Zwischen Pest und Typhus

Spätmittelalterliches Massengrab

Die Hansestadt Lübeck im 14. Jahrhundert

Einem Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist es gelungen, mithilfe der Analyse alter DNA (aDNA) Einblick in die Entwicklung und Geschichte von Epidemien im historischen Lübeck zu gewinnen.

Eine Mitarbeiterin der LWL-Archäologie für Westfalen zieht die Bodenradarantenne

Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben bei Bodenradarmessungen im Bereich der ehemaligen Burg Horstmar unter anderem die Reste eines mächtigen Turms, des Bergfrieds, entdeckt. Die Radardaten zeigen die Grundmauern eines runden Turmes, der offenbar frei im Burghof stand. Mit einem Außendurchmesser von etwa 14 Metern gehörte er zu den größeren Exemplaren solcher Türme, die vom 12. bis zum 15. Jahrhundert zum Kern jeder Burg gehörten.

Ausgrabungen
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Kulturwälder in Guangdong, China

Archäologische Daten verlangen neue Ansätze zum Schutz der Biodiversität

Noch nie waren die negativen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Ökosysteme so offensichtlich wie heute, da die Natur im Belagerungszustand und die biologische Vielfalt zunehmend bedroht ist. Aber sind menschliche Eingriffe in die Natur per se schädlich für die Ökosysteme? Nein, meint ein internationales Forschungsteam und plädiert in einer kürzlich in PNAS veröffentlichten Studie für neue Ansätze zum Schutz von Biodiversität und Artenvielfalt.

Archäologie & Gesellschaft
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Frühalphabetische Inschrift auf einer zyprischen Scherbe

Jedes Wort, das wir lesen und schreiben, geht darauf zurück: das Alphabet. Jetzt haben Archäologinnen und Archäologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bei Ausgrabungen in Israel ein wichtiges Beispiel für die Buchstabenfolge aus der Bronzezeit gefunden: Eine beschriftete Keramikscherbe, die das fehlende Bindeglied – den Missing Link – in der Geschichte der Entstehung und Verbreitung des Alphabets zu füllen scheint.

Funde & Befunde
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Höhlengrabung in Spanien

Forschern vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist es erstmalig gelungen, chromosomale DNA von Neandertalern aus Höhlensedimenten zu isolieren und zu analysieren. Benjamin Vernot und Kollegen haben Zellkern-DNA von Neandertalern aus Höhlenablagerungen in Nordspanien und Südsibirien untersucht und konnten feststellen, dass dort vor etwa 100.000 Jahren eine Population durch eine andere ersetzt wurde. Die Untersuchung chromosomaler DNA aus Sedimenten kann Forschern auch an anderen Fundstätten neue Einblicke in die menschliche Vergangenheit geben, ohne dass sie auf den Fund fossiler Knochen und Zähne angewiesen sind.

Genetik
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Wickede-Echthausen. Grabungsarbeiten an den Befunden

Ein Grabungsteam hat im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 3.000 Quadratmeter Fläche auf einem Berghang in Wickede-Echthausen (Kreis Soest) untersucht und wurde fündig: Der erste urgeschichtliche Siedlungsplatz in Wickede, der bisher entdeckt wurde, gibt Einblicke in die Geschichte des Ruhrtals um 500 vor Christus.

Ausgrabungen
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In solchen 3.500 Jahre alten Tongefäßen der Nok-Kultur konnten Spuren von Bienenwachs nachgewiesen werden

Bevor das Zuckerrohr und die Zuckerrübe die Welt eroberten, war Honig weltweit das wichtigste Naturprodukt zum Süßen. Den ältesten direkten Nachweis für die Nutzung von Honig in Afrika haben nun Archäologen der Goethe-Universität Frankfurt/Main in Kooperation mit Chemikern der Universität Bristol erbracht. Sie nutzten dafür die chemischen Nahrungsmittelrückstände in Keramikscherben, die sie in Nigeria gefunden hatten.

Funde & Befunde
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Leinfelden-Echterdingen. Luftbild der nördlichen Grabungsflächen

Nach knapp zehn Monaten konnten die archäologischen Ausgrabungen im Bereich des Baugebiets "Schelmenäcker" in Leinfelden-Echterdingen (Kr. Esslingen) Anfang April planmäßig abgeschlossen werden. Die Rettungsgrabungen waren notwendig geworden, da durch die geplanten Baumaßnahmen das Areal einer ausgedehnten Siedlung der frühen Jungsteinzeit (2. Hälfte des 6. Jahrtausends v. Chr.) berührt wurde. Insgesamt wurden im Zuge der Ausgrabungen etwa 2,5 Hektar Siedlungsfläche untersucht und dabei über 2000 archäologische Strukturen erfasst und dokumentiert.

Ausgrabungen
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Seitenansicht des fast vollständig erhaltenen Schädels von Zlatý kůň.

Forschungsteam datiert fossilen Schädel aus Tschechien anhand von eingekreuzten Neandertalergenen

Aus einem fossilen Frauenschädel, der 1950 am Berg Zlatý kůň (deutsch: Goldenes Pferd) in Tschechien gefunden wurde, hat ein Forschungsteam das bisher älteste bekannte Genom moderner Menschen rekonstruiert. Danach lebte die Frau vor mehr als 45.000 Jahren im Herzen Europas. Sie stammte aus einer später ausgestorbenen Population, die sich herausbildete, noch bevor sich die Vorfahren heutiger Menschen in europäische und asiatische Populationen trennten. Zum Team gehörten Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Institute (MPI) für Menschheitsgeschichte in Jena, für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Tübingen.

Forschung
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Ein Waldbison (Bison bison spp. athabascae) im Ust'-Buotama Bison-Park, zentrale Sakha Republik, Russland

Die Entwicklung der Landwirtschaft wird oftmals als eine Reaktion der Menschheit auf Klimawandel oder Bevölkerungswachstum angesehen. Eine in "Frontiers in Plant Science" veröffentlichte Studie hinterfragt diese Annahme und versucht aufzuzeigen, dass Pflanzen, die sich bereits an eine Umwelt mit großen Pflanzenfressern angepasst hatten, auch in einer stark durch den Menschen beeinflussten Landschaft besser gedeihen konnten.

Forschung
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Ausgrabung Grabhügel Kasachstan

Die häufig als erbitterte Kämpfer zu Pferde bezeichneten Skythen bestanden aus einer Vielzahl von eisenzeitlichen Kulturen, welche zu ihrer Zeit die eurasische Steppe beherrschten. Eine in Science Advances veröffentlichte Studie analysiert die Genomdaten von 111 Individuen aus der zentralasiatischen Steppe zwischen Bronze- und Eisenzeit. Die Ergebnisse der Studie bieten neue Einblicke in die genetischen Ereignisse, die mit der Herkunft, Entwicklung und dem Rückgang der Skythen in Verbindung gebracht werden können.

Aus aller Welt
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