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Nachrichten aus der Archäologie

In Oasen in der arabischen Wüste gab es bereits in der Bronzezeit "Marken"

Qurayyah-Lackkeramik (QPW) 4, früher bekannt als "Midianitische Keramik". (Qurayyah Joint Archaeological Project)

Gab es Marken bereits vor der modernen Gesellschaft, in nicht-kapitalistischen Wirtschaftssystemen? Ein internationales Team unter der Leitung von Marta Luciani von der Universität Wien hat unerwartete Erkenntnisse über den Handel in der Bronzezeit geliefert: Ja, Marken gab es tatsächlich schon vor 3.200 Jahren. Neue Erkenntnisse zu Funden in der Oase Qurayyah im Nordwesten Arabiens bieten beispiellose Einblicke in die Herstellung zweifarbig bemalter Keramik. Die Forschenden wiesen nach, dass die Gefäße so unverwechselbar, ansprechend und begehrt waren, dass sie in jeder Hinsicht als "Marke" betrachtet werden müssen.

Erstautorin Maayan Lev (rechts) mit Kolleginnen und Kollegen während der Ausgrabungen am Berg Karmel. (© Reuven Yeshurun)
Urgeschichtliche Schlangenjagd am Berg Karmel
Vor etwa 15.000 Jahren änderte sich die Lebensweise menschlicher Gemeinschaften in der südlichen Levante grundlegend. Gruppen von Jäger-Sammlern, die bis dahin eine nomadische Lebensweise praktizierten, schränkten ihre Mobilität ein und errichteten erstmals kleine, dauerhafte Siedlungen. Diese als Natufien bezeichnete Kultur gilt als wichtige Etappe in der Geschichte der Sesshaftigkeit des Menschen, noch vor der Entwicklung der Landwirtschaft. Die geringere Mobilität wirkte sich auch auf die Ernährung der Menschen aus – sie konnten bei der Auswahl ihrer Nahrungsquellen nicht mehr so wählerisch sein wie zuvor. Eine Studie beweist erstmals, dass die Menschen des Natufien auch Jagd auf Reptilien machten. Weiterlesen
| Forschung
Datierung der vielfältigen Wanderungsbewegungen früher Menschen nach der ersten Besiedlung des westlichen Ozeaniens ("Fernes Ozeanien" in engl. Übersetzung). (Abbildung: Grafische Zusammenfassung, Michal Feldman et al./Cell.)
Alte DNA lässt Dynamik der frühen Besiedlung pazifischer Inseln erkennen
Ein Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen untersucht Wanderungen der Menschen der vergangenen 3.000 Jahre im Südpazifik. Weiterlesen
| Forschung
Grabungsfläche auf dem ehemaligen Gartengrundstück an der Ravensberger Straße. Im Bereich des heutigen Carports am linken Rand der Grabungsfläche konnten die Pfostenstellungen eines mittelalterlichen Wohngebäudes nachgewiesen werden, das man in der Nähe des Schwarzbaches errichtet hatte. (Foto: Archäologie am Hellweg e.G./H. Nabo)
Siedlungsspuren aus den mittelalterlichen Anfängen Werthers entdeckt
Im Vorfeld eines Neubauvorhabens auf einem Gartengrundstück an der Ravensberger Straße in Werther (Kr. Gütersloh) hat ein Grabungsteam in Zusammenarbeit mit der LWL-Archäologie für Westfalen mittelalterliche Siedlungsspuren aus der Frühzeit der Stadt Werther entdeckt. Die archäologischen Untersuchungen waren erforderlich, da die Baufläche nur etwa 200 Meter von der Kirche St. Jakobus entfernt liegt und sich damit noch innerhalb des historischen Ortskerns befindet. Weiterlesen
| Ausgrabungen
Kurz notiert

Wie wurden wir zur letzten Menschenart auf der Erde?

Die Fundstelle Suhi Dol in Bosnien und Herzegowina wurde erst 2025 entdeckt und bildet für das neu bewilligte ERC-Projekt "ENCOUNTERS" ein Fenster in die Lebensweise der Neandertaler und ihren Umgang mit wechselnden Umweltbedingungen. (Copyright: © MONREPOS-LEIZA / Tamara Dogandžić)

Neues Forschungsprojekt zur Altsteinzeit

Warum setzte sich in der Geschichte der Menschheit Homo sapiens durch, während andere Menschenformen wie die Neandertaler verschwanden? Und welche Rolle spielten dabei bereits Hunderttausende von Jahren zuvor Klima, Umwelt, technischer Fortschritt und Begegnungen zwischen verschiedenen Populationen? Diesen Fragen widmet sich ein neues Forschungsprojekt des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA). Das Vorhaben wird in den kommenden fünf Jahren durch einen "ERC Starting Grant" des Europäischen Forschungsrats mit 1,5 Millionen Euro gefördert.

Katerina Harvati
Katerina Harvati erhält den Albert Einstein World Award for Science
Professorin Katerina Harvati vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen wird mit dem Albert Einstein World Award for Science 2026 des World Cultural Council ausgezeichnet. Der Council erkennt ihre Forschungsarbeit als weltweit führende Paläoanthropologin an, die das Verständnis vom Ursprung des Menschen grundlegend verändert habe. So habe sie unter anderem neue Techniken begründet wie die virtuelle Anthropologie und die Geometrische Morphometrie, die quantitative Vergleiche biologischer Formen zulässt sowie auch virtuelle Rekonstruktionen aus Fossilienfragmenten. Ihre Arbeit hat Licht auf lange offene Fragen der Evolution und Anpassungen ausgestorbener Menschenarten geworfen und das Verständnis über die Ausbreitung der frühen modernen Menschen revolutioniert. Weiterlesen
| Forschung
Online-Ausstellung Gadara/Umm Qays
Digitale Ausstellung zu 40 Jahren jordanisch-deutscher Zusammenarbeit online
Die digitale Ausstellung »Partner für das Kulturerbe in Gadara/Umm Qays. 40 Jahre jordanisch-deutsche Initiativen« ist ab sofort über die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) weltweit frei zugänglich. Die Ausstellung zeigt, wie das Deutsche Archäologische Institut (DAI) gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern seit vielen Jahren daran arbeitet, materielles und immaterielles Kulturerbe in Jordanien zu bewahren. Weiterlesen
| Aus aller Welt

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Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit gilt als eine der tiefgreifendsten technologischen Umbruchsphasen der europäischen Urgeschichte. Lange wurde dieser Wandel als vergleichsweise klarer Bruch verstanden: Bronze verliert an Bedeutung, Eisen setzt sich allmählich durch. Neuere Forschungen zeichnen jedoch ein deutlich differenzierteres Bild, in dem alte und neue Werkstoffe über längere Zeit parallel genutzt, angepasst und weiterentwickelt wurden. Zwei aktuelle Studien aus der westlichen Iberischen Halbinsel liefern hierzu neue, sich ergänzende Einblicke - ausgehend von einem einzelnen Werkzeugfund bis hin zu monumentalen Steinskulpturen.
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Zwei römische Patrouillenboote der Erlanger Universität im Test
Rekonstruktionen historischer Schiffe im Maßstab 1:1 bieten faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. Mit der Fridericiana Alexandrina Navis (F.A.N.) und der Danuvina Alacris entstanden in den letzten Jahren zwei Nachbauten, die den historischen Vorbildern besonders nahekommen und 500 Jahre Bootsbautradition des römischen Militärs nördlich der Alpen repräsentieren. Anhand der beiden von der Friedrich-Alexander-Universität rekonstruierten römischen Boote zeigt sich, wie solche Nachbauten wertvolle Erkenntnisse liefern können. Ein Artikel von Boris Dreyer.
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