Aktuelles aus der Archäologie

Nachrichten

Prähistorischer Klimawandel lenkte wiederholt menschliche Bevölkerungsbewegungen durch Arabien

Nefud Wüste, Saudi-Arabien

Neuen Forschungsergebnisse belegen, dass Nordarabien eine wichtige Migrationsroute und ein Knotenpunkt für die frühen Menschen war. Wie die Entdeckung archäologischer Stätten an Überresten alter Seen in der Nefud-Wüste in Saudi-Arabien zeigt, gab es in dieser heute äußerst trockenen Region immer wieder Perioden verstärkter Regenfälle, die die Region in Grasland verwandelte und Seen und Wasserläufe entstehen ließen. Ein internationales Forschungsteam fand heraus, dass sich frühe Menschen während jeder Phase des »Grünen Arabiens« in der Region ausbreiteten und jeweils eine andere Art von materieller Kultur mitbrachten.

Pferde in eurasischer Steppe

Hirtenvölker legten bereits in der Bronzezeit weite Strecken durch die eurasische Steppe zurück - vermutlich dank ihres Milchkonsums

Vor mehr als 5.000 Jahren breiteten sich die Jamnaja, die zu den ersten Hirtenvölkern der eurasischen Steppe zählen, in Richtung der ponto-kaspischen Steppe aus. Das führte zu einem Genfluss über weite Strecken, der schließlich die Hirtenvölker in Skandinavien mit Gruppen in Sibirien verknüpfte. Bislang war unklar, wie es den Menschen während der Bronzezeit gelang, solche enormen Distanzen zurückzulegen. Eine neue Studie liefert nun einen entscheidenden Hinweis. Nach bisherigen Erkenntnissen korrelierten die Migrationsströme mit einem Wandel in der Ernährungsweise: dem Konsum von Milchprodukten.

Aus aller Welt
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Frühbronzezeitliches Goldspiralröllchen

Neues Ausgrabungsprojekt des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart unter Beteiligung von Freiwilligen

Vor knapp einem Jahr wurde bei Ausgrabungen im Hinterland des Kirchbergs von Ammerbuch-Reusten das Grab einer jungen Frau aus der Frühen Bronzezeit freigelegt. Einzige Grabbeigabe war ein kleiner Goldring, der als bislang ältestes Goldartefakt Südwestdeutschlands identifiziert werden konnte. Die Erhaltung des Skeletts war aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Ackergeländes stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun sollen die restlichen archäologischen Befunde dokumentiert werden, bevor sie vollends dem Pflug zum Opfer fallen.

Ausgrabungen
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aDNA-Probennahme

Gegenwärtig werden weltweit mehr als zehn Prozent aller Ehen zwischen Cousins und Cousinen ersten oder zweiten Grades geschlossen. Während diese Ehen in einigen Gesellschaften nicht ungewöhnlich sind, wird in anderen davon abgeraten. In einer neuen Studie untersuchten Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of Chicago nun, wie verbreitet eine so nahe Verwandtschaft beider Elternteile bei unseren Vorfahren war.

Forschung
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Mittelalterliches Massengrab in Lübeck

Eine Genvariante, die im Zusammenhang mit mittelalterlichen Paratyphus-Ausbrüchen steht, erhöht heute das Risiko für Entzündungserkrankungen.

Paratyphus ist eine Infektionskrankheit mit hohem Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit, zuweilen auch Durchfall, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Sie ähnelt dem besser bekannten Typhus, wird jedoch durch einen anderen bakteriellen Erreger ausgelöst. Während Paratyphus in Deutschland und Europa heute sehr selten geworden sind, kommt es in Asien weiterhin gelegentlich zu Paratyphus-Epidemien, vor allem nach Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Im Mittelalter hingegen verursachte der Paratyphus in Europa Epidemien mit hohen Opferzahlen.

Genetik
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Kurz notiert

Bislang unbekannter mythologischer Text der Antike entdeckt

Einer Wissenschaftlerin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist dieser spektakuläre Fund gelungen

Funde dieser Art geschehen äußerst selten: Im Katharinenkloster im Sinai hat eine Forscherin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften einen bisher unbekannten Text aus der Zeit Homers entdeckt. Erhalten sind nur noch Fragmente auf zwei Blättern. Doch daraus lässt sich ein poetischer Text rekonstruieren, der von der Kindheit des Gottes Dionysos erzählt.

An ihrem Besuchstag im archäo:labor erfahren die Jungen und Mädchen der Klassenstufen 5 bis 7 auch, wie Archäologinnen und Archäologen herausfinden, was die Menschen in der Jungsteinzeit gegessen haben
Schulklassen erhalten Einblicke in das Leben in der Jungsteinzeit
Am Montag, 13. September, eröffnete das archäo:labor der Kieler Forschungswerkstatt. Bei Grabungen und Experimenten entdecken Schulklassen der Stufen fünf bis sieben hier künftig, wie die Menschen in der Jungsteinzeit in Schleswig-Holstein gelebt haben, woraus ihre Nahrung bestand oder wie ihre Häuser aussahen. Das Schülerlaborangebot ist eine Zusammenarbeit des Exzellenzclusters ROOTS (Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Kieler Forschungswerkstatt. Weiterlesen
| Aus aller Welt
Lochenstein
Die Aussicht vom Lochenstein genoss man schon in der Bronzezeit
Der Lochenstein bei Balingen war ab dem zweiten Jahrtausend vor Christus bis in die Römerzeit besiedelt. Dies untermauern neue Funde einer Grabung, die Archäologen der Universität Tübingen Anfang September abgeschlossen haben. Die Wissenschaftler knüpften an eine Ausgrabung und Forschungsarbeiten an, die vor fast 100 Jahren stattgefunden hatten. Ziel war es, die Besiedlungsgeschichte des Berges mit modernen Methoden zu untersuchen – nach den Forschungen des Landesamts für Denkmalpflege aus dem Jahr 1923 reicht diese bis in die Jungsteinzeit zurück. Weiterlesen
| Ausgrabungen
Das Mainzer Domareal um 800
Landesmuseum Mainz eröffnet digitales Forschungslabor
Am Montag wurde im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) das erste hybride Forschungslabor eröffnet. Besucherinnen und Besucher können künftig die historische Stadtentwicklung am Beispiel der Städte Mainz, Worms und Speyer in den Zeitphasen um 800 und um 1250 n. Chr. auf unterschiedliche Weise nacherleben. Für die Zeitreise in die Vergangenheit stehen unter anderem digitale 3D-Rekonstruktionen, analoge 3D-Modelle der Städte und interaktive Touchscreens zur Verfügung. Weiterlesen
| 3D
Blick in das Heiligtum von Olympia
Neues RGZM-Projekt erforscht Kultpraxis in Olympia
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Römisch-Germanische Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM), um das Phänomen fragmentierter Weihgaben aus Bronze im Heiligtum von Olympia zu erforschen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt erfolgt in Kooperation mit der Abteilung Athen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und startet am 1. Januar 2022. Weiterlesen
| Forschung
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01.07.2021 - 30.09.2021   Berlin
Sardinien. Insel der Megalithen

Zum ersten Mal steht die antike megalithische Kultur Sardiniens im Fokus eines europaweiten Ausstellungsprojekts. Die heute zu Italien [...] mehr

Ein Reichtum an Farben, Ornamenten, prächtigen Malereien und verzierten Fußböden, getaucht in ein architektonisch bewusst gelenktes [...] mehr