Archäologische Funde aus Sachsen in 3D

Ein neues »Schaufenster« der sächsischen Archäologie soll traditionelle Publikationen ergänzen und die stark zunehmende Bedeutung der 3D-Digitaliserung bei der Dokumentation von kulturellem Erbe unterstreichen.

Glockenbecher 3D
3D-Modell eines Glockenbechers im neuen Portal des Landesamtes für Archäologie Sachsen (Screenshot archaeo3d.de)

Das Landesamt für Archäologie Sachsen präsentierte in dieser Woche eine innovative Plattform zur Präsentation von archäologischen Funden im Internet, die in dieser Form deutschlandweit einmalig ist. Im Gegensatz zu konventionellen Online-Portalen werden keine Fotos oder Zeichnungen, sondern ausschließlich 3D-Modelle in hoher Auflösung gezeigt, die der Nutzer in den gängigen modernen Internet-Browsern auf PCs oder mobilen Endgeräten von allen Seiten betrachten kann. Mit Steuerelementen neben dem Bildfenster sowie der Maus bzw. mit Touchgesten können die Modelle gedreht und in verschiedenen Größen angezeigt werden. In gleicher Weise kann das Erscheinungsbild modifiziert werden. Der Zugriff auf die Objekte erfolgt über eine stilisierte Sachsenkarte sowie eine Zeitleiste. Alle Funde sind mit ausführlichen Fachdaten beschrieben und dienen Laien wie Fachleuten zur Anschauung. Ein kleines Manko ist dabei allerdings, dass Maßangaben fehlen - somit bleibt dem Betrachter leider die Möglichkeit verwehrt, eine Vorstellung von der Größe der präsentierten Objekte zu gewinnen.

Das von Studierenden der Fachhochschule Dresden gestaltete und von der Firma Digitalkonstrukt in Dresden programmierte neue »Schaufenster« der sächsischen Archäologie ergänzt traditionelle Publikationen und unterstreicht die stark zunehmende Bedeutung der 3D-Digitaliserung bei der Dokumentation von kulturellem Erbe. Auf jetzigem Stand werden 100 repräsentative Funde aus verschiedenen Epochen der sächsischen Geschichte gezeigt. Die Seite soll kontinuierlich ausgebaut und ergänzt werden.

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