge zeigten ein Spektrum quer durch alle Epochen: von Deutschlands ältesten Mosasauriern (Meeresreptilien) über eine bemalte Grafengruft bis zu Verbrechen des Nationalsozialismus.

Funde & Befunde
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Seeotter benutzt Amboss-Stein zum Öffnen von Muscheln

Ein internationales Forscherteam hat die Verwendung von großen, küstennahen Felsen als »Ambosse« zum Aufbrechen von Muschelschalen analysiert, ebenso wie mit der Zeit gewachsene Muschelhaufen. Mit ökologischen und archäologischen Ansätzen identifizierten die Forscherinnen und Forscher Muster, die für die Nutzung solcher Orte durch Seeotter charakteristisch sind. Durch die Betrachtung von Beweisen für die Nutzung von Steinen als Ambosse in der Vergangenheit könnten Wissenschaftler die Lebensraumnutzung von Seeottern besser verstehen.

Forschung
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Das Erdwerk zeichnet sich im Luftbild ab

Das Erdwerk von Wellie bei Nienburg ist ein zentraler Platz der Jungsteinzeit – erst im vergangenen Jahr wurde die Anlage entdeckt. Wofür sie früher genutzt wurde, erforscht derzeit ein Wissenschaftler der Universität Göttingen gemeinsam mit zehn Studierenden und der Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft. Sie untersuchen den Bereich mit geophysikalischen und bodenkundlichen Methoden. Ziel ist ein erster maßstabsgerechter Gesamtplan der Anlage sowie ihre zeitliche und kulturelle Einordnung.

Funde & Befunde
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Scheiben aus Stoßzähnen vom Mammut (rechts) und vom Afrikanischen Elefanten (links)

Mammut-Elfenbein als Rohstoff für Jagdwaffen

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Senckenberg Forschungsstation für Quartärpaläontologie Weimar haben erstmalig die mechanischen Eigenschaften von Mammut-Elfenbein aus sibirischem Permafrostboden mit Elfenbein heutiger Afrikanischer Elefanten detailliert verglichen. In ihrer kürzlich erschienenen Studie zeigt das Wissenschaftlerteam, dass sich Mammut-Elfenbein aufgrund seiner außergewöhnlichen Materialeigenschaften ideal zur Herstellung von Spitzen eiszeitlicher Jagdwaffen eignete – eine Tatsache, die altsteinzeitliche Großwildjäger auch in Mitteleuropa nutzten.

Forschung
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Urnengrab Bad Saulgau

»Die Funde im Stadtkern von Bad Saulgau sind von erheblichem wissenschaftlichem und historischem Wert«, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer bei der Vorstellung der unerwarteten Ergebnisse einer Rettungsgrabung in Bad Saulgau (Oberschwaben).

Ausgrabungen
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Probennahme in der Denisova-Höhle

Die Denisova-Höhle im Süden Sibiriens ist weltweit die einzige bekannte Stätte, die zu verschiedenen Zeiten vom rätselhaften Denisova-Menschen und seinem Cousin dem Neandertaler besiedelt war. Zwei neue Studien unter maßgeblicher Beteiligung von Katerina Douka vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte legen nun eine Zeitschiene vor, wann diese beiden altsteinzeitlichen Menschenarten jeweils an dieser Stätte lebten und welche Umweltbedingungen herrschten, bevor sie ausstarben.

Ausgrabungen
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Unterkiefer eines Kamels aus Basel

Kurz vor Abschluss der Grabung im Spiegelhof entdeckte die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt in den spätantiken Schichten die Reste eines Kamelunterkiefers. Bereits beim Bau des Spiegelhofs vor 80 Jahren wurde ein Kieferfragment eines Kamels gefunden. Der Vergleich der Funde zeigt, dass die Kieferfragmente zusammenpassen. Wie genau das Kamel in spätrömischer Zeit nach Basel kam, ob als Reittier in der römischen Armee oder als Lasttier, ist unklar.

Ausgrabungen
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