Erster "Wikipedian in Residence" im DAI

Seit heute ist erstmals ein aktiver Wikipedia-Autor als Schnittstelle zwischen einer deutschen wissenschaftlichen Einrichtung und der freien Online-Enzyklopädie angestellt. Mit dem sogenannten Wikipedian in Residence setzt das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ein internationales Projekt der Wikipedia-Community in Deutschland um. Marcus Cyron, langjähriger Wikipedia-Autor, wird in den nächsten sechs Monaten den Austausch zwischen dem DAI und der ehrenamtlichen Wikipedia-Community anregen und professionell begleiten.

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DAI & Wikipedia

Seine erste Aufgabe ist es, Wikipedia und den freien Zugang zu Wissen in der Langen Nacht der Wissenschaften in der Zentrale des DAI in Berlin zu präsentieren. Nachdem international bereits das British Museum oder das Chateau Versailles einen Wikipedian in Residence in ihre wissenschaftliche Arbeit integriert haben, übernimmt nun das DAI mit dem Modell eine Vorreiterrolle in Deutschland.

»Das Deutsche Archäologische Institut bietet im Bereich der Altertumswissenschaften umfangreiche Quellensammlungen und eine große Zahl wissenschaftlich hochspezialisierter Publikationen, zu denen Nichtspezialisten bisher der Zugang fehlt.«, sagt Prof. Reinhard Förtsch, der das DAI seit 2011 beim Aufbau der wissenschaftlichen Informationsverarbeitung berät.

Zu Marcus Cyrons Kernaufgaben als Wikipedian in Residence wird gehören, die Wissenschätze des DAI für Wikipedia zu identifizieren sowie Workshops mit Kuratoren, Fachwissenschaftlern und anderen Mitarbeitern des Instituts zu realisieren. Ziel ist es, alle diese Gruppen zu befähigen, zu Wikipedia beizutragen und Artikel erstellen zu können. Darüber hinaus wird er Tagungen und Treffen zwischen Wikipedianern und Wissenschaftlern organisieren. Dazu sind Führungen mit Ehrenamtlichen geplant, die Informationen oder Bilder für Artikel generieren können.

Die Zusammenarbeit soll sowohl für das wissenschaftliche Institut als auch für die Aktiven im Projekt Wikipedia Früchte tragen. Durch den Austausch über die Arbeit des DAI und die wissenschaftlichen Erkenntnisse kann die Qualität von Wikipedia weiter verbessert werden. Sollte die Verknüpfung von Wikipedia-Artikeln mit den entsprechenden Quellen in DAI-Systemen zur Regel werden, steigt damit die Sichtbarkeit der Leistungen des DAI und die Häufigkeit der Aufrufe seiner Inhalte im Netz. Eine wichtige Rolle kann dabei das freie Medienarchiv Wikimedia Commons spielen, aus dem heute bereits 12 Millionen frei lizenzierte Fotos, Grafiken und andere Mediendateien direkt in Wikipedia eingebunden sind. Hier können ausgesuchte, urheberrechtsfreie und zur Publikation genehmigte Archiv- und Sammlungsbestände des DAI der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden - in Wikipedia und darüber hinaus.

Wikimedia Deutschland unterstützt die Partnerschaft des DAI mit dem Wikipedian in Residence. Der freie Zugang zu kulturell wertvollen Inhalten gehört zu den Kernzielen des Vereins. Bereits 2008 konnte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundesarchiv die Freigabe von mehr als 100.000 ausgesuchten Fotos erreicht werden. 2009 folgte die Öffentlichmachung von 60.000 Dateien aus der Deutschen Fotothek. Mögliche Inhalte des DAI wären Aufnahmen, die älter als 70 Jahre und urheberrechtsfrei sind, aber wichtige, heute teilweise nicht mehr erhaltene Zustände und Zusammenhänge wiedergeben. Dasselbe gilt für digitale Abbildungen aus Stichwerken des Barock oder Beschreibungen und Plänen aus frühen Archiven

Kommentare (1)

  • Lexy Lexy
    Lexy Lexy
    am 29.04.2013
    A wrap-up period foowelld, and given the insightful projects and ideas that had been discussed, there were many thoughtful questions fielded to the panel of speakers. One audience member asked David if there was ever any resistance from grad students to contribute to the Wiki page because it is not academic or peer reviewed, and therefore not conventionally prestigious. This opened a lengthy dialogue to which all of the presenters provided commentary. Dr. Beasley-Murray noted that although the students are still being used as a source in whatever work they are quoted in, contributions to open resources still do not replace peer-review journals. David mentioned that official recognition may help grad students out, and proposed that maybe there should be other rewards for those who create open resources. Stephen seemed to challenge that notion saying that the motivation to contribute comes from the innovative approach to teaching itself. Making this kind of contribution, and being a part of an open resource project is already incentive, there just needs to be a way to make it a validated contribution that is recognized and valued, at least on a relatively similar level as an academic journal. Article courtesy of the Centre for Teaching, Learning and Technology: Beyond Walls: Teaching and Learning in the Open

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