LWL-Archäologen bergen mittelalterliches Schiffswrack

Die erste Planke des Bootes aus dem Hochmittelalter ist an Land

Im Sommer 2019 stieß ein Tauch-Team bei Lippetal (Kreis Soest) auf ein mittelalterliches Bootswrack. Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beginnen nun mit der Bergung. Gemeinsam mit Experten für Unterwasserarchäologie wollen sie so einer Zerstörung des für die Region einmaligen Fundes zuvorzukommen. Nach einer aufwendigen Restaurierung soll das Boot der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Hortfund von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als die älteste konkrete astronomische Darstellung der Welt. Lange Zeit war sich die Fachwelt einig, dass der Fund der Bronzezeit zugeordnet werden kann. Zwei deutsche Prähistoriker behaupteten in diesem Jahr, dass die Scheibe aus der Eisenzeit stamme und lösten damit eine Kontroverse aus. Nun ist in der von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Fachzeitschrift »Archaeologia Austriaca« eine Erwiderung erschienen - die Autoren bekräftigen die Datierung der Himmelsscheibe in die Bronzezeit.

Funde & Befunde
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Überblick über die Grabungsfläche

Das Pfarrhaus der Gemeinde St. Martin an der Neuhäuser Kirchstraße soll einem Neubau weichen. Dies bietet Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erstmals die Gelegenheit, einen Blick in den historischen Kern des Paderborner Stadtteils Schloss Neuhaus zu werfen. Die Arbeiten sind noch im Gange, es konnten bisher Spuren der Besiedlung des Ortes in den ersten Jahrhunderten nach Christi sowie Gebäudereste aus Mittelalter und früher Neuzeit entdeckt werden.

Ausgrabungen
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Landschaft nahe der Siedlung Nizhnyaya Sooru im oberen Karakol-Flusstal, Republik Altai, Russland

Das Rise of Altai Mountain Pastoralism Project (RAMPP) untersucht die rätselhafte Afanasievo-Kultur sowie die Ausbreitung von Molkerei und Viehzucht in der Altai-Region. Zur Untersuchung der ältesten Viehzüchtergesellschaften in Mittelasien erhielt Dr. Taylor Hermes aus der Abteilung für Archäogenetik des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Fördermittel der National Geographic Society und der Wenner-Gren-Stiftung in Höhe von 50.000 $.

Forschung
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Ansicht der Anlage von Barbegal im Jahr 2018

Einzigartige Konstruktion der Wassermühlen von Barbegal

Die Wassermühlen von Barbegal in Südfrankreich sind ein einmaliger Komplex aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. Die Konstruktion aus 16 Wasserrädern gilt, soweit bisher bekannt, als der erste Versuch in Europa, einen Maschinenkomplex in industriellem Maßstab zu errichten. Die Anlage wurde erstellt, als sich das Römische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht befand. Aber über die technologischen Fortschritte, besonders auf dem Gebiet der Hydraulik, und die Verbreitung der Kenntnisse zu dieser Zeit ist wenig bekannt. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Cees Passchier von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat nun neue Erkenntnisse über die Konstruktion und das Prinzip der Wasserzufuhr der Mühlen von Barbegal erlangt.

Forschung
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Ein bereits restauriertes Säulenkapitell zeigt die florale Verzierung in Farbe

Deutsch-ägyptisches Forschungsprojekt legt Originalfarben rund 2.000 Jahre alter Inschriften frei

Über 200 Jahre nach der Wiederentdeckung eines ägyptischen Tempels hat ein deutsch-ägyptisches Forschungsteam die Originalfarben rund 2.000 Jahre alter Inschriften freigelegt: Von dicken Schichten aus Ruß und Schmutz befreit, sind Reliefszenen und Inschriften nun wieder in bunten Farben zu bestaunen. Das von dem Ägyptologen Professor Christian Leitz geleitete Projekt stieß zudem auf neue Inschriften, die unter anderem erstmals die Namen altägyptischer Sternbilder offenbaren. Die Restaurationsarbeiten finden in einer Kooperation des Instituts für die Kulturen des Alten Orients (IANES) an der Universität Tübingen und des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer statt.

Denkmalschutz
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Blick auf die ehemalige Klosterkirche St. Walburga von Süden

LWL-Archäologen bremsen eigenen Forschergeist

Die Ausgrabungen der Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Damenstift St. Walburga in Meschede (Hochsauerlandkreis) haben die Erwartungen übertroffen. Die bislang freigelegten Überreste der ehemaligen Klostergebäude sollen aber nicht weiter ausgegraben werden, sondern zum Schutz des Bodendenkmals weitgehend unangetastet unter der Erde bleiben.

Ausgrabungen
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Das aus der Verfüllung der Latrine geborgene Skelett eines jungen Berberaffen

Die Mitarbeitenden der Archäologischen Bodenforschung machten beim Bau des neuen Kunstmuseum-Parkings einen sensationellen Fund. In einer mittelalterlichen Latrine lag das Skelett eines männlichen Berberaffens. Er wurde im 15. Jahrhundert wahrscheinlich von einem prominenten Basler als Heimtier gehalten. Aus dem Mittelalter kennt man in Europa bislang nur wenige Fundstellen von Affenknochen.

Ausgrabungen
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Geneigter Hirschstein vor Dutzenden von kleinen Steinhügeln, den Gräbern rituell geopferter Pferde an der bronzezeitlichen Monumentalstätte Ikh Tsagaanii Am, Provinz Bayankhongor, Zentralmongolei

In einer neuen Studie, die am 5. November in der Fachzeitschrift Cell erschien, geht ein internationales Forschungsteam der Frage nach, welche genetischen, soziopolitischen und kulturellen Veränderungen die Entstehung der eurasischen Steppenreiche begleiteten. Das Team analysierte genomweite Daten von 214 osteurasischen Individuen aus sechs Jahrtausenden und diskutiert den Bevölkerungswandel und den Wandel der materiellen Kultur, die dem Aufstieg der Nomadenreiche der Xiongnu und Mongolen vorausgingen.

Forschung
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Milchzahn eines Neandertalers

Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab

Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten. Ein internationales Forscherteam hat nun vier Milchzähne auf die Elemente Strontium und Calcium hin untersucht, die auch noch nach 70.000 Jahren zuverlässig Auskunft über die Ernährung der Kinder geben. Das Ergebnis: Die Mütter begannen, wie heute üblich, ihre Kinder nach fünf bis sechs Monaten abzustillen. Das Stillverhalten und die damit zusammenhängenden Geburtsintervalle spielten also keine Rolle für das Aussterben der Neanderthaler.

Funde & Befunde
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Trocknungsprozeß eines Holzartefaktes

Einen neuen Weg zur Konservierung von Schiffswracks und anderen Nassholzfunden, die nach der Bergung aufgrund des Kontakts mit dem Luftsauerstoff zu verfallen beginnen, haben Forscher des Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble (Frankreich) und der Universität von L’Aquila (Italien) gefunden. Mit Hilfe von im Wasser erzeugten Nanopartikeln können sie die einsetzende Übersäuerung des Holzes unterbinden und so Stabilität und Erscheinungsbild der seltenen Funde bewahren.

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