Das Westallgäu als Brücke im europäischen Wirtschaftsraum der Bronzezeit

Bronzezeitliche Siedlungslandschaften in Süddeutschland

Das Allgäu ist bisher auf der archäologischen Landkarte weitgehend leer geblieben. Neue Untersuchungen der Universität Tübingen zeigen jetzt, dass die Menschen schon vor 3.000 Jahren auch an sich ungünstige Siedlungsräume nutzten, um von prähistorischen Fernhandelsrouten zu profitieren.

Backenzahn aus der Stajnia-Höhle (3D-Modell)

80.000 Jahre alter Neandertaler offenbart kulturelle und genetische Verbindungen zwischen Polen und dem Nordkaukasus

Ein internationales Team berichtet in einer neuen Studie über das älteste mitochondriale Genom eines Neandertalers aus Mittelosteuropa. Das aus einem Zahn aus der Stajnia-Höhle in Polen extrahierte mitochondriale Genom ähnelt eher dem eines Neandertalers aus dem Kaukasus als den zur damaligen Zeit in Westeuropa lebenden Neandertalern. Auch die am Fundort entdeckten Steinwerkzeuge ähneln denen aus südlichen Gebieten, was darauf hindeutet, dass in der Steppen-/Taiga-Umgebung lebende Neandertaler sich zur Nahrungssuche weiter von ihrem Heimatgebiet entfernten als bisher angenommen. Die Flüsse Prut und Dnjestr wurden wahrscheinlich als Hauptkorridore für die Ausbreitung von Polen in den Kaukasus genutzt.

Genetik
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Himmelsscheibe von Nebra

1.000 Jahre jünger und anderer Fundort?

Die Himmelsscheibe von Nebra ist der weltweit wohl bekannteste archäologische Fund Deutschlands. Sie gilt als älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene und zählt seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde die Scheibe vor 3.600 Jahren auf dem Mittelberg bei Nebra zusammen mit weiteren bronzezeitlichen Objekten vergraben. Der Frankfurter Archäologieprofessor Rüdiger Krause und Rupert Gebhard, Direktor der Archäologischen Staatssammlung München, stellen die Datierung nun in Frage. Ihrer Ansicht nach stammt das Objekt aus der Eisenzeit und wäre damit rund 1.000 Jahre jünger. Sie zweifeln auch den Fundort auf dem Mittelberg an, womit »alle bisherigen astronomischen Interpretationen hinfällig« würden, wie sie in einer Pressemitteilung darlegen.

Funde & Befunde
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Bisher wurden Gebeine von mehr als hundert Individuen auf dem Schlachtfeld entdeckt

Die menschliche Fähigkeit, auch nach dem Säuglingsalter Milch verdauen zu können, hat sich in Mitteleuropa in nur wenigen Tausend Jahren verbreitet. Das zeigen Ergebnisse eines internationalen Forschungsteams von Paläogenetikern unter Leitung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Funde & Befunde
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Blick entlang der Längsseite eines Mustatil-Baus

Neue archäologische Forschungen in Saudi-Arabien dokumentieren Hunderte von Bauwerken aus Stein, die als monumentale Stätten interpretiert werden, an denen frühe Viehzüchter Rituale durchführten. In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift The Holocene veröffentlicht wurde, stellen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft in Jena zusammen mit saudischen und internationalen Kollaborationspartnern die erste detaillierte Studie über "Mustatil"-Steinbauten in der arabischen Wüste vor.

Ausgrabungen
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Eine retuschierte Steinspitze vom archäologischen Fundort Prospect Farm

Durch die Analyse von Werkzeugformen, welche häufig gemeinsam auftreten, ist es Forschern gelungen, ein künstliches neuronales Netz zu entwickeln, das zuverlässig Werkzeugsets der mittleren und späten Steinzeit in Afrika unterscheidet.

Funde & Befunde
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Keilmesser aus der Sesselfelsgrotte

Klimaveränderungen kurz vor ihrem Verschwinden lösten bei den späten Neandertalern in Europa eine komplexe Verhaltensänderung aus: Sie entwickelten ihre Werkzeuge weiter. Das hat eine Forschungsgruppe der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Università degli Studi die Ferrara (UNIFE) anhand von Funden in der niederbayrischen Sesselfelsgrotte herausgefunden.

Forschung
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Mittelalterliche Handschrift

Stärkung der Digital Humanities: Universität Kiel wird Teil der internationalen READ-Genossenschaft

Nichts weniger als den Zugriff auf handschriftliche Quellen zu revolutionieren, hat sich die READ-COOP SCE zum Ziel gesetzt. Dafür entwickelt und betreibt sie gemeinschaftlich die digitale Transkribus-Infrastruktur zur automatischen Texterkennung von Handschriften. Um an der Entwicklung der zukunftsweisenden Technologie mitzuwirken und ihren Einsatz in Forschung und Lehre zu unterstützen, wird die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) auf Initiative der Universitätsbibliothek (UB) Teil dieser europäischen Genossenschaft.

Digital Humanities
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Peder Jensen Winstrup, Tuberkel-Bakterien

Peder Winstrup, Bischof von Lund (Schweden), verstarb im Winter 1679 im Alter von 74 Jahren und wurde in der Krypta der Kathedrale von Lund beerdigt. Mehr als drei Jahrhunderte später liefern seine erstaunlich gut erhaltenen Überreste nun Einblicke in den Ursprung der Tuberkulose.

Forschung
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Kieferstumpf aus der späten Eiszeit

Die Radiokarbondatierung wird genauer als je zuvor

Archäologen, Paläontologen und Geowissenschaftler: viele Wissenschaftler nutzen für die Altersbestimmung ihrer Fundstücke die Radiokarbonmethode. Die Exaktheit dieser Daten ist für sie von entscheidender Bedeutung. Fortschritte in der Analysetechnik und die Erweiterung und Verbesserung der Baum-, Tropfstein- und Sedimentarchive machen es möglich, dass diese Radiokarbonuhr von Zeit zu Zeit neu geeicht und verfeinert werden kann. Nach sieben Jahren hat jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam die der Radiokarbondatierung zugrundeliegenden Kurven aktualisiert und neu berechnet.

Methoden
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Schädel mit Anzeichen einer treponemalen Infektion

Durch Kolumbus kam die Syphilis nach Europa – so die These. Eine Studie der Universität Zürich zeigt nun, dass sich Menschen in Europa bereits vor Ende des 15. Jahrhunderts mit der sexuell übertragbaren Krankheit infiziert haben könnten. Zudem wurde das Genom des Erregers einer bisher unbekannten Schwesterkrankheit entdeckt. Die Vorläufer aus der Familie der Syphilis könnten demnach 2.500 Jahre alt sein.

Forschung
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