Stalagmiten liefern Paläo-Klimadaten

Flowstones und Stalaktiten

Stalagmiten aus Tropfsteinhöhlen zeigen veränderten Einfluss der Nordatlantischen Oszillation auf Wetterregimes in Mitteleuropa und Marokko

Die Nordatlantische Oszillation (NAO) ist der vorherrschende Luftdruckmodus über dem Nordatlantik, der vor allem das Winterklima in Europa wesentlich beeinflusst. Je nach Ausprägung der NAO kann es zu milden oder sehr kalten Wintern, aber auch zu starken Stürmen kommen. Geowissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versuchen, den Verlauf der NAO während der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren, um damit auch künftige Entwicklungen abzuschätzen. Sie nutzen dazu Tropfsteine aus unterirdischen Höhlen als Klimaarchiv und entwickeln Methoden, um die gespeicherten Klimaindikatoren möglichst genau auszuwerten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nordatlantische Oszillation auf ein Abschmelzen der Eisschilde in der Zukunft wahrscheinlich sehr sensibel reagieren würde – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Klima und ökologischen und ökonomischen Folgen.

Prof. Baales

Sein Wissen als Experte für die Alt- und Mittelsteinzeit ist begehrt. Insbesondere aber für die Klima- und Umweltveränderungen der letzten Eiszeit ist Prof. Dr. Michael Baales Fachmann. Seine Forschungen, die der Archäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) seit fast 15 Jahren begleitet, trugen zu neuen Erkenntnissen in diesem Forschungsbereich bei. Die sind jetzt in eine Publikation über das Ende der Eiszeit eingeflossen.

Veröffentlichungen
Weiterlesen
Atlas

Die Geowissenschaft hat das »Zeitalter des Menschen« ausgerufen – jetzt fordern Sozialwissenschaftler eine breite und interdisziplinäre Diskussion

Die Geowissenschaft hat ein neues Erdzeitalter ausgerufen - das »Zeitalter des Menschen«. Anfang der 1950er Jahre habe es begonnen, globale Ablagerungen von Kunststoff-, Aluminium- oder radioaktiven Partikeln markierten seinen Beginn. In einem Anfang Dezember in der Zeitschrift Nature veröffentlichten Artikel kritisiert Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena, gemeinsam mit Kollegen diese Festlegungen als ungenau und vorschnell. Die Formalisierung des Anthropozäns müsse das Ergebnis eines transparenten, breit geführten, interdisziplinären Diskussion sein, in der den Sozial- und Geisteswissenschaften eine zentrale Rolle zukommt.

Aus aller Welt
Weiterlesen
Reiter der Apokalypse

Menschliche Vorlieben hinsichtlich der Fellfärbung bei Pferden haben sich über die Zeit und die Kulturen sehr verändert. Gefleckte und helle Pferde waren vom Beginn der Domestikation bis zur Römerzeit häufig, wohingegen einfarbige, nichtgescheckte Pferde im Mittelalter dominierten. Zu dieser Erkenntnis kommt ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

Forschung
Weiterlesen
Mammutknochen

Radiokarbonmethode bleibt verlässliches Werkzeug, wenn sie durch 13-C-Messungen ergänzt wird

Gute Nachrichten für Archäologen und Naturwissenschaftler! Sie werden auch künftig die Radiokarbonmethode als verlässliches Werkzeug für die Altersbestimmung von Artefakten und Probenmaterial verwenden können.

Forschung
Weiterlesen
Hausgrundrisse

Saarbrücker Archäologen haben während ihrer beinahe 20 Jahre andauernden Grabungsarbeiten auf dem Siedlungshügel Merdžumekja in der Nähe des südostbulgarischen Dorfes Drama zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. Zwischen 1983 und 2002 gruben sie dort gemeinsam mit bulgarischen Archäologen Siedlungen aus, deren älteste Überreste rund 6.500 Jahre alt sind. Diese ältesten Befunde hat Dr. Frank Fecht nun in einem Buch zusammengefasst.

Veröffentlichungen
Weiterlesen
Linguistische Schlüsselpunkte am menschlichen Schädel

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen haben Belege dafür gefunden, dass die Ausprägung bestimmter menschlicher Schädelknochen Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Sprachgemeinschaft zulässt.

Forschung
Weiterlesen
Inschrift des sabäischen Königs Yitha'amar

Epigraphiker der Uni Jena legt erste Übersetzung bedeutender sabäischer Inschrift vor

Politiker neigen dazu, gegen Ende ihrer Karriere oder ihres Lebens ein Resümee ihrer Leistungen zu ziehen, gern in Form ziemlich dicker Bücher. Noch Ehrfurcht erregender gingen da die Herrscher der Sabäer in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr. vor: Zwar fassten sich die Machthaber des antiken Volkes weitaus kürzer als die Kollegen der Neuzeit, doch ließen sie ihre Zusammenfassungen auf tonnenschwere Monolithe schreiben und an zentralen Punkten aufstellen.

Veröffentlichungen
Weiterlesen
Vanuatu, Satellitenbild vom Oktober 1998

Erst vor rund 3.500 Jahren begannen Menschen die im Südpazifik gelegenen Inselarchipele Ozeaniens zu besiedeln. Ein internationales Forschungsteam unter maßgeblicher Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena hat nun erstmals die Genome von Menschen analysiert, die vor 3.100 bis 2.500 Jahren auf den Inselketten Tonga und Vanuatu lebten und damit zu den ersten Siedlern gehörten. Die heute in Nature veröffentlichten Ergebnisse stehen im Widerspruch zu verbreiteten Annahmen über die Besiedlung dieser Region und deuten auf eine weitere große und bislang unbekannte Migrationswelle aus Melanesien hin.

Veröffentlichungen
Weiterlesen
Prof. Nebes

Sabäisches Wörterbuch der Universität Jena ist online

Das Sabäische wird ähnlich wie Latein oder Altgriechisch nicht mehr gesprochen. Genau genommen weiß man heute gar nicht genau, wie es klang, wenn sich zwei Bewohner des Südens der Arabischen Halbinsel vor fast 2.000 Jahren unterhielten, da die Sabäer Vokale in ihrem Alphabet nicht ausgedrückt haben. Dank der Orientalisten der Friedrich-Schiller-Universität Jena erwacht die Sprache der Sabäer aber nun zu neuem Leben, und zwar – wie es sich für das 21. Jahrhundert gehört – im Internet.

Veröffentlichungen
Weiterlesen
Chocolate Hills

Die Jagd nach Kriegsbeute auf den Philippinen hat versteckte Bedeutungen

In der Hoffnung auf Reichtum zerstören illegale Schatzsucher immer wieder bedeutende archäologische Fundstätten auf den Philippinen. Dabei hat der berühmte Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg, den japanische Soldaten hinterlassen haben sollen, wahrscheinlich nie existiert. Stattdessen ist die gerne erzählte Geschichte die Fortsetzung einer wesentlich älteren volkstümlichen Überlieferung, erläutert Piers Kelly vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena in einer neuen Studie, die im Journal of Folklore Research veröffentlicht wurde.

Veröffentlichungen
Weiterlesen