Sonderausstellung »1636 — ihre letzte Schlacht« eröffnet am Samstag

Vom 31. März bis zum 9. September steht die Stadt Brandenburg an der Havel im Zeichen des Dreißigjährigen Krieges. Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg präsentiert die große Sonderausstellung »1636 — ihre letzte Schlacht«. Auf über 800 m² erzählen Goldschätze, originale Waffen und sogar die Soldaten selbst von den unruhigen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, als Deutsche gegen Schweden kämpften.

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Ausstellungsplakat
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Spektakulärer Ausgangspunkt der Ausstellung ist der Fund des bislang größten bekannten Massengrabes des Dreißigjährigen Krieges. Es wurde auf dem historischen Schlachtfeld am Scharfenberg bei Wittstock/Dosse im Nordwesten des Landes Brandenburg entdeckt. Das Grab und seine geschichtsträchtige Umgebung zogen sofort das Forscherinteresse auf sich. Zahlreiche Wissenschaftler verschiedener Disziplinen untersuchten die Skelette und das Schlachtfeld, so dass ein umfassendes Bild der Geschehnisse des 4. Oktobers 1636 entstand.

Eingebettet in den historischen Kontext beleuchten die zahlreichen Exponate das 17. Jahrhundert aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel: dem der einfachen Bevölkerung. Wer waren die Menschen hinter den berühmten Feldherren Wallenstein, Tilly und König Gustav II. Adolf?

Direkt an den Knochen der Gefallenen lässt sich das harte Soldatenleben ablesen. Sie marschierten über Jahre hinweg schwer bepackt von Schlacht zu Schlacht — nicht ohne Auswirkungen auf ihr Knochengerüst. Zahlreiche Krankheiten, Mangelernährung und Kampfwunden hinterließen ihre Spuren. Eines der Skelette aus dem Wittstocker Grab hatte allein sechs Wunden, einige waren verheilt, andere wurden erst post mortem zugefügt.

Die in der Ausstellung gezeigten archäologischen Objekte verdeutlichen die wirtschaftlichen Nöte und Ängste der Bevölkerung. Aus Furcht vor Plünderungen vergruben Wohlhabende ihr Erspartes oder versenkten ihr wertvolles Kupfer- und Zinngeschirr im See. Dass diese Furcht nicht unbegründet war, zeigen die wenigen Funde von Soldatenkleidung im Massengrab: Selbst den auf dem Schlachtfeld liegenden Opfern eines Kampfes blieb nach der Plünderung zumeist nicht einmal die Unterwäsche.

Mit mehr als 2000 Exponaten ist »1636 — ihre letzte Schlacht« die erste eigene Sonderausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg, das im Jahr 2008 in den mittelalterlichen Mauern des restaurierten Pauliklosters seine Dauerausstellung eröffnete.

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