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Nachrichten aus der Archäologie

Alte Genome offenbaren Neues zur Abstammung unserer Hausrinder

Darstellung eines Auerochsen nach Siegmund von Herberstein aus dem Jahr 1556

Der eurasische Auerochse gilt als Vorfahre unserer heutigen Hausrinder. Er wurde über einen längeren Zeitraum mit Beginn vor etwa 10.500 Jahren in Randgebieten des Fruchtbaren Halbmonds, den Tälern von Euphrat und Tigris, domestiziert. Seit dem 17. Jahrhundert ist die wilde Form ausgestorben, doch seine domestizierten Nachfahren, heute auf der ganzen Welt als Nutztiere verbreitet, leben fort. Ein internationales Wissenschaftlerteam ist der Geschichte der frühen Rinder nachgegangen.

Die letzte Zeile des Papyrus P.Bas. 2.43
Weltweit älteste Handschrift eines Christen
Ein Brief in der Basler Papyrussammlung beschreibt ganz alltägliche Familienangelegenheiten und ist doch einzigartig in seiner Art: Er überliefert wertvolle Einblicke in die Welt der ersten Christen im römischen Reich, die aus keiner anderen historischen Quelle bekannt sind. Der Brief konnte in die 230er Jahre nach Christus datiert werden und ist somit älter als alle bislang bekannten christlich-dokumentarischen Zeugnisse aus dem römischen Ägypten. Weiterlesen
| Funde & Befunde
Die Höhlen von Apidima
Der früheste Nachweis von Homo sapiens außerhalb Afrikas ist ein Fund aus Griechenland

Forscher der Universitäten Tübingen und Athen ordnen 210.000 Jahre alten Schädel dem frühen modernen Menschen zu

Der Homo sapiens hat Afrika eher verlassen als bislang angenommen und Europa damit schon 150.000 Jahre früher erreicht als gedacht – darauf weisen Forschungsergebnisse der Universitäten Tübingen und Athen hin. Nach umfassenden Analysen datierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Schädel aus dem Fundort Apidima in Südgriechenland auf ein Alter von rund 210.000 Jahren und ordneten ihn frühen modernen Menschen zu. Damit handle es sich um den ältesten modernen Mensch, der außerhalb Afrikas gefunden wurde, sagte das Team unter Leitung von Professorin Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen. Weiterlesen
| Europa
Grasendes Yak in Tibet
Grasende Herdentiere trieben die Domestikation von Getreide voran

Große Säugetiere wie Bisons schufen durch die Verbreitung von Samen dichte, leicht abzuerntende Pflanzenbestände, welche Menschen zur Kultivierung anregten

Einige Eigenschaften heute bekannter Getreidearten wie Quinoa, Amarant, Hirse, Hanf und Buchweizen weisen darauf hin, dass sie sich ursprünglich entwickelt haben, um von großen grasenden Säugetieren verbreitet zu werden. Im Pleistozän prägten riesige Herden dieser Tiere die Ökologie eines Großteils der Erde und führten zu evolutionären Veränderungen bei Pflanzen. Studien zur Ökologie und zum Wachstumsverhalten bestimmter prähistorischer Verwandter von Kulturpflanzen zeigen, dass Großtierherden für die Verbreitung ihrer Samen notwendig waren, bevor der Mensch in das Geschehen eingriff. Das Verständnis dieses Prozesses ermöglicht der Wissenschaft Einblicke in die frühe Domestikation dieser Pflanzen. Weiterlesen
| Neolithikum
Kurz notiert

Umfragen zur Bürger-Archäologie und zur beruflichen Zufriedenheit in der Archäologie

Umfrage

Gerade laufen gleichzeitig zwei Umfragen, die sich an Archäologinnen und Archäologen richten - genauer gesagt an alle Menschen, die beruflich in diesem Bereich tätig sind. In einer im Rahmen eines Dissertationsprojektes durchgeführten Befragung geht es darum, wie sich die Hauptberuflichen zum Thema »Citizen Science« positionieren. Die andere Umfrage wird von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) durchgeführt und soll dazu dienen, Problemfelder dieses Berufs bzw. die Zufriedenheit mit dem Job zu ermitteln.

Schiffstaufe
Schiffstaufe für Bissula
Mehr als zwei Jahre lang arbeitete ein Team der Universität Trier am Nachbau eines römischen Handelsschiffs vom Typ Laurons 2. Heute wurde es von Ministerpräsidentin Malu Dreyer feierlich auf den Namen »Bissula« getauft und kann damit nun seine wissenschaftliche Mission antreten. Das 16 Meter lange Schiff soll zur schwimmenden Forschungsstation werden und den Vergleich von Computersimulationen mit realen Messfahrten ermöglichen. Weiterlesen
| Rekonstruktion
Neolithisches Grab (Planum)
Grabfunde aus der Zeit der Trichterbecherkultur bei Heek
In Heek-Nienborg (Kreis Borken) haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wegen der Erweiterung eines Gewerbegebiets gegraben. Sie legten dabei nicht nur eine eisenzeitliche Siedlung frei, sondern entdeckten auch unerwartet mehrere Gräber aus der Jungsteinzeit. Weiterlesen
| Ausgrabungen

Die neuesten Artikel

Die Himmelsreligion der Hethiter
Die Beobachtung des Sternenhimmels spielte für die kultischen Rituale der hethitischen Zivilisation in Kleinasien eine große Rolle, wie zahlreiche Inschriften aus Ḫattuša belegen. Unweit der Hauptstadt des hethitischen Großreiches liegt das zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Felsheiligtum von Yazılıkaya. Mehr als 90 Götterfiguren wurden dort im 13. Jh. v. Chr. als Relief in den Fels geschlagen. Waren dies lediglich Darstellungen von Gottheiten oder steckt mehr hinter den Abbildungen? Der Geoarchäologe Eberhard Zangger und die Altertumswissenschaftlerin Rita Gautschy schlagen eine weitergehende Deutung vor: Das Felsheiligtum habe auch eine Kalenderfunktion gehabt. In diesem Artikel schildert Zangger die These und die Vorgehensweise bei der Suche nach neuen Antworten.
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Plattenhornsteine aus Arnhofen in der mittelneolithischen Kreisgrabenanlage von Schiltern
Nachdem Luftbilder und zahlreiche neolithische Oberflächenfunde die Aufmerksamkeit der Amateurarchäologen Johann Böhm und Alois Huber für ein Terrain im Bereich der Gemeinde Schiltern in Niederösterreich geweckt hatte, veranlassten beide 2016 eine geomagnetische Prospektion des Geländes. Das Fazit: die Entdeckung einer Kreisgrabenanlage mit drei Gräben und einer Innenpalisade. Alexander Binsteiner hat das in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragene neolithische Silexmaterial untersucht und analysiert.
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