Gräber und Siedlungsspuren aus Jungsteinzeit und Bronzezeit

MBZ-Bestattung

Bilanz der archäologischen Ausgrabungen im Kalksteintagebau Förderstedt

Im Vorfeld der Erweiterung des Kalksteintagebaus Förderstedt durch die CIECH Soda Deutschland GmbH & Co. KG führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) auch in diesem Jahr archäologische Ausgrabungen bei Förderstedt durch. Bei den seit Mitte Juni laufenden Grabungen erfasste das fünfköpfige Grabungsteam auf einer Fläche von insgesamt etwa 15.000 Quadratmetern rund 100 Befunde, die insbesondere aus der ausgehenden Jungsteinzeit (ungefähr 2800 bis 2050 vor Christus) sowie der Mittelbronzezeit (ungefähr 1550 bis 1250 vor Christus) stammen.

Restaurierte Platte aus dem Schulterbereich

In Kalkriese am Ort der Varusschlacht haben die Archäologen einen herausragenden Fund gemacht: einen römischen Schienenpanzer aus augusteischer Zeit. Diese aus mehreren Metallplatten zusammengesetzte Rüstung schützte über Jahrhunderte die Oberkörper der römischen Legionäre. "Er ist bislang der älteste und der einzig erhaltene römische Schienenpanzer. Dieser Fund liefert uns gänzlich neue Einblicke in die römische Rüstungstechnik.", erklärt Prof. Dr. Salvatore Ortisi von der Ludwig-Maximilians-Universität München und derzeit noch kommissarischer Leiter der Wissenschaftsabteilung am Museum und Park Kalkriese.

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Rekonstruktion der Weinpresse von Tell el-Burak

Wein hatte im Mittelmeergebiet schon in der Eisenzeit eine große Bedeutung. Insbesondere durch die Phönizier, die Bewohner der östlichen Mittelmeerküste, wurde das Getränk beliebt und über ihre Handelswege verbreitet. Nun wurde bei Ausgrabungen durch ein Forschungsteam der Universität Tübingen im phönizischen Tell el-Burak die erste eisenzeitliche Weinpresse auf dem Gebiet des heutigen Libanon entdeckt – bislang waren keine Anlagen zur Herstellung von Wein in dieser Region bekannt.

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Forschende untersuchen den Alathar-See, der in einer Senke zwischen zwei Sanddünen in der westlichen Nefud-Wüste in Saudi-Arabien liegt

Unter Verwendung hochauflösender paläoökologischer Informationen, die aus versteinerten Fußabdrücken gewonnen wurden, präsentiert eine neue, in der Zeitschrift Science Advances, veröffentlichte Studie ca. 120.000 Jahre alte menschliche und tierische Fußabdrücke, die in einem prähistorischen Seebett in Nordarabien entdeckt wurden. Die Funde stellen den frühesten Nachweis von Menschen in diesem Teil der Welt dar und zeigen, dass Wanderbewegungen von Menschen und Tieren und die landschaftliche Nutzung eng miteinander verbunden waren.

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Bronzezeitlicher Grabhügel bei Schönebeck

Die Sakrallandschaft aus der Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um die beiden Ringheiligtümer an der Elbe ist wesentlich älter als bisher angenommen. Der erste monumentale, trapezförmige Grabbau südöstlich des Ringheiligtums Pömmelte datiert in die Baalberger Kultur – und somit in einen Zeitraum von 4.000 bis 3.400 vor Christus. Auch eine weitere Körperbestattung konnte dieser archäologischen Kultur zugeordnet werden. Bislang galten Bestattungen und ein Grabengeviert der älteren Schnurkeramischen Kultur (ab ungefähr 2.800 vor Christus) als älteste Belegungsphase des Areals.

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Blick entlang der Längsseite eines Mustatil-Baus

Neue archäologische Forschungen in Saudi-Arabien dokumentieren Hunderte von Bauwerken aus Stein, die als monumentale Stätten interpretiert werden, an denen frühe Viehzüchter Rituale durchführten. In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift The Holocene veröffentlicht wurde, stellen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft in Jena zusammen mit saudischen und internationalen Kollaborationspartnern die erste detaillierte Studie über "Mustatil"-Steinbauten in der arabischen Wüste vor.

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Grabungsarbeiten

Seit Juli 2020 graben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) an der Pfarrkirche St. Walburga in Meschede (Hochsauerlandkreis). Bisher konnten sie komplexe Baustrukturen aus verschiedenen Jahrhunderten, Gräber und Hinweise auf einen größeren Brand dokumentieren. Die archäologischen Untersuchungen wurden im Zuge der geplanten Sanierung des Pfarr- und Jugendheims nötig.

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Grabungsleiter Dr. Martin Grünewald und Grabungstechniker Daniel Gansera vom LVR-ABR diskutieren die Verfüllung des römischen Brunnens

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat am Rande des Tagebaus Hambach bei Kerpen-Manheim im Rhein-Erft-Kreis erneut einen römischen Brunnen mit bemerkenswerten Funden freigelegt. Im Inneren des wahrscheinlich vom 2./3. bis in das 5. Jahrhundert genutzten Brunnens konnte das Team des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) Teile einer Jupitersäule freilegen, die Darstellungen von mehreren römischen Gottheiten zeigen.

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Bronzezeitliche Grababdeckung

Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) legten bei Ausgrabungen im Bereich der geplanten Erweiterung des Mammendorfer Hartsteintagebaus Zeugnisse der mehrtausendjährigen Besiedlungsgeschichte der Bördelandschaft frei. Auf einer ca. 2 ha großen Fläche konnte das Grabungsteam zahlreiche Befunde dokumentieren, die vom Neolithikum bis zur vorrömischen Eisenzeit datieren. Besonderes Interesse der Archäologen weckte eine bronzezeitliche Doppelbestattung, die mit großen Steinen abgedeckt war - darunter sechs Mahlsteine und ein tonnenschwerer Menhir.

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3D-Modell eines Teils des Johannesstollens

Schacht Silberkrone: Bergleute stoßen auf unerwartet gut erhaltenen, mittelalterlichen Stollen

Bei der Sanierung des Schachts Silberkrone am Brauhausberg in Clausthal-Zellerfeld sind die Mitarbeiter der beauftragten Fachfirma BST Mansfeld auf den Johannesstollen getroffen. "Das war zwar nicht völlig unerwartet, aber dass er noch in so einem guten Zustand ist, ist eine tolle Entdeckung", sagt Thomas Finkeldey, der beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zuständig ist für Gefahrenabwehr.

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Doppelbestattung aus dem frühen Mittelalter

Archäologische Grabungen im Zuge des Donauausbaus bringen 600 Befunde ans Licht

Im Zuge von Grabungsmaßnahmen sind Archäologen im Polder Sulzbach an der Donau in Niederbayern auf eine große Dichte an archäologischen Funden aus unterschiedlichen Epochen gestoßen. Seit Beginn der Arbeiten im März dieses Jahres wurden etwa 600 Befunde aufgedeckt. Ihr Erhaltungszustand ist oft außergewöhnlich gut. Die Befunde reichen von Bestattungen über Gruben mit Alltagsgegenständen wie Kämmen, Keramik, Werkzeugen und Waffen bis zu baulichen Überresten von Siedlungen.

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