Vermehrte Interaktionen zwischen jungsteinzeitlichen Einwanderern und Jäger-Sammlern in Westeuropa

Befundzeichnung: Grab von Pendimoun F2

Hoher Anteil von Jäger-Sammler-Genen im Erbgut früher französischer Bauern

Anhand archäogenetischer Daten für die Zeit des Übergangs von der Mittel- zur Jungsteinzeit vor rund 7500 Jahren in Westeuropa, ist es einem deutsch-französischen Forschungsteam gelungen, einen für Europa ungewöhnlich hohen Grad an Variabilität genetischer Vermischung zwischen neolithischen Frühbauern und regional ansässigen Jäger- und Sammlergruppen nachzuweisen.

Freilegung neolithischer Keramik

In den vergangenen Monaten haben Archäologen das Areal eines geplanten Neubaus im Paderborner Gewerbegebiet Saatental unter Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) untersucht. Dabei gab der Boden im Paderborner Westen viele Funde aus der Jungsteinzeit bis zur römischen Kaiserzeit frei.

Ausgrabungen
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Keramikfunde aus Arslantepe, die Keramikfunden aus Mesopotamien ähnlich sind

Archäogenetische Analysen an prähistorischen Menschen aus Anatolien, der nördlichen Levante und des Südkaukasus beleuchten die Bevölkerungsdynamik von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit. Durch die Analyse der Genome von 110 Menschen, die zwischen 7.500 bis 3.000 Jahren vor unserer Zeit in dieser Region lebten, wirft die Studie ein neues Licht auf menschliche Mobilität und die Verbreitung von Ideen und materieller Kultur vor und während der Entstehung einiger der frühesten Staaten der Welt.

Forschung
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Kindergrab

Bedeutende Entdeckung bei archäologischen Ausgrabungen im Botanischen Garten

Bei Ausgrabungen im Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) erwartete die Archäologen eine Sensation. In der Nordwest-Ecke des Grabungsschnittes tauchten unter Abbruchschichten des 16. Jhs. einzelne Steine eines Fundamentes auf, die sich schließlich bis zur südlichen Seitenapsis und der Hauptapsis eines großen Kirchenbaus verfolgen ließen. Sie können zweifelsfrei als die letzten verbliebenen Spuren der Kirche des Klosters Neuwerk identifiziert werden, deren Lage bislang näher an der Saale vermutet worden war.

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Attische Keramikkiste mit Miniaturimitationen von Getreidespeichern

Die Entstehung der griechischen Stadtstaaten, die Erfindung des griechischen Alphabets, die griechische Kolonisation und das Zeitalter Homers – sie alle könnten 50 bis 150 Jahre früher zu datieren sein. Das legt ein Befund von Archäologen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nahe.

Datierung
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Megiddo

Die Menschen, die in dem als Südlevante bekannten Gebiet – welches das heutige Israel, Jordanien, Libanon und Teile Syriens umfasst – um 3.500 bis 1.150 v. Chr. während der Bronzezeit lebten, werden in alten biblischen Texten als die Kanaaniter bezeichnet. Jetzt haben Forscher*innen um Ron Pinhasi vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien neue Einblicke in die Geschichte der Kanaaniter gewonnen, die auf einer genomweiten Analyse der antiken DNA beruhen, die von 73 Personen gesammelt wurde. Ihre Erkenntnis: Die Kanaaniter waren nicht nur kulturell, sondern auch genetisch ähnlich.

Forschung
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Freigelegter Obelisk

LWL-Archäologen entdecken Obelisken auf Warsteiner Friedhof

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben am vergangenen Mittwoch (27. Mai) oberhalb des Langenbachtals bei Warstein (Kreis Soest) einen Obelisken wiederentdeckt. Die Steinsäule wurde 1945 auf Veranlassung der Sowjetunion zum Gedenken an 71 Opfer der Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten im nahen Langenbachtal auf dem ehemaligen Friedhofsareal »Melkeplätzchen« aufgestellt. Der Obelisk war offenbar nach der Umbettung der Toten auf einen Kriegsgefangenenfriedhof des Ersten Weltkriegs bei Meschede im Jahr 1964 absichtlich beseitigt worden.

Ausgrabungen
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Grabungen im Innenraum des Kapellenberg im August 2019

Seit über zehn Jahren erforschen Archäologen das Gebiet des Kapellenbergs bei Hofheim am Taunus und vollziehen anhand ihrer Funde dessen Besiedelungsgeschichte nach. Bereits vor 6000 Jahren lebten hier ca. 900 Menschen. Nun eröffnet sich eine neue Perspektive: Ein erst kürzlich bestimmter Grabhügel und zwei Steinbeile, die dort bereits im 19. Jahrhundert geborgen wurden, fügen der Forschung zur jungsteinzeitlichen Höhensiedlung ein neues Kapitel hinzu. Die Kombination neuester Erkenntnisse mit Daten aus der Fundgeschichte ermöglicht den Archäologen eine genauere Einordung in die Besiedlungsgeschichte Mitteleuropas. Dabei weisen Verbindungen auch nach Frankreich.

Ausgrabungen
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Neandertaler-Progesteron

Die Neandertaler-Variante des Progesteron-Rezeptors wirkt sich günstig auf die Fruchtbarkeit aus

Eine von drei Frauen in Europa hat den Rezeptor für Progesteron von Neandertalern geerbt - eine Genvariante, die mit erhöhter Fruchtbarkeit, weniger Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft und weniger Fehlgeburten in Verbindung steht. Dies geht aus einer Studie hervor, die von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Karolinska Institutet in Schweden veröffentlicht wurde.

Genetik
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Die Grabungsfläche mit Blick nach Westen, auf der rechten Seite ist die Lage des Wohnhauses anhand der 9 Pfosten zu erkennen

In einem Neubaugebiet südlich von Bad Wünnenberg (Kreis Paderborn) entdeckten Archäologen unter Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die bisher älteste Siedlung der Region. Zwei über 2.000 Jahre alte Hofstellen geben erstmals Einblicke in die Lebensweise der ersten Siedler in den damals eher abgelegenen Flusstälern der Afte.

Ausgrabungen
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Ausgrabung am Fundort Stätte Ust'-Kyakhta-3 am rechten Ufer des Selenga-Flusses in der Nähe des Dorfes Ust-Kyakhta

Neu sequenzierte Genome prähistorischer Jäger und Sammler aus der Baikalregion zeigen genetische Verbindung zu den ersten Amerikanern

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena hat mit Hilfe alter Genome von Menschen, prähistorischer Krankheitserreger und Stabil-Isotopen-Analysen die Bevölkerungsgeschichte der Baikalregion rekonstruiert und dabei die bisher älteste Verbindung zwischen den Einwohnern Sibiriens und den Indianern Nord- und Südamerikas entdeckt. Die in der Fachzeitschrift Cell publizierte Studie belegt auch die menschliche Mobilität und Konnektivität der Bewohner Eurasiens in der frühen Bronzezeit.

Forschung
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