Keltische Grablegung - virtuell erlebbar

Die Besucher blicken in der Kunsthalle Schirn gespannt auf den Boden:

Vor ihnen öffnet sich das Hügelgrab mit dem Leichnam eines Keltenfürsten, der vor zirka 2500 Jahren am Glauberg in der Wetterau beigesetzt wurde.

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Sein Körper ist in Tuch gehüllt, der Goldschmuck an Hals, Finger und Ohr ist aufwendig gearbeitet. Grabbeigaben wie eine bronzene Schnabelkanne, Fibeln, Pfeil und Bogen, Lanzen und das Schild sinken - wie von unsichtbarer Hand bewegt - nacheinander in die Grabkammer herab. Der hölzerne Deckel schließt sich, zuletzt bedecken eine Lage Steine und eine mächtige Erdschicht das Grab.

Diese fesselnde Szene ist eine Computeranimation, die von der Decke des Schauraumes auf den Boden projiziert wird. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt haben für die Ausstellung "Das Rätsel der Kelten vom Glauberg. Glaube - Mythos - Wirklichkeit" Teile des einzigartigen Grabfundes am Rechner maßstabsgetreu und in fotorealistischer Qualität nachgebildet und in bewegte Bilder umgesetzt.

Vom 24. Mai bis zum 1. September 2002 können die Besucher der europaweit einmaligen Schau in Frankfurt die Objekte, die Archäologen 1994 am Glauberg - 25 km nördlich von Hanau - fanden, erstmals im Original betrachten. Die sensationellen Stücke aus dem Hügelgrab werden zusammen mit zirka 160 keltischen Fundkomplexen aus rund 60 europäischen Museen gezeigt. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausstellung sind die Computeranimationen des Fraunhofer IGD. In den Vitrinen ausgewählter Exponate der Glauberger Fürstengräber befinden sich Displays, zu sehen sind hier Detailaufnahmen der jeweiligen Fundstücke. "Die Besucher können sich so beispielsweise den kleinen Fingerring, den Halsschmuck oder die Schnabelkanne von allen Seiten betrachten und auch die feinziselierten Ornamente und andere Details in Vergrößerung anzeigen lassen," erläutert Bernd Lutz, der Leiter des Projektes am Fraunhofer IGD.

 

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie in unserem Kalender.

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