Frühe Homininen aus Marokko gehören zu einer afrikanischen Abstammungslinie nahe dem Ursprung von Homo sapiens

773.000 Jahre alter Unterkiefer ThI-GH-1

Mithilfe einer hochauflösenden magnetostratigraphischen Analyse, die die Brunhes-Matuyama-Grenze, die letzte große Umkehrung der geomagnetischen Polarität, sowie präzise zeitliche Marker des Quartärs detailliert erfasst, lassen sich die Fossilien sehr genau auf ein Alter von 773.000 ± 4.000 Jahre datieren. In der Studie von einem internationalen Team um Jean-Jacques Hublin werden afrikanische Populationen nahe der Basis der Abstammungslinie beleuchtet, aus der schließlich der Homo sapiens hervorging. Zudem liefert die Studie neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens, Neandertalern und Denisova-Menschen.

Sedimentkern-Probenahme in tropischem See

Lange Zeit glaubten Forschende, dass das Klima der Tropen und Subtropen alle Spuren alten genetischen Materials zerstört. Eine neue Übersichtsarbeit widerlegt nun dieses Dogma. Die Studie zeigt, wie alte Umwelt-DNA in tropischen Sedimenten über Tausende und in manchen Fällen sogar bis zu einer Million Jahre hinweg erhalten bleiben kann. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Methode ein revolutionäres Werkzeug darstellt, um Biodiversitätsverlust und Klimaresilienz, aber auch die Geschichte des Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig plädieren sie eindringlich für enge Kooperationen und den Aufbau von Forschungskapazitäten in tropischen Ländern.

Forschung
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KZ Walbeck, Latrine: Vermessungsarbeiten

Infolge der alliierten Luftangriffe wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Rüstungsbetriebe unter Tage verlagert. Das Lager Walbeck-Weferlingen (Landkreis Börde) kann als exemplarisch für mehrere im Umfeld der Rüstungsverlagerungen errichtete Lager in Sachsen-Anhalt betrachtet werden. Da schriftliche Aufzeichnungen nur einen begrenzten Einblick geben und durch mehrfache Raubgrabungen eine akute Gefährdung gegeben war, wurde durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Verein für Walbecker Geschichte und Heimatpflege e. V. im Oktober 2025 eine Forschungsgrabung im Lagerbereich durchgeführt.

Ausgrabungen
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Panorama: Unterer Zab von Oberstadt

Keramik gehört zu den wichtigsten archäologischen Quellen. Der Herstellungsprozess hat im Vergleich dazu bislang deutlich weniger Beachtung gefunden. Die Ausgrabung einer außergewöhnlich gut erhaltenen Töpferwerkstatt mit zwei Brennöfen im Dinka-Siedlungskomplex eröffnet nun die Möglichkeit, eine gesamte lokale Produktionskette umfassend zu analysieren.

Ausgrabungen
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Arbeit im DNA-Labor

Zum ersten Mal haben Forschende alte Genome der Humanen Beta-Herpesviren 6A und 6B (HHV-6A/B) aus über zwei Jahrtausende alten archäologischen menschlichen Überresten rekonstruiert. Die von der Universität Wien und der Universität Tartu (Estland) geleitete und in Science Advances veröffentlichte Studie bestätigt, dass sich diese Viren seit mindestens der Eisenzeit mit und innerhalb des Menschen entwickelt haben. Die Ergebnisse zeichnen die lange Geschichte der Integration von HHV-6 in menschliche Chromosomen nach und deuten darauf hin, dass HHV-6A diese Fähigkeit früh verloren hat.

Forschung
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Folgen des Ahrhochwassers 2021

Wiederkehrende hochenergetische Flutereignisse sind im Ahrtal nicht die Ausnahme, sondern die Regel – und das in Zeiträumen von Jahrhunderten bis Jahrtausenden. Das zeigt eine gerade in einer Fachzeitschrift veröffentlichte Studie unter Federführung der Universität Leipzig. Die untersuchten Flusssedimente dokumentieren das Sommerhochwasser von 2021 sowie mindestens drei weitere Hochwasserereignisse in den vergangenen 1.500 Jahren, die – gemessen an den sedimentologischen Parametern – eine vergleichbare Stärke aufwiesen.

Forschung
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Karte der Iberischen Halbinsel mit Fundorten von Neandertalern und modernen Menschen

Mithilfe eines eigens entwickelten Simulationsmodells haben Forschende der Universität zu Köln die Dynamiken des Zusammentreffens von Neandertalern und anatomisch modernen Menschen auf der Iberischen Halbinsel während der Altsteinzeit erstmals nachgezeichnet und untersucht.

Forschung
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Glasierter Schallbecher der Trompete aus Dorfen

Vor mehr als 200 Jahren zerbrochen, heute restauriert und in ihre einstige Form gebracht – doch als herkömmliches Musikinstrument wurde die Keramiktrompete wohl nicht genutzt.

Ausgrabungen
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Trichterbecher

Eine philosophisch-archäologische Studie erkundet die Bedeutung eines umstrittenen Begriffs und verknüpft ihn mit gegenwärtigen Debatten.

Forschung
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Mittelalterliche Marktszene

Weihnachtseinkäufe im großen Stil sind keine moderne Erfindung: Schon im Spätmittelalter ließen sich die Menschen in London erschwingliches Spielzeug, Schmuck und festliche Waren in großen Mengen aus dem Ausland liefern – rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Das zeigen neue Forschungsergebnisse der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und des Institute of Historical Research an der School of Advanced Study der University of London. Grundlage sind Londoner Zollregister aus den Jahren 1380 bis 1560, die erstmals systematisch digitalisiert und ausgewertet werden.

Forschung
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Sarkophag Ottos des Großen im Magdeburger Dom

Seit Januar 2025 steht das Grabmal Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom im Mittelpunkt umfangreicher Konservierungsmaßnahmen. Sowohl der Inhalt des in dem Sarkophag angetroffenen Holzsarges als auch der steinerne Kasten selbst werden zur Zeit mit modernsten Methoden untersucht. Ein erstes Zwischenergebnis erbrachte die Analyse der Herkunft des Marmors, aus dem die Deckplatte des Sarkophags, eine wiederverwendete (spät-) antike Marmorplatte, besteht. Untersuchungen ausgewiesener Spezialistinnen und Spezialisten für die Herkunftsbestimmung antiken Marmors in Wien und Bochum kamen zu dem Ergebnis, dass es sich eindeutig um Marmor von der Prokonnesos (heute Marmara-Insel, Türkei) handelt.

Kulturerbe
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