Leibniz-Forschungsmuseen und -Institute evaluiert

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat heute nach Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung von vier Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft Bund und Ländern empfohlen, diese Einrichtungen weiterhin zu fördern. Darunter befindet sich auch das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz (RGZM).

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Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen

Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) in Mainz besitze mit seiner regionen- und epochenübergreifenden interdisziplinären Ausrichtung ein Alleinstellungsmerkmal unter den archäologischen Forschungsmuseen in Deutschland, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme. Die Forschungsleistungen der verschiedenen Arbeitseinheiten seien überwiegend sehr gut, in der Außenstelle Neuwied sogar exzellent. Zudem seien die restauratorischen und konservatorischen Arbeiten der Werkstätten und Laboratorien ausgezeichnet.

Es sei jedoch derzeit keine hinreichende übergreifende Gesamtstrategie erkennbar, die die Aktivitäten in den drei für das Museum wesentlichen Dimensionen (Sammlung, Forschung, Vermittlung) kohärent zusammenführe. Darüber hinaus sei die Modernisierung der Dauerausstellung im Haupthaus in Mainz überfällig. Schon lange werde sie öffentlich kaum noch wahrgenommen. Neue Überlegungen dazu habe das RZGM in Erwartung eines Neubaus zurückgestellt. Es sei versäumt worden, alternative Strategien für die Übergangsphase zu entwickeln.

Auch die Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz müsse verbessert werden. Insbesondere müssten unverzüglich gemeinsame Professuren mit der Universität nach einem für Leibniz-Einrichtungen üblichen Modell geschaffen werden. Ein erster Schritt zu einer vertieften Kooperation sei der 2011 gemeinsam gegründete "WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident". Dieser müsse nun aber durch gemeinsame Forschungsarbeiten weiter mit Leben gefüllt werden.

Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des RGZM fortzusetzen. Wesentlich sei es, die vielfältigen Aktivitäten erheblich besser als bisher zu integrieren und die notwendigen strategischen Entscheidungen zu treffen. Bereits in drei Jahren solle erneut bewertet werden, ob die Umsetzung der Empfehlungen und Hinweise gelungen sei.

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