Archäologische Ausgrabungen auf dem Münsterplatz in Aachen

Stadtarchäologe Andreas Schaub und Sven Rachau vom Fachbereich Klima und Umwelt präsentierten die ersten Funde der Grabungen auf dem Münsterplatz

"Das ist wie eine Operation am offenen Herzen", fasste Stadtarchäologe Andreas Schaub die Arbeiten auf dem Münsterplatz direkt neben dem Aachener Dom bei einem Pressetermin am vergangegen Mittwoch, 25.2.2026, zusammen. In den kommenden Wochen werden er und ehrenamtliche Hilfskräfte des Archäologischen Arbeitskreises Aachen (AAA) in Handarbeit mit kleinen Schaufeln und Werkzeugen etwa 1,50 Meter tief graben und Schicht für Schicht Funde aus dem Barock, dem Mittelalter und der römischen Zeit dokumentieren. Die Arbeiten finden in zwei Baumscheiben statt, die im Nachgang mit zwei Linden wieder bepflanzt werden.

Jan Rosbeck (Stadtarchäologe), Rebecca Mehmen (Fachstudentin RUB Bochum) und Martha zur-Schaepers (Grabungsleitung) zeigen einen ausgegrabenen Pferdekopf

Auf einer Wiese an der Technischen Universität Dortmund haben Ausgrabungen die Spuren einer alten Siedlung zutage gebracht. Die Voruntersuchungen für die Arbeiten für eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auf der Wiese begannen Anfang des Jahres und waren Teil einer Auflage der Stadt Dortmund. In den vergangenen 50 Jahren hatte es bereits verschiedene Einzelfunde in der Nähe gegeben, darunter Steinwerkzeuge und Keramikfunde aus dem Neolithikum, der Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Mittelalter. Die Archäologinnen und Archäologen schlossen daher auf eine hohe und langfristige Nutzung des Areals als Siedlungsgebiet.

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Durchbruch Apsis

In den vergangenen Monaten haben die baubegleitenden Ausgrabungen der Stadt Köln im Vorfeld des Baus des unterirdischen Rundgangs des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln (MiQua) große Fortschritte erzielt. Durch die stellenweise sehr tiefe Lage des Rundgangs konnten bei den Arbeiten Baureste freigelegt werden, die im archäologischen Alltag normalerweise nicht erhalten sind, da sie durch spätere Baumaßnahmen zerstört wurden. In diesem besonderen Fall waren die römischen Baureste jedoch bereits früh in römischer Zeit aufgrund ihrer Lage an und unter der ehemaligen Rheinhangkante durch Anschüttungen überdeckt worden.

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Briquetage

In Werl-Westönnen (Kreis Soest) plant die Stadt neue Wohnbebauung. Da den Archäologinnen und Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) von dem Baugebiet bereits zahlreiche Oberflächenfunde bekannt waren, wurden archäologische Grabungen im Vorfeld nötig und förderten seltene Befunde und Funde zutage: Vor etwa 2500 Jahren wurde in Werl Salz produziert, um Christi Geburt bestand hier eine germanische Siedlung, möglicherweise zeitgleich mit der kurzen römischen Besatzung.

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Uferschutzbauwerk des römischen Hafens

Bei Bauarbeiten für den Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums in Köln wurde ein römisches Uferschutzbauwerk entdeckt. Der Fund gibt neue Einblicke in den antiken Hafen, führt aber zu Verzögerungen im Bauablauf.

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Freigelegte Urne aus Keramik

Aktuelle Grabungen in Werne beendet

Bei archäologischen Grabungen in Werne (Kreis Unna) sind neben einem Friedhof etwa 30 Brandgräber und Reste davon entdeckt worden. Fachleute schätzen das Alter der Funde auf knapp 2.000 Jahre. Bereits 2024 war ein Archäologie-Team des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Südring bei früheren Sondierungsgrabungen fündig geworden.

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Erdstall mit Spizgiebel

Im Zuge von Ausgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt bei Reinstedt, Landkreis Harz, konnte im Bereich einer mittelneolitischen Grabanlage ein ganz besonderer Befund dokumentiert werden. In den Trapezgraben der Baalberger Kultur des vierten Jahrtausends vor Christus war im Spätmittelalter ein sogenannter Erdstall eingebracht worden, das heißt ein unterirdisch in den Löss gegrabenes Gangsystem. Die Deutungen von Erdställen erstrecken sich von Verstecken bis hin zu Räumen für kultische Handlungen.

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Plan der neolithischen Siedlung von Eilsleben

Die Siedlung von Eilsleben, Lkr. Börde

1974-1989 fanden bei Eilsleben archäologische Untersuchungen in einer rund 7500 Jahre alten Siedlung der ersten Bauern in Mitteleuropa statt. Die Siedlung ist unter den größten ihrer Zeit und liegt an der nördlichen Peripherie der bandkeramischen Welt. Sie bietet eine einmalige Möglichkeit, die Interaktionen der frühesten einwandernden Bauern mit der wildbeuterischen Vorbevölkerung zu untersuchen. Im Zentrum neuer Ausgrabungen, die seit 2024 als Zusammenarbeit des Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und der Freien Universität Berlin stattfinden, steht zudem die Frage nach einer frühen Befestigung des Siedlungsplatzes.

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Römische Münzen aus dem Marschlager

Aus historischen Quellen sind mehrere Vorstöße römischer Legionen bis an die Elbe bekannt. Bislang fehlten vom Gebiet Sachsen-Anhalts jedoch handfeste Beweise für die überlieferten Feldzüge. Zu erwarten waren insbesondere die hochstandardisierten Marschlager, die das römische Militär täglich nach Erreichen des Marschziels anlegte. Forschungen am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt haben nun erstmals Belege für römische Marschlager erbracht. Es handelt sich um die bislang nordöstlichsten römischen Lager im freien Germanien – eine archäologische Sensation, die wesentlich dem Einsatz ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und moderner Fernerkundungstechnik zu verdanken ist.

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Sedimentbohrung

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Leipzig hat deutliche Hinweise auf ein Massengrab der Pestzeit im Umfeld der mittelalterlichen Dorfwüstung Neuses bei Erfurt entdeckt. Es handelt sich dabei um den ersten durch systematische Suche gefundenen Begräbnisort der Opfer des "Schwarzen Todes" in Europa. Das wissenschaftliche Team hat historische Quellen, geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen miteinander kombiniert, um ein Massengrab zu identifizieren, das den schriftlich überlieferten Pestgruben aus dem 14. Jahrhundert entspricht.

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773.000 Jahre alter Unterkiefer ThI-GH-1

Mithilfe einer hochauflösenden magnetostratigraphischen Analyse, die die Brunhes-Matuyama-Grenze, die letzte große Umkehrung der geomagnetischen Polarität, sowie präzise zeitliche Marker des Quartärs detailliert erfasst, lassen sich die Fossilien sehr genau auf ein Alter von 773.000 ± 4.000 Jahre datieren. In der Studie von einem internationalen Team um Jean-Jacques Hublin werden afrikanische Populationen nahe der Basis der Abstammungslinie beleuchtet, aus der schließlich der Homo sapiens hervorging. Zudem liefert die Studie neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens, Neandertalern und Denisova-Menschen.

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