Menschen können Biodiversität erhöhen

Rabe

Kulturelle Diversität wirkt sich vermutlich insgesamt positiv auf die Biodiversität von Ökosystemen aus. Als ein entscheidender Motor der großen Aussterbeereignisse im "Zeitalter des Menschen" (Anthropozän) kann daher die Homogenisierung von menschlichen Lebensformen angesehen werden.

Siedlungshügel von Hazor

Die Besiedlungsgeschichte der eisenzeitlichen Metropole Hazor in Israel steht im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Oldenburg. Die Forschenden wollen ein Gesamtbild der kulturellen und ethnischen Veränderungen entwerfen, die sich am Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit in der Levante abspielten. Sie untersuchen zudem, wie sich im Verlauf dieses Umbruchs die Identität des Volkes Israel herausbildete.

Ausgrabungen
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Geomagnetik auf Amrum

Messkampagne von ROOTS, Uni Kiel und LEIZA auf Amrum erbringt vielversprechende Hinweise für weitere Untersuchungen

Sandstrand, Dünen und die Lage zwischen Nordsee und Wattenmeer locken jedes Jahr hunderttausende Touristen auf die nordfriesische Insel Amrum. Genau diese Umweltbedingungen, die heute eine wichtige Einkommensquelle für die Inselgemeinschaft sind, stellten die Menschen in früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden vor existentielle Herausforderungen: Der Boden ist relativ unfruchtbar, der Wind weht zusätzlich Sand auf die Äcker und Sturmfluten bedrohen die Küsten.

Forschung
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Atmungspore in Eierschale aus Tashbulak

Neue Beweise aus Zentralasien

In einer neuen Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, präsentiert ein internationales Team von Forschenden die frühesten eindeutigen archäologischen und biomolekularen Beweise für die Aufzucht von Hühnern zur Eierproduktion, basierend auf Material von zwölf archäologischen Fundstätten aus eineinhalb Jahrtausenden. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das domestizierte Huhn – das Haushuhn, welches heute weltweit ein Grundnahrungsmittel ist, nicht so alt ist wie bisher angenommen.

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Schöninger Speere

Bei archäologischen Ausgrabungen im Braunkohletagebau Schöningen sorgte ab 1994 die Entdeckung der ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit für internationales Aufsehen. Speere und ein Wurfholz lagen zwischen Tierknochen in ehemaligen Seeuferablagerung etwa zehn Meter unter der Geländeoberfläche. In den Folgejahren lieferten umfangreiche Ausgrabungen nach und nach zahlreiche Hölzer aus der Schicht einer ausgehenden Warmzeit vor 300.000 Jahren. Der Befund sprach für einen Jagdplatz am Seeufer. Nun hat ein interdisziplinäres Forschungsteam des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) und der Universitäten Göttingen und Reading (Großbritannien) erstmals alle Hölzer untersucht. Dabei brachten modernste bildgebende Verfahren wie 3D-Mikroskopie und Mikro-CT-Scanner überraschende Ergebnisse hervor.

Forschung
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Kraftwirkungen beim Fressen (schematische Darstellung)

Ob Mensch oder Saurier: Im Schädel der meisten Landwirbeltiere klafft im Schläfenbereich ein Loch, im Falle der meisten Reptilien sogar zwei. Seit 150 Jahren suchen Wissenschaftler nach Erklärungen für diese Schädelformen. Ein Forscherteam der Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum zeigt nun in einer Studie: Je nachdem wie und wo im Maul Nahrung festgehalten, zerbissen und zerkaut wird, ändern sich die Kräfte, die auf einen Schädel wirken – und führen im Laufe der Jahrmillionen zur Bildung von Knochenverbindungen oder eben Öffnungen. Durch diese Erkenntnis kann die Lebensweise ausgestorbener Tiere besser rekonstruiert werden.

Forschung
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Der ausgemalte Korridor in der Mastaba des Seneb-nebef

Das neu entdeckte, reich verzierte Mastaba-Grab stammt aus der späten 5. oder frühen 6. Dynastie (ca. 2300 v. Chr.) und umfasst sieben Grabschächte und eine Kultkammer. Trotz teils massiver Zerstörungen sind zahlreiche der seltenen Bilder erhalten. Das Grab ist Teil der weitläufigen Pyramidennekropole in Dahschur, südlich von Saqqara, der seit 2002 vom DAI Kairo erforscht wird.

Ausgrabungen
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Blick über das aktuelle Grabungsareal in Werne

Archäologinnen und Archäologen haben im Bellingholz in Werne (Kreis Unna) mehrere mittelalterliche Hofstellen sowie Gräber aus der Eisenzeit gefunden. Eine Voruntersuchung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte im Januar 2023 bereits Siedlungsspuren aus dem Frühmittelalter erbracht. Wie sich nun zeigt, befanden sich auf dem Gelände im Mittelalter mehrere Hofstellen, deren Parzellen durch Gräben voneinander getrennt waren. Üblicherweise bildete ein Wohnhaus den Mittelpunkt des Hofs, hinzu kamen mehrere Nebengebäude wie Scheunen, eingetiefte Wirtschaftsgebäude, sogenannte Grubenhäuser) und oft auch noch ein Brunnen.

Ausgrabungen
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Neue Forschungsarbeiten, die unter der Leitung der SFU durchgeführt wurden, datieren die menschliche Besiedlung von Curaçao auf den Zeitraum von vor 5735 - 5600 Jahren

Neue Forschungsarbeiten unter der Leitung der Simon Fraser University (SFU) und dem National Archaeological Anthropological Memory Management (NAAM Foundation) auf Curaçao erweitern die früheste bekannte menschliche Besiedlung von Curaçao um Jahrhunderte und fügen dem Puzzle der vorkolumbianischen Geschichte der Karibik weitere Teile hinzu.

Ausgrabungen
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Vorhandensein der PNPLA3 rs738409-Genvariante bei modernen und archaischen Menschen, wobei die großen Menschenaffen die ursprüngliche Variante, den Wildtyp tragen

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universitätskliniken Würzburg (UKW) und Homburg (UKS) und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig ermöglicht wichtige neue Einblicke in die evolutionären Grundlagen menschlicher Stoffwechselerkrankungen. Die relevanteste Genvariante, die für Fettlebererkrankungen verantwortlich ist, stammt aus der Zeit vor der Abspaltung vom Neandertaler. In alten Genomen dieser archaischen Menschen lag die Häufigkeit der Variante des PNPLA3-Gens bei 100 Prozent, möglicherweise aufgrund von Vorteilen bei der Kälteanpassung.

Forschung
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Neolithische Bestattung Mann und Rinder

Seit dem Jahr 2023 untersuchen Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt auf dem Eulenberg bei Magdeburg große Flächen im Vorfeld der Ansiedlung des US-Chipherstellers Intel. Aufgedeckt wurde nun eine komplexe jungsteinzeitliche Begräbnislandschaft. Zwei etwa 6.000 Jahre alte monumentale und ehemals überhügelte Totenhütten, die jeweils mehrere Bestattungen enthielten, lagen in 200 m Entfernung zueinander. Die Landschaft blieb für die vorgeschichtlichen Menschen offenbar wichtig. Rund 1.000 Jahre später wurde der dazwischen liegende Korridor als Prozessionsweg genutzt, an dem Rinder niedergelegt und auch Menschen bestattet wurden.

Ausgrabungen
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