Aktuelles aus der Archäologie

Nachrichten

Aktuelle archäologische Untersuchungen in Pömmelte – Neue Erkenntnisse zum Leben am Ringheiligtum

Glockenbecherzeitliche Hausgrundrisse

Großangelegte archäologische Ausgrabungen der Jahre 2018 bis 2022 konnten mit insgesamt knapp 140 untersuchten Hausgrundrissen eindrucksvoll belegen, wie die Menschen des 3. Jahrtausends vor Christus am Ringheiligtum Pömmelte lebten. Verschiedenste naturwissenschaftliche Methoden ermöglichen es nun sogar zu rekonstruieren, was die Menschen dort aßen und tranken. Die aktuelle Ausgrabung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt vor Ort hilft nun dabei, das Bild weiter zu vervollständigen und die Ritual- und Siedlungslandschaft des 3. Jahrtausends vor Christus in Gänze zu erfassen.

Rekonstruktion der Brücke von Cornaux/Les Sauges von P. Roeschli

Knochen, Schädel und Balken in einem Flussbett – was war hier passiert? Wer waren diese Menschen? Und was war ihnen zugestossen? Diese Fragen werden seit 1965 kontrovers diskutiert: Damals entdeckte man während Bauarbeiten am Zihlkanal rund zwanzig Skelette bei den Überresten der keltischen Brücke von Cornaux/Les Sauges. Heute sind Forschende aus den Bereichen Archäologie, Anthropologie, Thanatologie, Biochemie und Genetik erneut in den Fall aus dem Drei-Seen-Land eingetaucht.

Funde & Befunde
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Moderne Nachbildung einer römischen Sandale, genannt Caligae, mit genagelter Schuhsohle

Ein archäologischer Fund im oberbayerischen Oberstimm, der besonders während der Fußball-Europameisterschaft Assoziationen weckt: Bei Ausgrabungen kamen Spuren einer zivilen Siedlung rund um ein römisches Hilfstruppenkastell aus der Zeit zwischen 60 und 130 nach Christus ans Licht. Das Archäologen-Team stieß, wie sich erst später herausstellte, auf eine Seltenheit: Reste einer Schuhsohle mit gut erhaltenen Nägeln.

Ausgrabungen
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Tempel von Kukulcán in Chichén Itzá

Nach dem Zusammenbruch des klassischen Maya-Reichs stieg Chichén Itzá zur Macht auf und gehörte fortan zu den größten und einflussreichsten Städten der alten Maya. Seine politischen Verbindungen und sein rituelles Leben waren bisher jedoch kaum erforscht. In einer aktuellen Studie berichtet ein internationales Forschungsteam über rituelle Menschenopfer in Chichén Itzá, die sich ausschließlich auf männliche Kinder konzentrierten. Enge verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den geopferten Jungen, darunter zwei eineiigen Zwillingspaaren, deuten auf eine Verbindung zum Schöpfungsmythos der Maya hin. Ein Vergleich der Genome von damaligen mit heutigen Maya belegte zudem die genetischen Auswirkungen von Epidemien aus der Kolonialzeit auf die heutigen Einwohner der Region.

Genetik
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Geomagnetische Messung im Wattenmeer

Eine achttägige Forschungskampagne erbringt neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte des nordfriesischen Wattenmeers. Im historischen, bei der Sturmflut von 1362 zerstörten Verwaltungsbezirk Edomsharde, zu dem auch der später mythologisch überhöhte Ort Rungholt gehörte, konnte ein interdisziplinäres Forschungsteam Spuren von 19 bislang unbekannten mittelalterlichen Warften nachweisen.

Kulturerbe
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Kurz notiert

Europäischer Archäologiepreis Joseph Déchelette fördert zum fünften Mal exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs

v.l.n.r.: Yves Nicolin, Bürgermeister von Roanne, Vincent Guichard, Generaldirektor BIBRACTE EPCC, Carole Quatrelivre, Preisträgerin des J. Déchelette-Preises, Jean-Jacques Banchet, Beigeordneter für Kultur et al.

Für ihre herausragende Doktorarbeit ist Dr. Carole Quatrelivre am 15. Juni 2024 mit dem "Prix européen d'archéologie Joseph Déchelette" im Musée des Beaux Arts et d'Archeologie Joseph Déchelette in Roanne (Frankreich) ausgezeichnet worden. Neben dem Fördergeld von 10.000 Euro steht der Preisträgerin die wissenschaftliche Infrastruktur mehrerer europäischer Partnerinstitutionen zur Verfügung. Als Mitbegründer des Preises bietet das Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt am Standort Mainz und beteiligt sich mit 2.000 Euro am Fördergeld.

Der Stiftungsrat hat SPK-Präsident Hermann Parzinger ermächtigt, 25 Objekte aus der Antikensammlung im Alten Museum an Italien zurückzugeben
SPK gibt antike Vasen an Italien zurück und erhält langfristige Leihgaben
Der Stiftungsrat hat SPK-Präsident Hermann Parzinger ermächtigt, 25 Objekte aus der Antikensammlung im Alten Museum an Italien zurückzugeben. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnete am 13.6.2024 in Anwesenheit von Kulturstaatsministerin Claudia Roth gemeinsam mit dem italienischen Kulturminister Gennaro Sangiuliano im Rahmen einer Zeremonie, die von Botschafter Armando Varricchio in der italienischen Botschaft ausgerichtet wurde. Bei der freiwilligen Rückgabe handelt es sich um einen Komplex von 21 apulischen Vasen sowie um vier weitere Einzelobjekte. In allen Fällen geht die SPK heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Stücke aus Raubgrabungen stammen. Weiterlesen
| Kulturerbe
Wolfgang Haak
Biologische und soziale Strukturen menschlicher Gesellschaften erforschen
Wolfgang Haak, Leiter der Forschungsgruppe Molekulare Anthropologie in der Abteilung für Archäogenetik am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, erhält einen ERC Advanced Grant. Weiterlesen
| Forschung
Per Video in die Vorgeschichte

Die neue Mediathek des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale)

In den vergangenen drei Jahren hat das Landesmuseum Halle sein Filmangebot deutlich erweitert. Mehr als 210 unterhaltsame und informative Videos stellen die Dauerausstellung und die Sammlung des Landesmuseums sowie bedeutende archäologische Fundorte und Funde in Sachsen-Anhalt vor. Für dieses umfangreiche Filmprogramm wurde die Mediathek auf der Homepage des Museums komplett neu gestaltet. Weiterlesen
| Museen & Ausstellungen
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung in Jerevan
Kooperationsverträge mit archäologischen Institutionen in Armenien schaffen neue Wege in der Erforschung des Kaukasus
Kooperationsverträge mit archäologischen Institutionen in Armenien schaffen neue Wege in der Erforschung des Kaukasus. Weiterlesen
| Aus aller Welt
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21.01.2024 - 23.06.2024   Zug
High Tech Römer

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Das weltberühmte Ischtar-Tor aus Babylon, aber auch auf den ersten Blick unscheinbare Objekte wie eine zerbrochene Tontafel oder [...] mehr