Zahnstein gibt Einblick in die Ernährung der Skythen

Rekonstruiertes Lebensbild eines Skythen

Forschende haben die Ernährung eines bedeutenden Nomadenvolkes der osteuropäischen Geschichte entschlüsselt. Durch Analyse von Zahnstein liefern sie den ersten direkten Nachweis, dass zum Speiseplan der Skythen die Milch von verschiedenen Wiederkäuern und von Pferden gehörte.

Plan der neolithischen Siedlung von Eilsleben

Die Siedlung von Eilsleben, Lkr. Börde

1974-1989 fanden bei Eilsleben archäologische Untersuchungen in einer rund 7500 Jahre alten Siedlung der ersten Bauern in Mitteleuropa statt. Die Siedlung ist unter den größten ihrer Zeit und liegt an der nördlichen Peripherie der bandkeramischen Welt. Sie bietet eine einmalige Möglichkeit, die Interaktionen der frühesten einwandernden Bauern mit der wildbeuterischen Vorbevölkerung zu untersuchen. Im Zentrum neuer Ausgrabungen, die seit 2024 als Zusammenarbeit des Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und der Freien Universität Berlin stattfinden, steht zudem die Frage nach einer frühen Befestigung des Siedlungsplatzes.

Ausgrabungen
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Römische Münzen aus dem Marschlager

Aus historischen Quellen sind mehrere Vorstöße römischer Legionen bis an die Elbe bekannt. Bislang fehlten vom Gebiet Sachsen-Anhalts jedoch handfeste Beweise für die überlieferten Feldzüge. Zu erwarten waren insbesondere die hochstandardisierten Marschlager, die das römische Militär täglich nach Erreichen des Marschziels anlegte. Forschungen am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt haben nun erstmals Belege für römische Marschlager erbracht. Es handelt sich um die bislang nordöstlichsten römischen Lager im freien Germanien – eine archäologische Sensation, die wesentlich dem Einsatz ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und moderner Fernerkundungstechnik zu verdanken ist.

Ausgrabungen
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Karte des Untersuchungsgebiets und Umweltbedingungen

Umweltphänomene und ihre Folgen können gesellschaftliche Strukturen aufmischen und politische Systeme destabilisieren. Das zeigt ein interdisziplinäres Forschungsteam am Beispiel der späten Tang-Dynastie im mittelalterlichen China.

Forschung
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Sedimentbohrung

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Leipzig hat deutliche Hinweise auf ein Massengrab der Pestzeit im Umfeld der mittelalterlichen Dorfwüstung Neuses bei Erfurt entdeckt. Es handelt sich dabei um den ersten durch systematische Suche gefundenen Begräbnisort der Opfer des "Schwarzen Todes" in Europa. Das wissenschaftliche Team hat historische Quellen, geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen miteinander kombiniert, um ein Massengrab zu identifizieren, das den schriftlich überlieferten Pestgruben aus dem 14. Jahrhundert entspricht.

Ausgrabungen
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Badeanlage Pompeji: Becken (Detailaufnahme)

Die Stadt Pompeji wurde 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet. Forschende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben nun anhand von Kalkablagerungen das Wasserversorgungssystem der Stadt rekonstruiert – insbesondere den Übergang von Brunnen zu einem Aquädukt. "Die Thermen wurden ursprünglich über tiefe Brunnen samt Hebevorrichtungen versorgt, und die hygienischen Bedingungen darin waren alles andere als ideal", sagt Dr. Gül Sürmelihindi vom Institut für Geowissenschaften der JGU und Erstautorin einer kürzlich veröffentlichten Studie.

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773.000 Jahre alter Unterkiefer ThI-GH-1

Mithilfe einer hochauflösenden magnetostratigraphischen Analyse, die die Brunhes-Matuyama-Grenze, die letzte große Umkehrung der geomagnetischen Polarität, sowie präzise zeitliche Marker des Quartärs detailliert erfasst, lassen sich die Fossilien sehr genau auf ein Alter von 773.000 ± 4.000 Jahre datieren. In der Studie von einem internationalen Team um Jean-Jacques Hublin werden afrikanische Populationen nahe der Basis der Abstammungslinie beleuchtet, aus der schließlich der Homo sapiens hervorging. Zudem liefert die Studie neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens, Neandertalern und Denisova-Menschen.

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Sedimentkern-Probenahme in tropischem See

Lange Zeit glaubten Forschende, dass das Klima der Tropen und Subtropen alle Spuren alten genetischen Materials zerstört. Eine neue Übersichtsarbeit widerlegt nun dieses Dogma. Die Studie zeigt, wie alte Umwelt-DNA in tropischen Sedimenten über Tausende und in manchen Fällen sogar bis zu einer Million Jahre hinweg erhalten bleiben kann. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Methode ein revolutionäres Werkzeug darstellt, um Biodiversitätsverlust und Klimaresilienz, aber auch die Geschichte des Menschen besser zu verstehen. Gleichzeitig plädieren sie eindringlich für enge Kooperationen und den Aufbau von Forschungskapazitäten in tropischen Ländern.

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KZ Walbeck, Latrine: Vermessungsarbeiten

Infolge der alliierten Luftangriffe wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Rüstungsbetriebe unter Tage verlagert. Das Lager Walbeck-Weferlingen (Landkreis Börde) kann als exemplarisch für mehrere im Umfeld der Rüstungsverlagerungen errichtete Lager in Sachsen-Anhalt betrachtet werden. Da schriftliche Aufzeichnungen nur einen begrenzten Einblick geben und durch mehrfache Raubgrabungen eine akute Gefährdung gegeben war, wurde durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Verein für Walbecker Geschichte und Heimatpflege e. V. im Oktober 2025 eine Forschungsgrabung im Lagerbereich durchgeführt.

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Panorama: Unterer Zab von Oberstadt

Keramik gehört zu den wichtigsten archäologischen Quellen. Der Herstellungsprozess hat im Vergleich dazu bislang deutlich weniger Beachtung gefunden. Die Ausgrabung einer außergewöhnlich gut erhaltenen Töpferwerkstatt mit zwei Brennöfen im Dinka-Siedlungskomplex eröffnet nun die Möglichkeit, eine gesamte lokale Produktionskette umfassend zu analysieren.

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Arbeit im DNA-Labor

Zum ersten Mal haben Forschende alte Genome der Humanen Beta-Herpesviren 6A und 6B (HHV-6A/B) aus über zwei Jahrtausende alten archäologischen menschlichen Überresten rekonstruiert. Die von der Universität Wien und der Universität Tartu (Estland) geleitete und in Science Advances veröffentlichte Studie bestätigt, dass sich diese Viren seit mindestens der Eisenzeit mit und innerhalb des Menschen entwickelt haben. Die Ergebnisse zeichnen die lange Geschichte der Integration von HHV-6 in menschliche Chromosomen nach und deuten darauf hin, dass HHV-6A diese Fähigkeit früh verloren hat.

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