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Nachrichten aus der Archäologie

Der Duft von Pompejis Hausaltären

Hausruinen in Pompeji. Blick Richtung Norden auf den Vesuv.

Der Untergang von Pompeji hat auch die Asche auf den Hausaltären der Bewohner erhalten. Ein internationales Forschungsteam hat erstmals wissenschaftlich untersucht, was in römischen Räuchergefäßen aus Pompeji verbrannt wurde – und Überraschendes entdeckt: Neben heimischen Pflanzen nutzten die Menschen auch importierte Duftstoffe aus Afrika oder Asien. Was zeigt, dass Pompeji Teil eines globalen Handelsnetzes war.

So könnte es vor rund 125.000 Jahren ausgesehen haben: eine Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) neben dem Fuß eines Europäischen Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus)
Neandertaler in Mitteleuropa jagten Sumpfschildkröten
Neandertaler jagten in Mitteleuropa Sumpfschildkröten – allerdings wahrscheinlich nicht, um sich von ihnen zu ernähren, sondern möglicherweise, um Schöpflöffel aus ihren Panzern herzustellen. Das berichtet ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Sabine Gaudzinski-Windheuser vom Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Forschenden hatten rund 125.000 Jahre alte Stücke von Schildkrötenpanzern untersucht, die in der weltbekannten altsteinzeitlichen Fundstätte Neumark-Nord im heutigen Sachsen-Anhalt entdeckt worden waren. Weiterlesen
| Forschung
Neandertaler zerlegen Elefanten
Jede Menge Elefantenfleisch: Forschungsteam findet Nachweise für Jagderfolg des Neandertalers von Lehringen
Eine Mergelgrube nahe Lehringen in Niedersachsen im Jahr 1948: Ein Schuldirektor legt mit Helfern in 125.000 Jahre alten Ablagerungen der letzten Warmzeit das Skelett eines Waldelefanten frei. Er ahnt nicht, dass er einer Sensation auf der Spur ist: Zwischen den Rippen entdeckt das Team eine vollständige Holzlanze des Neandertalers. Nach der Entdeckung sind sich viele Forschende einig, dass der gemeinsame Fund von Skelett und Lanze von einer erfolgreichen Großwildjagd zeugt. Später gibt es Zweifel, ob eine originale Situation erhalten geblieben ist. Weiterlesen
| Forschung
Yoa-See in der Zentralsahara
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: 10.800 Jahre Niederschlagsgeschichte der Sahara
Die Analyse eines Bohrkerns aus einem Oasensee im Tschad liefert neue Erkenntnisse über die Niederschlagsgeschichte in der Sahara. Die Untersuchung unter Leitung der Universität zu Köln zeigt, dass eine langanhaltende Feuchtphase, die von 14.800 bis 5.500 Jahren vor heute andauerte, durch kurzfristige Trockenheiten unterbrochen wurde. Derartige Ereignisse könnten in ähnlicher Weise auch in Zukunft auftreten. Weiterlesen
| Forschung
Kurz notiert

Wiederherstellung des Bodendenkmals Metilstein

Metilstein. Eine vorher freigelegte Mauer ist jetzt wieder mit Erdreich angedeckt

An der nur 400 m nördlich der Wartburg gelegenen Burganlage "Metilstein" fanden im Sommer 2025 mehrere Wochen lang nicht genehmigte Grabungen statt. Dabei erfolgten an drei Stellen der mittelalterlichen Ruine Schachtungen ohne Kenntnis der Denkmalbehörden. Insbesondere wurden Mauerreste freigelegt, die nun Wind und Wetter ausgesetzt und damit stark gefährdet waren.

Die Schamanin - Ausstellung in Halle
Sonderausstellung in Halle präsentiert neue Erkenntnisse zur Schamanin von Bad Dürrenberg
Im Mai 1934 wurde bei Ausschachtungsarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg ein Grab aus der Zeit um 7000 vor Christus (Mittelsteinzeit) entdeckt. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass es sich bei der ausgesprochen reich und mit einem Säugling in den Armen bestatteten Frau um die spirituelle Anführerin ihrer Gruppe, eine Schamanin, handelt. Die neue Sonderausstellung ›Die Schamanin‹ im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) widmet sich vom 27. März bis zum 1. November 2026 dieser besonderen Frau und ihrer Zeit. Weiterlesen
| Funde & Befunde
URBank-Datenkonzept
Neue Datenbank "URBank" ermöglicht vergleichende archäologische und historische Stadtplanung
Forschende des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie (MPI-GEA) haben gemeinsam mit einem internationalen Konsortium eine neue Open-Science-Rechenplattform entwickelt, um die Vielfalt des historischen Urbanismus zu untersuchen und systematisch mit heutigen Städten zu vergleichen. Weiterlesen
| Forschung

Die neuesten Artikel

Zwei römische Patrouillenboote der Erlanger Universität im Test
Rekonstruktionen historischer Schiffe im Maßstab 1:1 bieten faszinierende Einblicke in die Vergangenheit. Mit der Fridericiana Alexandrina Navis (F.A.N.) und der Danuvina Alacris entstanden in den letzten Jahren zwei Nachbauten, die den historischen Vorbildern besonders nahekommen und 500 Jahre Bootsbautradition des römischen Militärs nördlich der Alpen repräsentieren. Anhand der beiden von der Friedrich-Alexander-Universität rekonstruierten römischen Boote zeigt sich, wie solche Nachbauten wertvolle Erkenntnisse liefern können. Ein Artikel von Boris Dreyer.
ForschungAntikeRömische KaiserzeitSchifffahrtExperimentelle Archäologie
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Ältester Stahl auf der Iberischen Halbinsel
Die bronze- und eisenzeitlichen Stelen aus dem Westen der Iberischen Halbinsel gehören zu den ausdrucksstärksten symbolischen Zeugnissen der frühen Gesellschaften Westeuropas. Trotz jahrzehntelanger Forschung sind Fragen zu ihrer Chronologie und Bedeutung, insbesondere zu ihrer Herstellungsweise, noch offen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte internationale Projekt "Die iberischen Stelen der Spätbronzezeit: Ikonographie, Technologie und Wissenstransfer zwischen Atlantik und Mittelmeerraum" will diese Fragen durch einen multidisziplinären Ansatz, der explizit auch die experimentelle Archäologie einbezieht, beantworten.
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