Römischer Arztstempel

Neueste Forschungsergebnisse und eine Vielzahl von herausragenden Funden aus dem Jahr 2017 präsentiert

Durch zahlreiche Entdeckungen gelang es der rheinischen Archäologie im Jahr 2017, wichtige Forschungslücken zu schließen, vor allem um das Leben der Menschen in der Bronze- und der Eisenzeit zu verstehen. Rund 400 Fachleute kamen am 5. und 6. Februar im LVR-LandesMuseum Bonn zusammen, um sich über die neuesten Erkenntnisse aus Paläontologie und Archäologie zu informieren.

Befund in situ (von oben)

Der »Fall Untermaßfeld«

In einer kürzlich im Fachjournal »Journal of Paleolithic Archaeology« veröffentlichten Studie widerlegt der Senckenberg-Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf-Dietrich Kahlke gemeinsam mit einem internationalen Team renommierter Steinzeitexperten eine kürzlich erschienene Veröffentlichung zur Ausbreitung des Menschen in Europa. In dieser wird die These aufgestellt, dass die ersten Menschen schon vor etwa einer Million Jahre in Nord- und Mitteleuropa lebten – gut 200.000 Jahre früher als bisher belegt. Das Team zeigt zudem, dass die »Belegstücke« der archäologischen Untersuchung vermutlich aus der Forschungsgrabung Untermaßfeld gestohlen wurden.

Forschung
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Venusfigur-Fragmente aus Breitenbach (Montage)

Seit 2009 finden Ausgrabungen am 34.000 Jahre alten Fundplatz Breitenbach bei Zeitz im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) statt. Bei der Bearbeitung von Grabungsfunden konnten kürzlich mehrere Elfenbeinfragmente als Bestandteile einer sogenannten Venusfigur identifiziert werden. Derartige Statuetten waren bislang nur von Höhlenfundstellen der Schwäbischen Alb bekannt.

Funde & Befunde
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Fund eines prähistorischen menschlichen Skeletts in der Chan-Hol-Höhle bei Tulúm

Ein auf der Halbinsel Yukatan in Südmexiko entdecktes prähistorisches menschliches Skelett ist mindestens 13.000 Jahre alt und stammt aller Voraussicht nach aus einer Kaltperiode am Ende der letzten Eiszeit, dem späten Pleistozän. Ein deutsch-mexikanisches Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck und Arturo González González hat das fossile Skelett datiert, basierend auf einem Tropfstein, der auf dem Hüftknochen gewachsen war.

Funde & Befunde
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Nachwuchs-Restauratoren des RGZM

Restauratoren und Wissenschaftler des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) erforschen zur Zeit in einem deutsch-amerikanischen Kooperationsprojekt archäologische Überreste aus der antiken Stadt Morgantina (Sizilien, Italien): Mehr als 2500 Bronze-Objekte – insbesondere aus den drei Jahrhunderten vor Christi Geburt – geben den Experten des Leibniz-Forschungsinstituts für Archäologie Aufschluss über vergangene Besiedelungen und weitreichende Fernkontakte.

Funde & Befunde
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Im Rahmen eines Pilotprojektes wird die Striftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ab Anfang Oktober die Provenienz von rund tausend menschlichen Schädeln erforschen, die aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika stammen. Das Projekt ist am Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin angesiedelt und wird von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.

Funde & Befunde
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Durch die Jahrringe des Holzes lässt sich das Fälldatum bestimmen

Unter der heutigen Fahrbahn der Wangener Straße in Schorndorf-Oberberken (Rems-Murr-Kreis) in Baden-Württemberg konnten an zwei ca. 35 Meter auseinander liegenden Stellen hölzerne Überreste eines ehemaligen Bohlenweges nachgewiesen werden. Der historische Holzweg konnte von den Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege nun auch datiert werden.

Ausgrabungen
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Ansicht mehrerer Eichenpfähle der Uferbefestigung des Karlsgrabens

Der Karlsgraben ist das bedeutendste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa. Der von Karl dem Großen initiierte Kanal zwischen den Orten Treuchtlingen und Weißenburg (Bayern) sollte einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat durch Ausgrabungen und Holzaltersbestimmungen nun den bislang ältesten Teil des Bauwerks nachgewiesen.

Ausgrabungen
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Elfenbeinkamm mit Jagdszene

LWL-Archäologen finden seltenen Elfenbeinkamm

Auf der Holsterburg bei Warburg (Kreis Höxter) sind Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf einen für die Region einzigartigen Fund aus dem 12. Jahrhundert gestoßen: das Fragment eines prachtvoll verzierten Kammes aus Elefantenelfenbein.

Ausgrabungen
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Zehenprothese einer Frauenbestattung aus dem thebanischen Grab TT95

Sie dürfte zu den ältesten Prothesen der Menschheitsgeschichte gehören: Ägyptologen der Universität Basel und weitere Spezialisten haben einen künstlichen grossen Zeh aus Holz neu untersucht. Das Fundstück ist fast 3000 Jahre alt und stammt aus einer Frauenbestattung aus der Nekropole von Sheikh ´Abd el-Qurna bei Luxor. Das Gebiet wird derzeit mit modernsten Methoden erforscht.

Funde & Befunde
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Mammutelfenbeinfigur vom Vogelherd (3D-Modell)

Die weltbekannte »Venus vom Hohle Fels«, das »Pferdchen« aus der Vogelherdhöhle und zwei weitere eiszeitliche Elfenbeinfiguren von der Schwäbischen Alb können jetzt in einer Online-3D-Galerie aus allen Perspektiven betrachtet werden.

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