(Frühe) Neuzeit

Geköpft, gerädert, gehenkt:
Ursprünglich ein bronzezeitlicher Grabhügel, diente der Galgenberg in Bad Belzig ab der Frühen Neuzeit als Richtstätte zur Vollstreckung von Todesurteilen und als Bestattungsplatz für Selbstmörder und andere Verstorbene, denen eine Beisetzung auf dem christlichen Friedhof verwehrt blieb. Welche Aussagen archäologische Untersuchungen an Orten wie diesem ermöglichen, zeigt Marita Genesis in diesem Bericht über die 2018 durchgeführten Ausgrabungen.
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Römische Bogenmonumente in Kork
Wer im 18. Jahrhundert den Anspruch hatte, ein Kulturmensch zu sein, umgab sich mit antiken Objekten oder wenigstens deren Abbildern. Diese damals in adeligen und gebildeten Kreisen verbreitete Melange aus Fernweh nach südlichen Gefilden, einem erwachten Interesse an der Kultur der Alten und einem dezidiertem Bildungsanspruch fand eine Ausdrucksform in detailgetreuen Korkmodellen antiker Bauten. Philipp Baas erinnert an eine fast vergessene Form der Antikenverehrung.
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Die Elgin Marbles: Geraubt oder in Sicherheit gebracht?
War Lord Elgin ein Dieb oder ein Denkmalschützer? Diese Frage stellt Jens Fischer in seinem Artikel zu den sog. Elgin Marbles und zeigt dabei anhand der Geschichte dieses Bauschmucks vom Parthenon, dass die Frage so eindeutig nicht zu beantworten ist.
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Die Wiederentdeckung der Vesuvstädte
Kurz nach dem Beginn der »planmäßigen« Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum lösen die Funde und freigelegten Malereien im Europa des 18. Jahrhunderts eine Antikenbegeisterung aus. Pompeji wurde, so Konstanze Eckert, schnell zum »Touristenzentrum« und prägend für Kunst und Kunsthandwerk der damaligen Zeit.
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Erhängt und sorgsam bestattet
Was bleibt aus archäologischer Sicht von einer mittelalterlichen und neuzeitlichen Richtstätte übrig? Mit dieser Frage beschäftigt sich Marita Genesis in ihrer Dissertation und berichtet von der diesjährigen Ausgrabung des Richtplatzes von Alkersleben in Thüringen.
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Wirkungsgeschichte und Rolle des Mythos Varusschlacht in der europäischen und deutschen Geschichte seit dem 15. Jh.
Klaus Kösters geht der wechselhaften Wirkungsgeschichte des »Mythos Varusschlacht« nach und zeigt auf, welche Rolle er seit der Wiederentdeckung des historischen Ereignisses im Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts in der deutschen und der europäischen Geschichte gespielt hat. Dieser Mythos ist eng verknüpft mit dem Bild, das man sich in Deutschland von den germanischen Vorfahren machte.
WissenschaftsgeschichteNeuzeitGesellschaftKonflikte & Krisen
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Nachrichten

Blick von oben auf das Grabungsareal, gesehen von Süden

LWL-Archäologie untersucht Baugrund in der Nähe der Stadtmauer

Derzeit untersuchen Archäologen unter Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ein Grundstück nahe der mittelalterlichen Stadtmauer Paderborns. Die Bauarbeiten zum Neubau beginnen bald, zuvor haben die Experten Besiedlungsreste aus dem hohen Mittelalter und der frühen Neuzeit freilegt und dokumentiert. Nach ersten Erkenntnissen waren hier im 17. Jahrhundert Handwerker ansässig.

Ausgrabungen
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Teltower Münzhort

Beim Aushub der Baugrube für ein Mehrfamilienhaus in der Potsdamer Straße in Teltow zerschlug die Baggerschaufel ein Gefäß und einige Münzen fielen in den Sand. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht zu ahnen, dass in dem Gefäß über 400 Münzen verborgen waren. Der mit einem Boden eines weiteren Gefäßes abgedeckte 15 cm hohe Topf ist typisch für das 16. und das 17. Jahrhundert. Das Grundstück grenzte in dieser Zeit mit der Längsseite an den Stadtwall.

Funde & Befunde
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Bei der deutschen Inschrift des Obelisken ist der Begriff "Ermordet" vor dem Vergraben bereits beschädigt worden

LWL-Archäologen und Historiker rekonstruieren Schicksal der Ermordeten

Wie ein Puzzle setzen Archäologen und Historikerinnen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das Geschehen rund um die NS-Kriegsverbrechen im Langenbachtal bei Warstein (Kreis Soest) zusammen. Neben dem verschütteten Obelisken, der als Mahnmal der sowjetischen Opfer gedenkt, werden aktuell zahlreiche Kleinfunde untersucht und ausgewertet. Zwei hölzerne Tragen, ein Haarzopf und ein Keramikköpfchen geben Aufschluss über das Schicksal der 71 ermordeten, zumeist weiblichen Zwangsarbeiterinnen.

Ausgrabungen
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Freigelegter Obelisk

LWL-Archäologen entdecken Obelisken auf Warsteiner Friedhof

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben am vergangenen Mittwoch (27. Mai) oberhalb des Langenbachtals bei Warstein (Kreis Soest) einen Obelisken wiederentdeckt. Die Steinsäule wurde 1945 auf Veranlassung der Sowjetunion zum Gedenken an 71 Opfer der Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten im nahen Langenbachtal auf dem ehemaligen Friedhofsareal »Melkeplätzchen« aufgestellt. Der Obelisk war offenbar nach der Umbettung der Toten auf einen Kriegsgefangenenfriedhof des Ersten Weltkriegs bei Meschede im Jahr 1964 absichtlich beseitigt worden.

Ausgrabungen
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Überblick über die Grabungsfläche bei Allensbach am Bodensee

Bei archäologischen Voruntersuchungen einer Straßenbaumaßnahme wurden bei Allensbach im Landkreis Konstanz die Reste eines Galgens entdeckt. Mit modernen Methoden untersuchte Hinrichtungsstätten sind bislang in Baden-Württemberg sehr selten, daher kommt der Ausgrabung eine hohe wissenschaftliche und überregionale Bedeutung zu.

Ausgrabungen
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Schädel afrikanischstammiger Männer aus Mexiko-Stadt

Durch die gewaltsame Verschleppung von Afrikanern in die Neue Welt haben die Europäer offenbar auch Infektionskrankheiten nach Amerika gebracht

Drei Skelette aus einem Massengrab in Mexiko-Stadt aus dem 16. Jahrhundert verdeutlichen die Rolle des transatlantischen Sklavenhandels bei der Einführung und Verbreitung von Krankheitserreger auf den amerikanischen Kontinent. Forschende aus Deutschland und Mexiko kombinierten Skelettbefunde mit Daten aus Genomuntersuchungen und Isotopenanalysen, um die Lebensgeschichte dreier afrikanischer Sklaven zu erforschen und die Auswirkungen der massiven Zwangsmigration zu untersuchen.

Aus aller Welt
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Videos zum Thema

Archäologische Geheimnisse der Burg Querfurt
Die Ausgrabungen im Sommer 2018

Ein kurzer Bericht des MDR zu den archäologischen Ausgrabungen auf Burg Querfurt. Die Untersuchungen dauern noch bis Ende 2018 an, im Juli wurden bei einer Pressekonferenz schon mal die ersten Funde vorgestellt. Wer gerne die Titelmelodie von Indiana Jones anhört, hat in diesem zweiminütigen Bericht Gelegenheit dazu. ;-)

10.08.2018ansehen

Bei Ausgrabungen in Zeitz (Burgenlandkreis) entdeckten Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt einen vor dem 16. Jh. angelegten Abwasserkanal, der mit einer Grabplatte abgedeckt worden war, sowie eine Holzkastenlatrine. Ein Bericht des Regionalsenders BLKregionalTV vom August 2016 (06:29)

24.11.2016ansehen
Podcasts zum Thema
Die Grabung am Salzhausener Josthof
AMH022

Thema der 22. Folge des AMH-Podcasts ist  die Grabung am Salzhausener Josthof, wo der Brand eines historischen Fachwerkhauses Einblicke in die frühe Dorfentwicklung ermöglichte. Bei den Untersuchungen kamen ein Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert, Siedlungsreste aus dem Mittelalter und ein 1.000 Jahre altes Grubenhaus zum Vorschein, berichtet der Kreisarchäologe für den Landkreis Harburg, Dr. Jochen Brandt vom Archäologischen Museum Hamburg. Als Moderatorin führt Kerstin Tolkiehn durch den Podcast.

20.01.2020mehr