Neue Archäologische Informationsstellen in Basel

Die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt hat an der Theater-Passage und der Fasnachtsgasse zwei neue Archäologische Informationsstellen zur Basler Stadtgeschichte eingerichtet. Im Zentrum der Inszenierung steht die Geschichte des Barfüsserklosters, das einst an diesem Ort stand. Ein Bronzemodell des Klosters sowie ein Archaeoskop, ein Fernrohr in die Vergangenheit, ermöglichen spannende Einblick in seine Geschichte.

Das Bronzemodell zeigt den Zustand des Barfüsserklosters um 1350
Das Bronzemodell zeigt den Zustand des Barfüsserklosters um 1350. Im Hintergrund das neu gestaltete Lapidarium des Historischen Museum Basel. (Foto: Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt)

Die 2017 anlässlich der Erneuerung des Musiksaals des Stadtcasino Basel durchgeführten Ausgrabungen stiessen bei der Öffentlichkeit auf sehr grosses Interesse. Im Zusammenhang mit dem Umbau und der Erweiterung erfuhren auch die Theater-Passage und der angrenzende Platz hinter dem Stadtcasino eine Aufwertung. Dazu gehört auch die Einrichtung von zwei neuen Archäologischen Informationsstellen. Nachdem bereits 2020 die Publikation «1000 Jahre Basler Geschichte. Archäologie unter dem Musiksaal des Stadtcasino Basel» erschienen ist, können die Ergebnisse der Grabung nun direkt vor Ort erkundet werden.

Zwischen dem heutigen Barfüsserplatz und dem Steinenberg errichtete um 1250 der Bettelorden der Franziskaner – die auch Barfüsser genannt wurden – die Barfüsserkirche und das dazugehörige Kloster. Für die neue Informationsstelle «BASEL, 1254–1843 n. CHR.: BARFÜSSERKLOSTER» wurde ein Bronzemodell der Kirche und des Klosters hergestellt. Es macht auch sehbehinderten und blinden Menschen das ursprüngliche Aussehen der Anlage erfahrbar. Ein neben dem Bronzemodell installiertes Archaeoskop ermöglicht einen Blick in die Vergangenheit. Impressionen von den Ausgrabungen sowie historische Abbildungen und neu erstellte Rekonstruktionen lassen die Geschichte des Barfüsserklosters sowie die nachreformatorische Nutzung des Kreuzgartens als Friedhof und als «Irrenanstalt» in Bildern aufleben.

Im Mittelpunkt der zweiten Archäologischen Informationsstelle steht die erste Basler Stadtmauer, die Bischof Burkhard in den Jahren um 1070/80 bauen liess. Seit den 1970er Jahren dokumentiert die Archäologische Bodenforschung im Umfeld der Barfüsserkirche immer wieder Mauerreste dieser Stadtbefestigung. Nach heutigen Erkenntnissen dürfte es sich beim Mauerstumpf, der sich bei der Theater-Passage befindet und aus aktuellem Anlass saniert wurde, um den Rest eines Wehrturms handeln. Weitere Reste der Burkhardschen Stadtmauer können am Kohlenberg (Lohnhof-Eckturm) und am Leonhardsgraben im Gast- und Kulturhaus Teufelhof besichtigt werden. Der Rundgang zu den mittelalterlichen Stadtmauern wird mit der neuen Archäologischen Informationsstelle «BASEL, 1080–1843 n. Chr.: MITTELALTERLICHE STADTMAUERN AM STEINENBERG» um eine Station erweitert.

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