1.000 Jahre früher als bislang gedacht: Zentrum des Münsterlandes schon seit der vorrömischen Eisenzeit besiedelt

Eisenzeitliche Keramik

Neueste Grabungsergebnisse der LWL-Archäologie für Westfalen zeigen: Schon der frühe Germane fühlte sich im Münsterland wohl. Grabungen in Everswinkel-Alverskirchen (Kreis Warendorf) haben ergeben, dass hier bereits 1000 Jahre früher als ursprünglich angenommen Menschen sesshaft waren. Nicht erst im frühen Mittelalter, sondern bereits in der vorrömischen Eisenzeit gab es hier eine Siedlung.

Vorratsgefäß

Grabung bei Weilerswist erbrachte Häuser und rund 100 Speichergruben

Einem archäologischen Grabungsteam des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ist es gelungen, bei Weilerswist-Groß Vernich eine rund 500 Jahre vor Christus angelegte Siedlung freizulegen, die vermutlich überwiegend als Vorrats- und Lagerplatz diente. Derartige Plätze sind sehr selten; der nächstliegende vergleichbare Befund wurde in Luxemburg gemacht.

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Zahnprothese des 19. Jh.

Die archäologischen Voruntersuchungen auf dem Baugelände des geplanten Lern- und Studiengebäudes der Universität Göttingen sind abgeschlossen. In der nordwestlichen Ecke des Campus befand sich ehemals ein Friedhof der katholischen Michaelis-Gemeinde, der zwischen 1851 und 1889 genutzt wurde. Ein Team aus Archäologen einer privaten Grabungsfirma im Auftrag der Universität und der Stadt Göttingen hat knapp 600 Quadratmeter des insgesamt 4000 Quadratmeter großen Areals untersucht und 146 Gräber freigelegt.

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Grabung Haselburg

Dass bei Ausgrabungen keinerlei römische oder sonstige antiken Befunde zum Vorschein kommen, ist für Archäologen normalerweise kein Grund zur Freude. Ganz anders bei den Sondagegrabungen im Vorfeld des Baus eines Informationszentrums für den römischen Gutshof Haselburg im Odenwald.

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Wahrscheinlich sind noch mehrere hundert Meter der repräsentativen mittelalterlichen Stadtmauer Rheines erhalten - Archäologen des LWL legten im Sommer diesen Jahres einen Teil davon frei. (Foto: LWL /R. Klostermann)

Seit Sommer diesen Jahres erforscht ein Team von Archäologen, Historikern und Technikern unter der Leitung von Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die mittelalterliche Geschichte der Stadt Rheine. Die Wissenschaftler untersuchen die bisher noch unerforschten archäologischen Befunde im städtischen Quartier zwischen Ems, Münster- und Emsstraße auf dem zukünftigen Baugelände der geplanten "Emsgalerie".

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Bei Grabungsbeginn in Geseke vermuteten die Wissenschaftler noch eine mittelalterliche Siedlung zu finden - und wurden von einer viel älteren, eisenzeitlichen Siedlung überrascht. (Foto: LWL/M.Baales)

Eigentlich vermuteten die Wissenschaftler auf dem Gelände des geplanten Neubaugebietes in Geseke-Stochem (Kreis Soest) eine mittelalterliche Siedlung. Doch Grabungen unter der Fachaufsicht der LWL-Archäologie für Westfalen ergaben: Die Wurzeln des Ortes gehen bis in die vorrömische Eisenzeit zurück.

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2000 Jahre Stadtgeschichte auf 80 Quadratmetern: Die Grabungen an der Mühlenstraße in Paderborn. (Foto: LWL/Spiong)

Zwei Monate lang untersuchte die Stadtarchäologie Paderborn der LWL-Archäologie für Westfalen die Spuren frühester Besiedlungen am Fuße der Paderborner Kaiserpfalz. Am Dienstag, den 27.9.2011 beendeten die Wissenschaftler die Ausgrabungen in der Mühlenstraße - mit neuen Erkenntnissen über die Besiedelungsgeschichte des Areals bis in die vorrömischen Eisenzeit.

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Die Ausgrabungen der zahlreichen Brunnen sind aufwendig und erfordern den Einsatz von Pumpen zur Beseitigung des Grundwassers. (Bild: Olgino/GU)

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt/Main und der Akademie der Wissenschaften in Ekaterinburg finden bemerkenswerte Zeugnisse einer vergessenen Kultur im Trans-Ural.

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Luftbild über den nördlichen Bereich des sechseckigen Hafenbeckens. Das Werftgebäude liegt im oberen Bereich des Bildes © University of Southampton 2011

In Portus, dem antiken Seehafen von Rom unweit von Ostia, glauben Archäologen eine große Werftanlage gefunden zu haben. Die im Portus Project zusammengeschlossenen Wissenschaftler der Universitäten von Southampton und Cambridge sowie der British School at Rome erforschen bereits seit einigen Jahren die Entwicklung und Bedeutung des Hafens.

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Christiane Kunze (Archaeofirm) und die Kommualarchäologin Ute Bartelt auf dem Grabungsareal in Gehrden (© Hannover Region)

Auf dem Gebiet der heutige Stadt Gehrden (Niedersachsen) befand sich in den Jahrhunderten nach Christi Geburt anscheinend kein »einfaches germanisches Dorf«. Vielmehr scheinen hier Angehörige einer germanischen Elite gelebt zu haben, wie die laufenden archäologischen Untersuchungen im Bereich eines künftigen Gewerbegebietes schließen lassen.

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Mals/ Malles Venosta in Südtirol (Foto: StuartLaJoie; CC BY-SA 3.0)

Im Juni dieses Jahres legten Archäologen Überreste eines über 2.000 Jahre alten ländlichen Gutshofes in Mals (Südtirol) frei. In einem dreijährigen Forschungsprojekt des Instituts für Archäologie der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Bodendenkmäler werden dieser und weitere Funde im Oberen Vinschgau untersucht und ausgewertet. Die ersten Details dazu wurden am heutigen 23.9.2011 in Mals vorgestellt.

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