Aktuelles aus der Archäologie

Nachrichten

Silex-Messer aus Ötzis Ausrüstung

Forschungsprojekt »Silex« belegt weitreichende Handelsbeziehungen in der Kupferzeit

Ein Mann auf der Flucht, der nicht nur mit Gegnern, sondern auch mit knappen Feuersteinressourcen zu kämpfen hat: so könnte man Ötzis Situation kurz vor dem Tod umschreiben. Ein Forscherteam um die Südtiroler Archäologin Ursula Wierer untersuchte die Feuersteinwerkzeuge der berühmten Gletschermumie in einem breit angelegten, interdisziplinären Forschungsprojekt. Die in PLOS ONE publizierten Ergebnisse zeigen Ötzis Umgang mit seiner persönlichen Silex-Ausrüstung und erlauben weitere Einblicke in die erstaunlich weitreichenden Handelsbeziehungen einer kupferzeitlichen Sippe im südlichen Alpenraum auf dem Gebiet des heutigen Südtirol. Auch die noch nicht gelöste Frage, was an Ötzis letzten Lebenstagen passierte, erfuhr neue Ergänzungen.

Svante Pääbo mit Schädel

Den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft erhält Svante Pääbo. Er wird ausgezeichnet für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Paläogenetik, als deren Begründer er gilt. Zu Pääbos bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbrüchen zählt die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms. Seine Arbeiten haben unser Verständnis der Evolutionsgeschichte der modernen Menschen revolutioniert. Denn sie trugen wesentlich zu der Erkenntnis bei, dass Neandertaler und andere ausgestorbene menschliche Gruppen einen Beitrag zur Abstammung der heutigen Menschen geleistet haben.

Personalia
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Ikone

Neues DFG-Graduiertenkolleg »Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption«

Die Bedeutung von Byzanz für die europäische Kulturgeschichte war enorm – was allerdings in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt ist. Dabei lässt sich die Geschichte des gesamten euromediterranen Raumes kaum verstehen, wenn Byzanz nicht berücksichtig wird. Diese Feststellung ist der Ausgangspunkt eines neuen Forschungsvorhabens an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit knapp 3,8 Millionen Euro gefördert wird.

Forschung
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Analyse antiker Zahn-DNA

Hallstatt wird seit der Bronzezeit als Salzquelle auch zum Pökeln von Fleisch geschätzt. Knochen- und Zahnfunde belegen eine gut funktionierende Fleischindustrie vor allem mit Schweinen. Was für einen genetischen Ursprung die verarbeiteten Tiere hatten, können Erbgutreste in den Fundstücken verraten. Forschenden der Vetmeduni Vienna und des Naturhistorischen Museums Wien gelang es mit einer speziell entwickelten Methode die prähistorischen DNA-Spurenelemente zu extrahieren und zu analysieren.

Funde & Befunde
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Doppelbestattung der beiden Pestopfer in der Samara-Region im heutigen Russland

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena hat zwei 3800 Jahre alte Yersinia pestis-Genome rekonstruiert, die auf eine bronzezeitliche Entstehung der Beulenpest hindeuten. Der jetzt identifizierte Stamm wurde in zwei Skeletten aus einer Doppelbestattung in der Region Samara im heutigen Russland entdeckt. Er ist der bislang älteste bekannte Stamm, der die Gene aufweist, die für die Beulenpest als charakteristisch gelten. Und er ist Vorfahre der heutigen Stämme, welche die Justinianische Pest, den Schwarzen Tod und die Pestepidemien des 19. Jahrhunderts in China auslösten.

Forschung
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Kurz notiert

Baugrubenprofil, in dem noch Reste der als Unterbau dienenden Balken und der darauf ruhenden Mauer zu sehen sind

Kürzlich wurde von einer Baustelle im Zentrum von Stetten im Remstal (Rems-Murr-Kreis) der Fund von mehreren großen Hölzern gemeldet. Da sie zahlreiche Ausarbeitungen für zimmermannsmäßige Holzverbindungen zeigten, mussten sie zu einem bislang unbekannten Gebäude gehören. Dies wurde dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart gemeldet. Bei einem Ortstermin zeigte sich, dass es sich um massive Bauhölzer handelte.

Die sichergestellten Funde
Unterschlagung eines bedeutenden Schatzfundes

LKA-Kunstexperten ermitteln

Im Sommer 2017 sollen zwei Beschuldigte - ein 22- und ein 28-jähriger Militaria-Sammler aus dem Ostalbkreis - während eines Sondenganges auf der Suche nach Militaria-Utensilien und Munition zufällig annähernd 10.000 Silbermünzen aus dem Mittelalter entdeckt und dann den Fund untereinander aufgeteilt haben. Erst Monate nach der Bergung meldete einer der Schatzsucher den Fund beim Landesamt für Denkmalpflege. Bei einer Überprüfung stellten deren Mitarbeiter das ungewöhnlich umfangreiche Fundmaterial fest. Aufgrund dessen informierte das Landesamt für Denkmalpflege das Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Weiterlesen
| Denkmalschutz
Ausgrabung am Glauberg
Archäologen zurück am Glauberg
Die Ausgrabungen am Fuße des Glaubergs erbrachten im vergangenen Jahr spannende Ergebnisse. »Gleichzeitig ergaben sich für uns auch einige neue Fragen zur Wall-Graben-Anlage und einem Frauengrab, das völlig unerwartet ans Tageslicht kam«, erläutert Dr. Axel Posluschny, Leiter des Forschungszentrums der Keltenwelt am Glauberg. Seit zwei Wochen graben die Archäologen wieder unweit des rekonstruierten Großgrabhügels. Weiterlesen
| Ausgrabungen
Burg Scharzfels (3D-Rekonstruktion)
Burg Scharzfels erwacht zu neuem Leben
Im Rahmen eines Projektes wurde die Burg Scharzfels bei Bad Lauterberg im Harz digital rekonstruiert und ihre Geschichte interaktiv erlebbar umgesetzt. Das fotorealistische Modell der Burganlage, das ihren Zustand um 1700 zeigt, ist am Computer, auf dem Smartphone oder Tablet, mittels Virtual-Reality-Brille und in einem zehnminütigen Dokumentarfilm zu erkunden und mit vielen audiovisuellen Informationen zur Anlage versehen. Weiterlesen
| Rekonstruktion
AGATE-Forschungsinformationssystem
Forschungsinformationssystem AGATE geht online
Der reiche Wissensschatz geisteswissenschaftlicher Forschungsthemen und Fragestellungen, der in den Wissenschaftsakademien erarbeitet wird, ist nun ebenso wie die dazugehörigen Methoden und Forschungswerkzeuge erstmals einheitlich klassifiziert und über das gemeinsame Forschungsinformationssystem der Akademienunion "AGATE - A European Science Academies Gateway for the Humanities and Social Sciences“ online recherchierbar. Weiterlesen
| Forschung
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Die Region Köln/Bonn bildet einen der größten und traditionsreichsten Archäologiestandorte Deutschlands, mit dreizehn Instituten und [...] mehr

Vortrag von Dr. Dagmar Stutzinger im Rahmen der Ausstellung »Zum Wohle der Stadt?« – Frankfurter Kulturpolitik des 20. Jahrhunderts im Spiegel [...] mehr

Das Leipziger Land gilt in der Forschung weit über Sachsen hinaus als ein Zentrum der Kultur der Jungsteinzeit. Vor etwa 7.500 Jahren ließen [...] mehr