Neue Hinweise auf soziale Organisation früher Gesellschaften

Doris Mischka

Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben neue Hinweise darauf gefunden, wie große Siedlungen in der Urgeschichte organisiert waren. Im Zentrum steht ein besonderer Gebäudetyp: sogenannte Megastrukturen. Grabungen in Rumänien zeigen, dass dieser Bautyp auch in kleineren Siedlungen vertreten ist. Damit liefern die Megastrukturen neue Erkenntnisse darüber, wie Gemeinschaften mit tausenden Menschen ohne erkennbare Hierarchien funktionieren konnten.

Funde aus KZ-Außenlager Genthin

Nahe Genthin finden sich Belege für verschiedene Formen von Zwangsarbeit und Internierungslagern im Kontext der Munitionsproduktion während des Zweiten Weltkriegs. Um die Silva-Metallwerke herum entstand hier ab 1940 eine ganze Lagerlandschaft, in der 1945 mehrere tausend Personen, darunter vor allem Frauen, unter schlimmsten Bedingungen interniert waren und in der Fabrik zu Arbeiten in der Munitionsproduktion gezwungen wurden. Im Rahmen einer Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt konnten im März 2026 an vier Barackenstandorten Einblicke in die Baustruktur der Lagerareale gewonnen und zahlreiche Spuren des Häftlingslebens gesichert werden.

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Gesamtaufnahme der Ausgrabung

Archäologen untersuchen bis Mai 2026 das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager »Mangold« in Leipzig – letzte Chance, Spuren der Geschichte zu sichern.

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Vorgelagerter Spitzgraben im Profil

Im Vorfeld einer grossen Wohnüberbauung in Windisch führt die Kantonsarchäologie seit Mitte August 2025 eine Rettungsgrabung durch. Die Überreste zeugen vom frühesten Truppenlager in Vindonissa und dessen Befestigungssystem. Unter den zahlreichen Funden ist auch eine Seltenheit zu verzeichnen: ein verkohltes römisches Brot.

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Biberknochen und Feuersteinartefakt

Im Vorfeld des Baus der Gleichstromverbindung SuedOstLink fanden im Salzlandkreis in enger Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz archäologische Untersuchungen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt statt. Eine bereits 2024 bei Alsleben im Block geborgene Grube aus der frühen Jungsteinzeit gibt nun ihre Geheimnisse preis: Der Befund enthält Überreste von mindestens 12 Bibern, die wohl wegen ihres Pelzes gejagt wurden.

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Detailaufnahme des Kesselfundes

In Schaalby (Kreis Schleswig-Flensburg) wurden mehrere seltene Bronzekessel aus der Römischen Kaiserzeit beziehungsweise der Völkerwanderungszeit (3.–5. Jahrhundert n. Chr.) entdeckt. Vergleichbare Funde sind in Schleswig-Holstein bislang nur ein weiteres Mal belegt. Die Gefäße wurden als Block geborgen und anschließend mittels Computertomographie untersucht, um ihren Kontext und mögliche Inhalte schonend zu analysieren.

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Ausgrabungen im Stadtcasino Basel

279 Bestattungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert wurden im Basler Stadtcasino freigelegt. Ein Forschungsteam der Universität Basel enthüllte nun die sozialen Hintergründe der Toten und identifizierte Pestopfer der letzten großen Welle von 1667/1668.

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Bronzezeitliche Hausgrundrisse in Bad Düben

Bei Bad Düben haben Archäologen einzigartige Siedlungsreste aus der Bronzezeit und Römischen Kaiserzeit entdeckt. Die exzellent erhaltenen Hausgrundrisse und ungewöhnlichen Funde wie eine rasselnde Tonkugel gewähren seltene Einblicke in das Leben vor 3.000 Jahren.

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Drohnenaufnahme der Grabungsfläche

Im Zug der Erweiterung eines Kieswerks in Ottendorf-Okrilla (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) fanden in enger Abstimmung mit dem Investor seit August letzten Jahres archäologische Ausgrabungen statt, die nun kurz vor ihrem Ende stehen. Ein siebenköpfiges Team hat unter der Leitung von Dr. des. Matthias Conrad eine Fläche von insgesamt 7,2 ha untersuchen können.

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Ausgrabung am Bolongaropalast

Im Zuge der Renovierungsarbeiten am Bolongaropalast in Höchst wurden im anliegenden Palastgarten Ausgrabungen vorgenommen. Dabei stießen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege auf beeindruckende Funde: Unter dem Bolongaropalast liegen die Reste einer einzigartigen römischen Fundstelle, genauer gesagt: das Lager der ersten Römer in Frankfurt am Main.

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Raubgrabungsloch auf dem Burgberg

Zu Jahresbeginn haben Raubgrabungen im Nordosten der Wallanlage auf dem Burgberg bei Iserlohn-Oestrich (Märkischer Kreis) größere Schäden verursacht. Im Bereich einer der Erdwälle war ein großer Graben in Form eines "L" angelegt worden. Das berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

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