Die weltweite Verteilung von Wohlstand ist aktuell Gegenstand kontroverser Diskussionen. Vor diesem Hintergrund untersuchen Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften intensiv, wie soziale Hierarchien in menschlichen Gemeinschaften entstehen und wo diese Prozesse ihre Ursprünge haben. Eine bislang weit verbreitete These lautet, dass die Einführung der Landwirtschaft in Europa zu Beginn der Jungsteinzeit vor etwa 8000 Jahren unvermeidlich zu sozial ungleichen Gemeinschaften geführt habe. Die Einführung des Pflugs und die damit einhergehende Vererbung von landwirtschaftlichem Kapital habe diesen Prozess weiter intensiviert. Eine Studie des Exzellenzclusters ROOTS stellt verbreitete Theorien zur Entstehung sozialer Hierarchien in der Urgeschichte infrage.