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Der Teppich von Bayeux
Nicht alle Details des fast siebzig Meter langen »Teppich von Bayeux« sind hinreichend geklärt. Es finden sicher immer noch Darstellungen von Gegenständen, über deren Interpretation man diskutieren kann. Der Mittelalterarchäologe Peter Kurzmann hat sich mit dieser einzigartigen Datenquelle befasst und bringt einige neue Deutungsvorschläge.
KulturerbeForschungFrankreichMittelalterKunst
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Herxheim – ein rituelles Zentrum der Bandkeramik mit Menschenopfern und hohem Zerstörungspotential
Vor nunmehr fast 16 Jahren begann die intensive Auswertung der Grabungen in einer jungsteinzeitlichen Siedlung der linienbandkeramischen (kurz: bandkeramischen oder LBK) Kultur mit doppeltem Grabenwerk am Westrand des Dorfes Herxheim. Vor allem die umgebende Grabenanlage und die darin enthaltenen Materialien sollten sich als eines der absoluten Highlights der europäischen Vorgeschichtsforschung entpuppen; mittlerweile hat der Fundplatz weltweit die Aufmerksamkeit der archäologischen Fachwelt auf sich gezogen. Im August 2019 erschien der zweite Band der Forschungsergebnisse mit der vorläufigen Gesamtinterpretation des Platzes, ein Anlass, um diesen bedeutenden Fundort auch in Archäologie Online einmal Revue passieren zu lassen. Ein Artikel von Andrea Zeeb-Lanz
AusgrabungenForschungFunde & BefundeRheinland-PfalzNeolithikumSiedlungKult & ReligionGesellschaft
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Geköpft, gerädert, gehenkt:
Ursprünglich ein bronzezeitlicher Grabhügel, diente der Galgenberg in Bad Belzig ab der Frühen Neuzeit als Richtstätte zur Vollstreckung von Todesurteilen und als Bestattungsplatz für Selbstmörder und andere Verstorbene, denen eine Beisetzung auf dem christlichen Friedhof verwehrt blieb. Welche Aussagen archäologische Untersuchungen an Orten wie diesem ermöglichen, zeigt Marita Genesis in diesem Bericht über die 2018 durchgeführten Ausgrabungen.
AusgrabungenFunde & BefundeBrandenburgMittelalterNeuzeitGesellschaft
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Der Nachlass von James Mellaart offenbart dessen Archäophantasien
Der Brite James Mellaart (1925–2012) zählt zu den schillerndsten Forscherpersönlichkeiten in der Archäologie Anatoliens. Praktisch im Alleingang erschloss er die Jungsteinzeit in Kleinasien, indem er Ausgrabungen an den Siedlungsplätzen Beycesultan, Hacılar Höyük und Çatalhöyük anregte und durchführte. Die Aufarbeitung seines Nachlasses zeigte allerdings, dass Mellaart nicht nur ein charismatischer Altertumskundler war, sondern auch Fälschungen anfertigte, mit denen er seine Theorien untermauern wollte. Ein Artikel von Eberhard Zangger
WissenschaftsgeschichteFrühe Hochkulturen im Vorderen OrientNeolithikumVorderasiatische Archäologie
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Die Himmelsreligion der Hethiter
Die Beobachtung des Sternenhimmels spielte für die kultischen Rituale der hethitischen Zivilisation in Kleinasien eine große Rolle, wie zahlreiche Inschriften aus Ḫattuša belegen. Unweit der Hauptstadt des hethitischen Großreiches liegt das zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Felsheiligtum von Yazılıkaya. Mehr als 90 Götterfiguren wurden dort im 13. Jh. v. Chr. als Relief in den Fels geschlagen. Waren dies lediglich Darstellungen von Gottheiten oder steckt mehr hinter den Abbildungen? Der Geoarchäologe Eberhard Zangger und die Altertumswissenschaftlerin Rita Gautschy schlagen eine weitergehende Deutung vor: Das Felsheiligtum habe auch eine Kalenderfunktion gehabt. In diesem Artikel schildert Zangger die These und die Vorgehensweise bei der Suche nach neuen Antworten.
Naher OstenTürkeiFrühe Hochkulturen im Vorderen OrientArchäoastronomieKult & Religion
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Plattenhornsteine aus Arnhofen in der mittelneolithischen Kreisgrabenanlage von Schiltern
Nachdem Luftbilder und zahlreiche neolithische Oberflächenfunde die Aufmerksamkeit der Amateurarchäologen Johann Böhm und Alois Huber für ein Terrain im Bereich der Gemeinde Schiltern in Niederösterreich geweckt hatte, veranlassten beide 2016 eine geomagnetische Prospektion des Geländes. Das Fazit: die Entdeckung einer Kreisgrabenanlage mit drei Gräben und einer Innenpalisade. Alexander Binsteiner hat das in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragene neolithische Silexmaterial untersucht und analysiert.
Funde & BefundeDeutschlandÖsterreichNeolithikumMontanarchäologie
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Ein Berufsverband für die Archäologie
Seit vielen Jahren taucht aus den Reihen der deutschen Archäologie immer wieder der Wunsch nach einem archäologischen Berufsverband auf, der zum einen die Interessen der archäologischen Arbeitnehmer vetritt und zum anderen für gleiche Standards, Professionalität und somit Chancengleichheit der Institutionen und Firmen zu sorgen. Das britische Chartered Insitute for Archaeologists (CIfA), das zu den zwei weltweit größten archäologischen Berufsverbänden zählt, unterstützt seit Mitte 2017 den Aufbau einer Regionalgruppe in Deutschland. Am 12. Februar erfolgte die offizielle Gründung CIfA Deutschland.
Archäologie & GesellschaftArchäologie als BerufPolitik
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Zwischen Ötzi und Neandertaler
Der Fundort Arnhofen, in der Donau-Altmühl-Region Niederbayerns, ist eines der größten neolithischen Feuersteinbergwerke in Europa. Nicht weit entfernt bei Baiersdorf existiert noch ein weiteres Abbaugebiet, das bei weitem nicht so bekannt, aber aus wissenschaftlicher Sicht nicht weniger bedeutend ist. Der hochqualitative Hornstein war im Neolithikum überregional sehr begehrt und wurde bis weit in das heutige Österreich verhandelt. Das Silexvorkommen wurde bereits in der Altsteinzeit von Neandertalern abgebaut, wie die Funde von Faustkeilen und Levallois-Klingen zeigen.
DeutschlandPaläolithikumNeolithikumMontanarchäologie
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Forschung beschleunigen und eine Kultur der Offenheit fördern
Mit ihrer im Juli 2017 gegründeten Reihe ermöglicht die DGUF das Publizieren von Grabungsberichten, ohne dass notwendigerweise eine tiefgehende wissenschaftliche Bearbeitung dazugehört. Die Quellen erscheinen parallel online und als gedrucktes Buch. So können Primärquellen schnell und mit hoher Reichweite sowohl für die Wissenschaft als auch für interessierte Bürger zugänglich gemacht werden - und die Ausgräber erreichen mehr Sichtbarkeit für ihre wertvolle Arbeit als bisher. Frank Siegmund und Diane Scherzler stellen die neue Monografienreihe vor.
ForschungVeröffentlichungen
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Eine Grundlage für künftige wirtschaftsarchäologische Forschungen zur Bronzezeit
Für ihre Masterarbeit »Arbeitsaufwandsberechnungen zu Bronzeartefakten – Diachroner Vergleich von Aufwand und Wert in Mitteleuropa« wurde Johanna Brinkmann (Uni Kiel) mit dem Deutschen Studienpreis für Archäologie 2017 der DGUF ausgezeichnet. Die Laudatorin Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick (Universität München) bezeichnete die Arbeit als Grundlage für weitere wirtschaftsarchäologische Forschungen und künftige bedeutende Referenzquelle. Wir haben mit der Preisträgerin, die derzeit in Kiel an ihrer Promotion arbeitet, gesprochen.
ForschungWirtschaft
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Große Umfrage unterstreicht hohe Wertschätzung der Archäologie in Deutschland
Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland an Archäologie und Altertum ist hoch, deutlich stärker beispielsweise als an Politik und höher als an Kultur allgemein. Das sind Kernergebnisse einer von Studierenden an der Universität Düsseldorf durchgeführten Umfrage, die Frank Siegmund in diesem Artikel vorstellt.
Archäologie & Gesellschaft
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Intensive Debatten auf Augenhöhe
In einem Online-Forum debattieren seit 6. März derzeit mehr als 160 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer über eine berufsständische Organisation für die Archäologie: Braucht man so etwas, gibt es so etwas bereits, was muss und was kann eine solche Organisation realistischerweise leisten? Im Mittelpunkt der Debatte stehen prekäre Beschäftigungsverhältnisse, problematische Zeitverträge ebenso wie das Fehlen breit akzeptierter Qualitäts- und Sozialstandards in Grabungsfirmen. Ein Aufruf zur aktiven Mitsprache von Diane Scherzler und Frank Siegmund.
Archäologie & GesellschaftArchäologie als BerufPolitik
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Hessen hat ein neues Denkmalschutzgesetz
Ende 2016 wurde das Hessische Denkmalschutzgesetz (HDSchG) novelliert. Die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) und andere Fachverbände hatten im Vorfeld zahlreiche Verbesserungsvorschläge eingebracht, die allerdings nur zu geringen Teilen in das neue Gesetz eingeflossen sind. Herausgekommen ist bei dem Verfahren ein Denkmalschutzgesetz, das nur wenig am vorherigen Status quo ändert. Die wenigen Neuerungen und vielen Mängel führen Frank Siegmund und Till Kemper in diesem Artikel auf.
PolitikDenkmalschutz
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Alle Bände der »Archäologischen Informationen« seit Jg. 1/1972 jetzt im Open Access verfügbar
Die Archäologischen Informationen haben mit dem Jahrgang 2013 den Schritt in den Open Access gewagt: Parallel zu den weiterhin gedruckten Bänden erscheint die Zeitschrift seitdem auch online, und zwar ohne Sperrfrist, ohne Autorengebühren und gänzlich frei zugänglich. Mit einem Retrodigitalisierungsprojekt gelang es, nun auch die älteren Jahrgängen 1972-2012 online bereitszustellen.
Veröffentlichungen
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Weitere Untersuchungen zur neolithischen Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta
Neue Überlegungen, viele Kommentare und der Austausch mit Kollegen veranlassten Peter Kurzmann seinen 2014 bei Archäologie Online erschienen Artikel »Die neolithische Sternkarte von Tal-Qadi, Malta« in einer überarbeiteten Version erneut zu publizieren. Zumal er vom National Museum of Archaeology in Valletta die Möglichkeit erhalten hatte, die neolithische Kalksteintafel, die vermutlich die Plejaden darstellt, im Original zu untersuchen.
SüdeuropaBronzezeitArchäoastronomieKult & Religion
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Homo sapiens auf dem Vormarsch
Alexander Binsteiner stellt eine paläolithische Fundstelle im oberösterreichischen Bezirk Perg vor, die bisher nicht im Fokus der Fachwelt steht. Auf einer Niederterrasse über der Donau wurden bisher hunderte von Artefakten gefunden, darunter Silexformen und Schmuckgegenstände aus dem Aurignacien.
ÖsterreichSteinzeitKleidung & Schmuck
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Eine neue Kultur des Lesens: Die »Archäologischen Informationen« im Open Access
Schon vor ihrem Gang in den Open Access im Oktober 2013 war die Zeitschrift "Archäologische Informationen" im Fach gut verbreitet. Die weltweite Verfügbarkeit, gut durchdachte redaktionelle Prozesse sowie die enge Zusammenarbeit mit der Universitätbibliothek Heidelberg haben der "ArchInf" mittlerweile ein international hervorragendes Renommee beschert und sie zum Ort der Debatte über Open Access und Open Data in der Archäologie gemacht. Wir haben mit PD Dr. Frank Siegmund, Herausgeber der ArchInf, und mit Dr. Maria Effinger von der Universitätsbibliothek Heidelberg gesprochen.
Veröffentlichungen
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Glashandwerker im Frühmittelalter
Was wissen wir über die Arbeit und Stellung der Glashandwerker im Frühmittelalter? Martin Zimmermann hat die historischen Quellen des 8. bis 11. Jahrhunderts zusammengetragen und zeichnet das Bild eines sich über die Jahrhunderte verändernden Berufsstandes nach.
Spätantike & FrühmittelalterGesellschaftWirtschaft
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Fälschungsverdacht in Bernstorf – Die Fortsetzung
Als im Jahr 1998 im Umfeld der mittelbronzezeitlichen Befestigungsanlage im bayerischen Bernstorf mehrere Gold- und Bernsteinobjekte gefunden wurden, galten sie als Nachweis für Handelsbeziehungen mit dem Mittelmeerraum. Doch seit einigen Jahren ziehen Analysen und Expertisen die Echtheit des Fundes in Zweifel, die für die Funde zuständige Archäologische Staatsammlung in München hält dagegen. Alexander Binsteiner kommentiert den Streitfall.
ForschungBronzezeit
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Die »Tübinger Thesen zur Archäologie«
Bürgerbeteiligung, die Selbstbestimmtheit der archäologischen Fachwissenschaft und das Verhältnis von Forschung und Öffentlichkeit waren die Themen der DGUF-Jahrstagung im Mai 2015. Ein wichtiges Ergebnis der Diskussionen auf der Tagung waren die »Tübinger Thesen zur Archäologie«. Diane Scherzler und Frank Siegmund stellen die Thesen in diesem Beitrag vor.
Archäologie & GesellschaftArchäologie als BerufPolitik
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