Was Keramikscherben über den Wandel von Gesellschaften erzählen

Gesellschaftliche Dynamiken können sich in der Entwicklung von Keramikstilen abzeichnen: Die Diversität von Verzierungen und Formen ist an den Wandel gesellschaftlicher Komplexität gekoppelt. (Copyright: LEIZA / Michael Ober)

Gesellschaftliche Entwicklungen verlaufen nicht gradlinig – auch nicht im Europa der Jungsteinzeit vor etwa 8.000 bis 4.000 Jahren. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, haben zwei Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (NASU) und des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) näher untersucht. Für ihre Analysen entwickelten sie ein mathematisches Modell, das Zusammenhänge zwischen der Größe einer Bevölkerung, ihrer Produktionsleistung und dem Austausch von Informationen aufzeigt. Die Ergebnisse zeigen: Zeitreihen von Keramikfunden können wertvolle Informationen zu sozialen Dynamiken liefern.

Mesolithischer Pfahl aus dem Arendsee

Bereits seit mehreren Jahren führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt im Arendsee im Norden Sachsen-Anhalts unterwasserarchäologische Untersuchungen durch. In diesem Jahr gelang den Forschern eine sensationelle Entdeckung: gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer, die von mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern bearbeitet wurden. Ob es sich um Reste von Wohnbauten oder um gänzlich neue, bisher unbekannte Holzkonstruktionen handelt, ist Gegenstand der laufenden Forschungen.

Funde & Befunde
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Visualisierung des römischen Claudivium

Ein inter­dis­zi­pli­näres Forschungs­team mit Betei­li­gung der Univer­sität Inns­bruck hat bei St. Panta­leon-Erla in Nieder­ös­ter­reich die Über­reste einer bislang unbe­kannten römi­schen Stadt entdeckt. Es könnte sich dabei um die Sied­lung Clau­di­vium handeln, die wohl 180 n. Chr. aufge­lassen wurde.

Ausgrabungen
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Hockergrab von Leipzig Möckern

In Leipzig Möckern entsteht ein neuer Grundschulkomplex. Im Vorfeld der geplanten Baumaßnahme untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen die mehr als 5.000 qm große Fläche. Ein fünfköpfiges Archäologie-Team ist unter der Leitung von Thomas Lukas seit Juli und noch bis Mitte Oktober vor Ort. Unterstützt wird es von einer Praktikantin und einem FSJ-Teilnehmenden.

Ausgrabungen
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Reste eines eisenzeitlichen Hauses mit Keramikgefäßen

Überreste von mehr als 30 Häusern aus der Zeit 800 bis 500 vor Christus gefunden - wichtige Zeugnisse der frühen Eisenzeit im Alpenraum

Die Baustelle für die Errichtung einer neuen Einfahrt nach Antholz und Olang hat sich in den vergangenen Monaten als außergewöhnlicher Blick in die frühe Geschichte Südtirols erwiesen: Seit Februar laufen am Galgenbichl in Niederrasen archäologische Grabungen. Nun stehen die Arbeiten kurz vor dem Abschluss.

Ausgrabungen
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Spätrömische Fibel aus dem vicus von Kapersburg

Seit 2024 untersucht die hessenARCHÄOLOGIE gemeinsam mit dem provinzialrömischen Seminar der Universität Frankfurt das Lagerdorf – den sogenannten Vicus – des Römerkastells Kapersburg im östlichen Taunus. Nur wenige Zentimeter unter dem Waldboden liegt hier die Geschichte der römischen Präsenz an der Grenze des Imperiums verborgen.

Ausgrabungen
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Warmluftheizungen des 14. Jahrhunderts

Erste Ergebnisse der diesjährigen Grabungskampagne auf dem Posaer Berg bei Zeitz

Seit 2017 erbringen die archäologischen Untersuchungen des Posaer Berges wichtige neue Erkenntnisse zum ehemaligen Benediktinerkloster Posa sowie zu dessen ottonenzeitlicher Vorgängeranlage. Auch in diesem Jahr finden wieder Forschungsgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt und des Vereins zur Förderung der Archäologie und der historischen Forschung Zeitz e. V. statt. Der Fokus der diesjährigen Untersuchung liegt auf der bedeutenden frühmittelalterlichen Burganlage des 9. und 10. Jahrhunderts.

Ausgrabungen
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Funde aus dem Prunkgrab von Albisheim

Kulturstaatssekretär Dr. Denis Alt stellte erste Forschungsergebnisse zu einem außergewöhnlichen Fund aus der späten Bronzezeit vor.

Mehr als 3.000 Jahre lag ein besonders reich ausgestattetes Grab bei Albisheim im Erdreich verborgen. Im Zuge der Erschließung eines Neubaugebietes im Alzeyer Hügelland wurde es in den Jahren 2023 bis 2025 bei archäologischen Untersuchungen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Landesarchäologie, Außenstelle Speyer, entdeckt. Auf der Grabungsfläche wurden insgesamt mehr als 850 Befunde unterschiedlicher Zeitstellungen freigelegt.

Funde & Befunde
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Römische Münzen aus dem Münzschatz von Wesseling

Größter hadrianischer Münzhort Deutschlands bei Wesseling entdeckt

Auf einem Acker bei Wesseling entdeckte ein Sondengänger bei einer genehmigten Suche mehrere römische Silbermünzen. Das sofort verständigte LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) konnte bei nachfolgenden Ausgrabungen über 900 römische Denare sicherstellen. Es handelt sich dabei um den größten Münzschatz aus der Zeit des Kaisers Hadrian in Deutschland. Mit insgesamt 3,1 Kilogramm Silber stellt der Hortfund ein beträchtliches Vermögen dar, das wohl im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts n. Chr. absichtlich vergraben wurde. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung ist der Fund auch aufgrund des umsichtigen Verhaltens des Finders hervorzuheben. Der Münzschatz wird nun erstmalig im LVR-Landesmuseum Bonn gezeigt.

Funde & Befunde
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Blick in die Warmluftheizung mit Steinpackung

Beim Umbau der Liegenschaft Petersgraben 52 in Basel (Schweiz) konnte die Archäologische Bodenforschung im Innenhof der ehemaligen Gewerbeschule Mauern und Mörtelböden des mittelalterlichen Klosters Gnadental ausgraben. Unter einem der Böden befand sich eine aussergewöhnlich gut erhaltene Warmluftheizung, die einst vermutlich den Speiseraum (Refektorium) des Frauenklosters beheizte. Aufgrund ihrer nahezu vollständigen Erhaltung ist sie schweizweit einzigartig und zählt auch im europäischen Vergleich zu den bedeutendsten bekannten Beispielen dieses Heizungstyps.

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Messbild der geomagnetischen Untersuchung in Opovo

Studie revidiert bisherige Vorstellungen von einer 6.800 Jahre alten Siedlung de in der heutigen Vojvodina

Südosteuropa und der Balkan sind für das Verständnis der europäischen Jungsteinzeit eine zentrale Region. Viele neue Lebens- und Wirtschaftsformen, die bis heute unser Leben prägen, traten dort erstmals in Europa auf und verbreiteten sich später weiter über den gesamten Kontinent. Die nach dem Fundplatz Vinča im heutigen Serbien benannte archäologische Kultur markiert einen späten Abschnitt der Jungsteinzeit in der Region. Vor mehr als 6.500 Jahren lebten Menschen dort erstmals über längere Zeiträume in großen Siedlungen. Sie unterhielten weitreichende Austauschnetzwerke. Keramik- und Steinbearbeitung zeigen ein umfangreiches Materialwissen sowie ein weites Spektrum an Zierstilen.

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