Neue Leihgaben werten Jenaer Antikensammlung auf - doch woher stammen die Objekte?

Anfang August vermeldete die Uni Jena stolz den Zugewinn von 66 bedeutenden archäologischen Objekten aus dem Mittelmeerraum, die nun als Dauerleihgabe ihre Antikensammlung bereichern. Im Dunkeln bleibt bisher die Herkunft - und damit auch der legale Status - der Stücke.

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Dauerleihgaben Nereus-Stiftung
Herkunft ungewiss: Diese Objekte gehören zu den 66 neuen Dauerleihgaben, die die Jenaer Antikensammlungen im Sommer von der Schweizer Nereus-Stiftung erhalten haben. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

In der Pressemeldung der Uni Jena (siehe auch unsere Meldung vom 02.08.2013) wird die »Schweizer Nereus-Stiftung« als Leihgeber genannt. Die Nereus-Stiftung hat keine öffentliche Postadresse, keine Website und ist auch im öffentlich einsehbaren eidgenössischen Stiftungsverzeichnis nicht verzeichnet, in dem alle unter Schweizer Bundesaufsicht stehenden klassischen Stiftungen seit 1.6.2006 eingetragen sind. Kurz: sie ist für Außenstehende nicht erreichbar. Somit bleibt die ursprüngliche Provenienz der antiken Objekte vorerst im Unklaren.

Die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) wollte der Sache auf den Grund gehen und fragte in Jena nach. Die Vertreter der DGUF wollten insbesondere erfahren, inwiefern die Legalität der Objekte sichergestellt sei. Sie erhielten folgende Auskunft: »Bei der Nereus-Stiftung handelt es sich um eine private Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Die Objekte stammen aus einer seit den 1970er Jahren zusammengetragenen Privatsammlung«.

Eine erneute, spezifische Rückfrage ließ die Antikensammlung nach Angaben der DGUF über mehrere Wochen hinweg unbeantwortet. Daher wandten sich die Verbandsvertreter an den Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Klaus Dicke, der keine Zweifel an der legalen Herkunft der Objekte hat: »Nach meinen Recherchen ergibt sich keinerlei Anhaltspunkt, an der Rechtmäßigkeit der Eigentümerstellung der Nereus-Stiftung zu zweifeln. Sollten Sie Zweifel begründende Informationen haben, bitte ich Sie um Kontaktaufnahme mit der Stiftung selbst.«

Die Stellungnahmen der Uni Jena sind in der heutigen Zeit, in der das Problem illegalen Kulturguthandels stärker denn je die Beziehungen zwischen Staaten beeinflusst (man denke an die Rückgabeforderungen von ägyptischer und türkischer Seite an deutsche Museen und den angedrohten Entzug von Ausgrabungsgenehmigungen), nur schwer verständlich. Wenn, wie in diesem Fall geschehen, von einem Archäologenverband wie der DGUF die legale Herkunft der Objekte in Frage gestellt wird, sollte man annehmen, dass den Zuständigen daran gelegen ist, einen solchen Verdacht schnellstmöglich auszuräumen. Der lapidare Hinweis, man möge sich an eine Stiftung wenden, die de facto nicht erreichbar ist, ist da wenig hilfreich.

 

Zwischenzeitlich hat die Universität Jena eine Stellungnahme abgegeben siehe unten, Kommentar von Axel Burchardt (24.10.2013, 10:56).

Kommentare (19)

  • Sonja
    Sonja
    am 21.10.2013
    Naja, ich finde diese Sicht des Autoren etwas seltsam. Bei anderen geliehenen Dingen frag ich doch auch den Besitzer wo er sie her hat. Und nur weil da jemand nen Generalverdacht ausgesprochen hat hat das noch lange nichts über den Rechtsstatus des Besitzers zu sagen was ist in diesem Land eigentlich aus dem Prinzip der Unschuldsvermutung geworden wo die Beweislast bei dem liegt, der den Verdacht ausspricht?
  • Vladimir
    Vladimir
    am 22.10.2013
    Dear Sonja,
    International treaties indeed put the proof of legality of ancient artifacts with the owner, and the rules of the international museum foundation, and I presume also its German version, oblige museums to be transparant about the provenance of what they contain (including loans) and do not allow loans of unprovenanced objects. So the questions asked in this article are entirely justified, and the lack of answers is disturbing and unworthy of a decent museum.
  • Axel Burchardt
    Axel Burchardt
    am 24.10.2013
    Ein unzumutbarer Generalverdacht

    Wenn ein Autor einen Verdacht äußert, so sollten die angedeuteten Unregelmäßigkeiten doch wohl belegt werden. Das lassen zumindest die journalistischen wie wissenschaftlichen Standards erwarten.
    Warum Archäologie online ohne eigene Recherchen einen Generalverdacht gegen eine Sammlung und ihre Herkunft äußert, das weiß hoffentlich der Autor (der trotz desselben Namenskürzels nicht identisch mit mir ist), der den Beitrag gegenüber der Erstfassung bereits verändert hat. Außer vermissten Informationen ist bislang kein Hinweis auf Unrechtmäßigkeiten bekanntgeworden.
    Eine in der Grabungssaison nicht sofort beantwortete, knapp terminierte Anfrage eines Vertreters der DGUF als Hinweis für Unrechtmäßigkeit zu setzen, grenzt an Böswilligkeit. Was dahinter steckt, mag erahnen, wer darüber nachdenkt, dass wertvolle Kulturgüter als Leihgabe an eine Universität und nicht an eine andere Institution vergeben wurden.

    Zu den Fakten:
    Die Schweizer Nereus-Stiftung ist hervorgegangen aus der Privatsammlung Takuhiko Fujita, die wesentlich in den siebziger Jahren durch Käufe auf internationalen Auktionen aufgebaut worden ist. Die Stiftung ist nach dem Tod des Sammlers im Jahre 2001 errichtet worden. Objekte aus dieser Sammlung/Stiftung sind seit langem verschiedenen bedeutenden Antikenmuseen im In- und Ausland als Leihgaben zur Verfügung gestellt und zum Teil in offiziellen Publikationen wie dem Archäologischen Anzeiger unter Mitwirkung international renommierter Archäologen veröffentlicht. Dies betrifft auch einige der in Jena als Dauerleihgaben (!) befindlichen Objekte. Damit besteht nun für jedermann die Möglichkeit, die Stücke selber in Augenschein zu nehmen. Finanzielle Interessen sind mit den Leihgaben nicht verbunden. Die nach Jena vergebenen Objekte sind offiziell über die zuständigen Zollämter eingeführt worden – ohne jegliche Beanstandung. Bislang liegt der Universität kein Hinweis auf Unrechtmäßigkeit vor. Sollten sich bei der vorgesehenen wissenschaftlichen Bearbeitung der Objekte entgegen dem jetzigen Kenntnisstand Verdachtsmomente ergeben, würde die Universität einem solchen Umstand selbstverständlich Rechnung tragen.
    Wie die durch eine Schweizer Kanzlei vertretene Stiftung nach außen auftritt, das bestimmt sie selber. Es kann nicht angehen, ihre Zurückhaltung als Verdacht von Unregelmäßigkeit zu werten.

    Wir betrachten es als eine Chance im Interesse der Wissenschaft, diese Objekte aus einem privaten Kontext für die wissenschaftliche Diskussion öffentlich zugänglich machen zu dürfen. Dies entspricht auch ausdrücklich dem Wunsch der Leihgeber. Hierzu sei angemerkt, dass die Aufnahme von Privatsammlungen/Leihgaben in öffentlich zugängliche Universitätssammlungen eine durchaus gängige Praxis ist.

    Axel Burchardt, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Ruth Schmiedeke
    Ruth Schmiedeke
    am 24.10.2013
    Verehrter Herr Burchardt,
    Sie irren gründlich. In einem solchen Fall hat die Sammlung, das Museum u. ä. zu belegen, dass die Antiken legal sind. Das ist internationaler Standard, ich wundere mich, dass Ihnen dies unbekannt zu sein scheint.

    Soweit ich den Fall sehe, wurde seitens der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte lediglich bei Ihnen angefragt, wie die Legalität belegt ist, und da gab es neben einer verzögerten Antwort von Ihnen vor allem keine inhaltliche Antwort - lese ich jedenfalls. Eine inhaltliche Antwort wäre gewesen, dass diese und jene Papiere vorliegen, und dass die Sammlungs-Kuratoren diese eingesehen haben. Der Punkt ist ja nicht, dass Jena Antiken illegal beschafft hat, sondern möglicherweise Antiken aus illegaler Herkunft ausgeliehen hat, anstatt sorgfältig zu prüfen.

    Abschließend verwundert mich, dass Sie als Vertreter einer Sammlung, der Sie ja eigentlich ein maximales Interesse daran haben müssten, dass nur legale Antiken ausgeliehen und gezeigt werden, sich gegen die Anfrage und die kommunizierte Besorgnis einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft so wehren. Wo kämen wir hin, schwiege jeder still? Raubgräberei ist eines der schlimmsten Übel der Archäologie.


    R. Schmiedeke, Berlin
  • Vladimir
    Vladimir
    am 28.10.2013
    Dear Dr. Burchardt,

    I can only agree with R. Schiemedeke. According to current international (and as far as I know also German) guidelines for museums, you are not supposed to acquire or borrow objects which do not have a clear and legal provenance dating to before 1970. If you can indeed show the objects under discussion have such a provenance, please do so. Without such clarification, your behaviour, though far from unique, is simply inappropriate.

    In the meantime, I must say that your statement that much of the Nereus material was acquired in auctions in the 1970s is worrying, since by far most items traded in those days had no proper provenance, and are most likely to derive from illegal excavation and export.

    As stated in several of the comments, according to current guidelines and law, it is up to you to show that the objects you show have a proper provenance.

    The fact that some of the objects have been published is of no relevance to the discussion, we all know that even very distinguished scholars have published very 'wrong' items, like the famous Euphronios krater.
  • Nicolai Sparfeld
    Nicolai Sparfeld
    am 30.10.2013
    Anfangsverdacht? PR Katastrophe!

    Sehr geehrter Herr Burchardt,

    die Frage nach der Herkunft der Funde ist für jeden Aussteller, der sich an internationale Gesetze und Abkommen halten will, zwingend zu stellen.
    Deutschland hat in dieser hinsicht in der Fachwelt keinen guten Ruf, da es zu lange die Ratifizierung entsprechender Abkommen verweigert hat.
    Also : Wie ist Herr Takuhiko Fujita an die Funde gekommen?
    Auch Ihnen muss bekannt sein, dass Auktionshäuser auch Hehlerware (siehe zur Begriffsklärung Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland) veräußern. Der Zoll ist mit der Fahndung nach geraubten Kulturgütern überfordert. Auch sind leider immer wieder Archäologen an den Raubgraubungen, Diebstählen auf Grabungen, und an der Hehlerei von Kulturgütern beteiligtbeteiligt, wie allgemein bekannt ist. Auch kommt es vor , dass Archäologen , um eigene Ausgrabungen aufzuwerten, Fundstücke fremder provinienz oder sogar Fälschungen unter das tatsächliche Fundmaterial mischen...
    Und so ist es auch nichts wert, wenn die Fundstücke immer wieder in (Fach-) Publikationen auftauchen - leider. abgeshen davon gibt kein Museum gerne zu, dass es sich bei Ausstellungsstücken um Fälschungen oder Hehlerware handelt oder handeln könnte...

    Die hier vorhandenen Kommentare zeigen sehr deutlich, dass in der Öffentlichkeit längst bekannt ist, dass archäologische Sammlungen oftmals auf sehr fragwürdige Art und Weise zu stande gekommen sind.
    Das die Uni Jena damit nichts zun tun hat, ist dem Leser klar. Da Sie es nun aber versäumt haben, die entstandenen Fragen in der Öffentlichkeit entsprechend zu beantworten, gerät die Uni Jena in ein schlechtes Licht. Und wenn die DGUF sich über eine "Phantom"-Stuftung wundert, und die oben von mir angeführten Punkte auch diesen Archäologen hinreichend bekannt sind, sollte auch der Uni Jena sich beeilen, jeden auch nur geringsten Anfangsverdacht der Beteiligung an einer Straftat durch Offenlegung aller relevanten Informationen auszuräumen.

    Die Uni Jena sollte also die Chance nutzen, und die tatsächliche Herkunft der Stücke zu ermitteln
    ( - Das wäre auch eine sehr gute PR für Ihre Uni, mal unter Fachleuten gesagt....).

    Oder noch besser - stellen Sie doch ersteinmal fest, welche Stücke ECHT sind und welche nicht !
    Schon an diesem Punkt werden Sie höchstwahrscheinlich Überraschungen erleben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Nicolai Sparfeld
  • Kai-Erik Ballak
    Kai-Erik Ballak
    am 30.10.2013
    Als ich diesen "Kommentar / Stellungnahme" von Herrn Axel Burchardt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena gelesen habe, war ich und bin es immer noch, darüber verwundert, das ich mich mit der internationalen Regelung besser auskenne, als eine Universität.
    Ich ging eigentlich davon aus, das die Zeit des "Rausredens" seitens der Universitäten, sobald Objekte für eine Schausammlung angekauft oder
    geliehen werden, vorbei sind. Habe mich wohl leider getäuscht.
  • G. W.
    G. W.
    am 30.10.2013
    Leider muss heute ein Generalverdacht bestehen - denn immerhin gibt es in den meisten Ländern des Mittelmeerraums seit dem 19. Jahrhundert Antikengesetze, die eine Ausfuhr von Antiken genehmigungspflichtig machen. Demnach müsste es theoretisch zu allen legal auf dem Markt befindlichen Objekten auch Ausfuhrdokumente geben. Internationale Vereinbarungen beziehen sich meist auf ein Stichdatum 1970 (UNESCO-Konvention über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut), drücken also bei früheren illegalen Ausfuhren beide Augen zu - pragmatisch, weil eben bei Alt-Ausfuhren die Dokumente doch oft fehlen (wobei wirklich alte Sammlungen durchaus mal in einem Testament aufgeführt sein dürften) und weil der Kunsthandel seine Interessen gewahrt sehen möchte.
    Wenn aber die Sammlung der Nereus-Stiftung seit den 70er Jahren zusammengetragen wurde, so muss sich die Uni die Frage nach der Provenienz und nach Dokumenten gefallen lassen. Und es ist mehr als peinlich, wenn sie darauf keine Antwort weiß, abwimmeln möchte und mit genau der Floskel "aus alter Sammlung" kommt, die im Kunsthandel eben die fragwürdige Rechtssituation kaschiert.
    Ein gutgläubiger Erwerb scheint heute eigentlich ausgeschlossen, die Legalität sollte man sich (als Käufer, als leihendes Museum oder als Wissenschaftler) stets belegen lassen.
    Der Verweis auf die (nicht erreichbare) Stiftung genügt da nicht. Es ist die fachliche Verantwortung der Wissenschaftler, dafür zu sorgen, dass die Quellen unseres Wissens - die Funde und insbesondere ihr Kontext - nicht weiter zerstört werden. Unabhängig von allen rechtlichen Fragen, ist es eine Frage der wissenschaftlichen Ethik, dass genau geprüft wird, was man hoffähig macht, und dass man nicht neue Anreize schafft, weitere Fundstellen zu plündern.

    Deshalb hat das Deutsche Archäologische Institut die Regelung getroffen, dass in seinen Publikationsreihen "mit Stichdatum 14. November 1970 keine Artefakte, weder aus privaten noch öffentlichen Sammlungen, publiziert werden, deren legale Herkunft nicht eindeutig nachgewiesen ist. Ausnahmen können in Absprache mit den Herausgebern gemacht werden, wenn das Ziel der Publikation auch ist, den Verlust des archäologischen Kontextes zu thematisieren. Artefakte unbekannter Herkunft, die bereits anderweitig in Ausstellungsmaterialien, Katalogen oder anderen Publikationen vorgelegt wurden, können nur dann in Publikationen des DAI einbezogen werden, wenn der Umstand der unbekannten Herkunft deutlich hervorgehoben und problematisiert wird."
    http://www.dainst.org/sites/default/files/users/michaela.reinfeld/publikations-richtlinie_zum_umgang_mit_artefakten_unbekannter_herkunft.pdf
    Kritische Fragen sind also auch im Fach üblich - und werden eingefordert!

    Mit der Sammlung mag ja durchaus alles im Rahmen der rechtlichen Gepflogenheiten sein - aber die Frage nach einem Nachweis muss man sich gefallen lassen - und als Archäologe sollte man der Frage gegenüber höchste Sensibilität aufbringen. Hier geht es nicht um die Funde in der Sammlung in Jena, sondern um diejenigen, die jetzt noch im Boden liegen, die aber in Raubgrabungen ausgebuddelt werden, weil die Funde dem Hehler Geld und dem Sammler Prestige versprechen (erst Recht, wenn sie noch universitär ausgestellt werden).
  • Raimund Karl
    Raimund Karl
    am 31.10.2013
    Hallo allerseits!
    Ich finde diese Diskussion hier sehr interessant, allerdings nicht wegen der Situation in Jena, sondern aufgrund der sich hier zeigenden Argumentationsstrukturen. Es wird hier mit Generalverdachten und Vorverurteilungen nur so herumgeworfen, dass es wenigstens mir kalte Schauer den Rücken herunter laufen.
    Aber ehe ich näher darauf eingehe, zuerst einmal ein ganz grundlegender Punkt. Es wird hier von einigen behauptet, internationale Gesetze und Vereinbarungen würden es notwendig machen, die Provenienz aller Stücke, die ein Museum erwirbt, genau zu prüfen und dass Museen nur solche Stücke erwerben sollten, bei denen die Frage nach dem Titel eindeutig geklärt ist. Das stimmt so auch, wenigstens zum Teil. Details kann man z.B. im ICOM Code of Ethics for Museums (Art. 2.1-2.11) unter http://archives.icom.museum/ethics.html nachlesen.
    Zu beachten ist jedoch, dass die dort (und in ähnlicher Form in anderen einschlägigen Dokumenten) geforderte Sorgfaltspflicht ("due diligence") die Leitungsgremien bzw. Leitungsorgane des jeweiligen Museums bzw. der jeweiligen öffentlichen Sammlung trifft. Eine öffentliche Nachweispflicht für die Leitungsorgane eines Museums, dass dieser Sorgfaltspflicht auch nachgekommen wurde besteht hingegen a priori nicht, und schon gar nicht eine öffentliche Herkunftsnachweispflicht, der gemäß die betreffende Sammlung gegenüber jedem beliebigen Anfragenden den Titel samt vollständiger Dokumentationssammlung offenlegen muss. Tatsächlich gibt es sogar zahlreiche Gründe, weshalb eine Offenlegung dieser Dokumentation nicht empfehlenswert ist und teilweise sogar potentiell aus Datenschutz- und anderen rechtlichen Gründen verboten sein kann.
    Das bedeutet natürlich nicht, dass die an ein Museum gerichtete Frage "Habt ihr bezüglich dieser Stücke die Titelfrage mit ausreichender Sorgfalt geprüft?" nicht legitim ist und vielleicht sogar von interessierten Parteien viel öfter gefragt werden sollte als das derzeit der Fall ist. Es bedeutet jedoch sehr wohl, dass jene, die diese legitime Frage stellen, als Antwort nicht die Offenlegung aller Provenienz- und Titelnachweisdokumente erwarten können.
    Kommen wir zum im obigen Artikel reportierten Fall: Vertreter der DGUF (einer Fachorganisation, die bekanntermaßen Interessen im Bereich Kulturgüterschutz hat und daher sicherlich die oben genannte legitime Frage stellen darf und sogar bei gegebenem Verdacht dass es an einem Provenienznachweis mangelt stellen soll) haben an die Universität Jena diese Frage gestellt. Ob jetzt von Seiten der DGUF ein berechtigter Verdacht bestand, dass die Provenienz der Objekte unsicher ist oder nicht ist dabei gleichgültig, weil die Frage eben auch ganz ohne berechtigtem Verdacht durchaus legitim ist.
    Die Universität Jena hat darauf in der ersten Antwort (soweit sich das aus dem obigen Artikel erkennen lässt) geantwortet: "Ja, wir haben die Titelfrage ausreichend geprüft", wenngleich die genaue Formulierung der Antwort anders ausgefallen ist. Gleichzeitig ist sie durch die Formulierung ihrer Antwort darüber sogar hinausgegangen und hat gesagt, dass die Objekte aus einer bestimmten Sammlung stammen, die zu einer bestimmten Zeit zusammengestellt wurde.
    Man kann nun natürlich streiten, ob diese Antwort darauf hinweist, dass die Universität Jena ihrer Sorgfaltspflicht ausreichend nachgekommen ist oder nicht. Die DGUF hat dies in Anbetracht dieser Antwort scheinbar bezweifelt und daher noch einmal nachgefragt, und zwar letztlich beim Rektor der Universität Jena. Auch das ist legitim, denn der Rektor ist letztendlich wohl das oberste Leitungsorgan der Einrichtung, die die Objekte ihrer Sammlung einverleibt hat und damit letztverantwortlich.
    Der Rektor der Universität Jena hat diese Anfrage nun noch deutlich klarer beantwortet und festgehalten, er (bzw. wohl seine dafür zuständigen MitarbeiterInnen) habe die Eigentumsfrage recherchiert und im Rahmen dieser Recherche hätten sich keine Zweifel ergeben. Mit anderen Worten sagt der Rektor: wir sind unserer Sorgfaltspflicht nachgekommen und haben keine Zweifel dass die Stiftung, die uns diese Objekte leiht, tatsächlich rechtmäßigen Titel an den Objekten hält. Zusätzlich fügt er an, dass wenn der DGUF konkrete Gründe bekannt seien, die Zweifel am rechtmäßigen Bestehen eines Eigentumstitels der Stiftung begründen, sie diese Gründe der Stiftung bitte mitteilen solle.
    Alles das ist, soweit ich das zu erkennen vermag, vollkommen korrektes Handeln der Universität Jena. Sie scheint überzeugt zu sein, ihrer Sorgfaltspflicht ausreichend nachgekommen zu sein und hat dies auch in ihren Antworten an die DGUF einigermaßen klar zum Ausdruck gebracht. Konkrete Hinweise darauf, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen sei, liegen derzeit auch scheinbar nicht vor, denn weder die DGUF noch sonst jemand hier hat bisher Gründe genannt, weshalb bezüglich der konkreten Objekte konkrete Zweifel am Bestehen des rechtmäßigen Eigentumstitel der Stiftung angebracht sein sollten.
    Soweit zur Sachlage, wie sie sich mir darstellt. Nun zum obigen Artikel (der noch verhältnismäßig neutral ist) und der Mehrheit der dazu hier abgegebenen Reaktionen. Denn diese sind sehr bedenklich.
    Zuerst einmal gehen sowohl Artikel als auch die Mehrheit der Reaktionen davon aus, dass Provenienz und Titel der konkret betroffenen Objekte tatsächlich fragwürdig sind. Konkrete Gründe dafür werden allerdings keine angeführt. Dazu müsste man sich nämlich zuerst einmal die betroffenen Objekte genauer ansehen und versuchen ihre Herkunft zu bestimmen. Das ist jedoch bislang nicht in erkennbarer Weise geschehen. Vielmehr wird hier mit einem „Generalverdacht“ argumentiert, dass alle oder wenigstens viele in den 1970ern gehandelten Kulturgüter von zweifelhafter Provenienz sind und daher jedenfalls unsicheren Titels sind. Zwar stimmt zweifellos, dass zahlreiche Kulturgüter, die in den 1970ern gehandelt wurden, von zweifelhafter Herkunft sind, alle betrifft dies jedoch sicherlich nicht. Auch in den 1970ern wurde mit Kulturgütern gehandelt, deren Herkunft fraglos damals als geklärt angesehen werden konnte und bis heute angesehen werden kann. Die Tatsache, dass damals auch mit illegalen Kulturgütern legal gehandelt wurde ändert nichts daran, dass zur Bezweiflung der Rechtmäßigkeit des Titels an den konkreten Objekten konkrete Gründe angeführt werden müssen. Ein Generalverdacht reicht hier eben nicht aus, und zwar weder rechtlich noch ethisch. Damit hat die Annahme der Zweifelhaftigkeit des Titels den Charakter einer Vorverurteilung: es wird a priori davon ausgegangen, dass die Objekte illegal erworben wurden, dass schuldhaftes Verhalten vorliegt.
    Zweitens – und dadurch wird der Generalverdacht überhaupt erst zum Argument in der Diskussion – gehen sowohl Artikel als auch die Mehrheit der Reaktionen davon aus, dass die Privatsammlung, die diese Objekte nun als Dauerleihgabe der Universität Jena überlassen hat, auch tatsächlich Objekte fragwürdigen Titels erworben hat. Auch dafür gibt es keine konkreten Gründe: mit Ausnahme von Dr. Burchart hat sich scheinbar bisher niemand derer, die sich hier geäußert haben, diese Privatsammlung und ihr Erwerbsverhalten genauer angeschaut. Das mag zugegebenermaßen – da diese Sammlung scheinbar sehr „zurückhaltend“ agiert – einigermaßen schwer sein. Doch umgekehrt sind die konkreten Objekte bekannt und könnten daher hinsichtlich ihrer Herkunft und ihres Titels untersucht werden (z.B. durch Studium von Katalogen relevanter Auktionshäuser etc.). Damit ließe sich wenigstens in Bezug auf diese konkreten Objekte feststellen, ob tatsächlich in den nachvollziehbaren Fällen ein fragwürdiges Erwerbsverhalten der Sammlung vorgelegen hat. Auch das ist jedoch bisher scheinbar nicht geschehen, vielmehr liegt hier ein weiterer Generalverdacht der Argumentation zu Grunde: Privatsammlungen sind generell „dubios“ und daher kann a priori davon ausgegangen werden, dass alle Privatsammlungen auch Objekte zweifelhafter Herkunft und zweifelhaften Titels erworben haben. Auch diese Annahme hat den Charakter einer Vorverurteilung: es wird davon ausgegangen, dass die Sammlung schuldhaft agiert hat.
    Drittens – und vielleicht am schlimmsten von allen Vorverurteilungen in diesem Zusammenhang – wird auch sowohl im Artikel als auch in der Mehrheit der Reaktionen davon ausgegangen, dass die Universität Jena ihrer Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen ist. Der einzige Grund, der dafür bislang vorgebracht wurde, ist der, dass die Universität Jena nicht auf Pfiff einen vollständig dokumentierten Herkunftsnachweis für die Objekte veröffentlicht hat, sondern stattdessen – für den Fall dass diese tatsächlich konkrete Gründe hätten, die Rechtmäßigkeit des Eigentumsanspruchs der Privatsammlung zu bezweifeln – die Nachfragenden an den derzeitigen (und wenigstens mutmaßlich nach geltendem schweizerischem und deutschem Recht rechtmäßigen) Eigentümer der Objekte verwiesen hat. Dass die Universität Jena – in Anbetracht dass es sich bei den Objekten um Leihgaben handelt – vermutlich gar nicht das Recht hat, die ebenfalls im Eigentum der Privatsammlung stehenden Herkunftsnachweise zu veröffentlichen und daher vermutlich geltendes Recht brechen würde wenn sie das täte, wird dabei von den Nachfragenden völlig ausgeblendet. Die Tatsache dass die Universität Jena das nicht tun will oder tun darf wird als schlagender Beweis dafür gewertet, dass sie hier schuldhaft gehandelt hat. Auch das hat den Charakter einer Vorverurteilung.
    Der bereits mehrmaligen Entgegnung von Organen der Universität Jena, ihrer Sorgfältigkeitspflicht bei der Prüfung der Herkunft der konkreten Objekte nachgekommen zu sein, wird auf Grund dieser Vorverurteilungen kein Glaube geschenkt. Ganz im Gegenteil, die Beteuerungen sowohl Dr. Burcharts als auch des Rektors der Universität Jena, eine Prüfung vorgenommen und keine konkreten Gründe für Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Titels gefunden zu haben, werden als Beweis dafür ausgelegt, dass die Universität Jena ihrer Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen sei. Man beachte: diese Auslegung ist nur möglich, wenn man die jeweils ohne entsprechende Vorverurteilung gegebene Möglichkeit, dass die Universität Jena sorgfältig geprüft hat, die Privatsammlung den Titel rechtmäßig erworben hat und ein rechtmäßiger Herkunfts- und Titelnachweis zu diesen Objekten existiert, jeweils von vornherein ausschließt, also die Beteuerungen der Universität Jena eben auf Basis der oben genannten Vorverurteilungen interpretiert.
    Das Ergebnis ist nicht etwa eine – am Anlassfall Jena aufgerollte – Diskussion, wie eine sorgfältige Prüfung von Herkunft von und Titel an Kulturgütern durchzuführen sei, welche Gefahren man dabei beachten muss und ob eine solche Prüfung im Fall Jena mutmaßlich ausreichend sorgfältig stattgefunden hat. Vielmehr ist das Ergebnis die konkrete und in der Sache bislang völlig unbegründete öffentliche Beschuldigung von Kollegen – im konkreten Fall Dr Burchart – und Institutionen – der Universität Jena und der Privatsammlung – wenigstens wissenschaftlich bzw. museal unethisch, wenn nicht sogar rechtswidrig gehandelt zu haben. Wäre ich Dr Burchart, der Rektor der Universität Jena oder der Geschäftsführer der Privatsammlung, wären bereits meine Anwälte mit der Prüfung dieser Sache betraut.
    Aber ganz abgesehen von den zuletzt angedeuteten möglichen Rechtsfolgen lässt mir die Diskussion ganz generell kalte Schauer über den Rücken laufen. Denn diese Art mit Generalverdachten und Vorverurteilungen zu operieren lässt sich kaum anders denn als Hexenjagd bezeichnen. Würde ich hier behaupten, alle rothaarigen Frauen mit schwarzen Katzen wären generell der Hexerei verdächtig und eine konkrete rothaarige Frau mit schwarzer Katze müsste erst einmal öffentlich beweisen, dass sie keine Hexe sei, würde die Redaktion völlig berechtigter Weise meine Kommentare unmittelbar löschen, einmal abgesehen davon, dass das einen ebenso berechtigten Sturm der Entrüstung unter den Lesern dieser Webseite auslösen würde. Die Argumentationsstruktur zahlreicher Beiträge in dieser Diskussion entspricht jedoch – abgesehen von ihrem konkreten Inhalt – in ihren Grundzügen genau dieser Behauptung: auf Basis eines Generalverdachts werden konkrete Institutionen und Personen (vor)verurteilt und ultimativ zum öffentlichen Antritt ihres Unschuldsbeweises aufgefordert. Und nicht anders als bei anderen Hexenjadgen werden die Unschuldbeteuerungen der Beschuldigten als Beweis für ihre Schuld ausgelegt: was sonst würde die Universität Jena tun als ihre Unschuld zu beteuern? Sie muss also schuldig sein, denn ihre Antwort ist (beliebige Begründung einsetzen, z.B. zu ausweichend, unvollständig, etc.) und das beweist ihre Schuld!
    Es scheint so zu sein, als ob jene, die hier Anschuldigungen erheben, schon mit absoluter Sicherheit wissen, was wahr und was gut (und im Umkehrschluss, was falsch und böse) ist. Falsch und böse sind Privatsammlungen, wahr und gut ist jeden und alles an den Pranger zu stellen und niederzumachen, der auch nur irgendwie an solchen Privatsammlungen anstreift. Eine konkrete Beweisführung, dass tatsächlich eine wie auch immer schuldhafte Handlung vorliegt – ob nun der Privatsammlung oder der öffentlichen Organisation, die es gewagt hat sich etwas von einer Privatsammlung leihen zu lassen – ist in diesem Fall gar nicht mehr notwendig: Generalverdacht und Pauschalvorverurteilung genügen vollständig um die unterstellte Schuld zu beweisen, wenigstens so lange bis nicht ein bombenfester Unschuldsbeweis erbracht ist. Es gilt: guilty until proven innocent.
    Paul Watzlawick hat solches für sich absolute Wahrheit in Anspruch nehmendes (scheinbares) Wissen, ebenso wie die Folgen seiner Umsetzung, in seinem Buch „Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen“ (8. Aufl., Piper 2001, 102-4) sehr deutlich dargestellt. Wenn man glaubt, die Wahrheit nicht mehr suchen zu müssen sondern bereits zu kennen, die man Unwissenden, oder sogar noch schlimmer, Häretikern, wenn nötig auch gegen ihren Willen zu vermitteln hat, dann ist die Folge stets totalitärer Fanatismus. Und genau diesen sehe ich leider in der hier beobachtbaren Argumentationsstruktur. Und ganz ehrlich gesagt, das macht mir Angst.
    Nichts vom bisher Gesagten soll allerdings andeuten, dass nicht etwa auch die Universität Jena einen gewissen Erklärungsbedarf hat. Ich habe keine Ahnung, ob die betroffenen Objekte nun einen einwandfreien Herkunftsnachweis besitzen oder nicht; und ehrlich gestanden, das interessiert mich auch konkret sehr wenig. Vielmehr ergeben sich aus den Antworten der Universität Jena auf die Anfragen der DGUF und die hier abgegebene Stellungnahme von Dr. Burchart Fragen, die durchaus wichtig sind. Um daher zum Abschluss zu versuchen, der Diskussion eine etwas andere und meiner Meinung nach weit sinnvollere Richtung zu geben, erlaube ich mir zum Schluss auch noch Dr. Burchart bzw. der Universität Jena diese Fragen zu stellen.
    Was mich im konkreten Fall interessieren würde ist, wie die Universität Jena die Überprüfung der Herkunft der und des Titels der Nereus-Privatstiftung an diesen Objekten vorgenommen hat, bzw. wo die Universität Jena ihre internen Prozeduren für eine derartige Herkunfts- und Titelüberprüfung für Ankäufe, Leihgaben etc. festgehalten hat, ob diese auch gegebenenfalls (und wenn ja wo) öffentlich eingesehen werden können, und ob im konkreten Fall diese Prozeduren auch tatsächlich zur Anwendung gekommen sind. Denn bislang geht aus den Antworten der Universität Jena und der Stellungnahme D. Burcharts nur hervor, dass die Objekte aus einer Privatsammlung stammen, die hauptsächlich in den 1970ern durch Ankäufe in bei internationalen Auktionen aufgebaut worden ist.
    Hier kann nun die Tatsache, dass tatsächlich und nachweislich in den 1970ern auch viele Kulturgüter auf internationalen Auktionen gehandelt wurden, deren Herkunft und rechtmäßiger Titel als zweifelhaft betrachtet werden müssen, berechtigter Weise dazu dienen einen allgemeinen Zweifel zu begründen, der eine erhöhte Sorgfaltspflicht eines Objekte aus einer mittels solcher Auktionen zusammengestellten Sammlung erwerbenden Museums auslöst. Die Tatsache, dass der Erwerb der Objekte durch den privaten Sammler, aus dessen Nachlass die nun rechtmäßiger Eigentümer seiende Stiftung hervorgegangen ist, in den 1970ern auf internationalen Auktionen legal erfolgt ist, genügt nämlich – gemäß den Richtlinien des ICOM Code of Ethics for Museums – nicht für sich alleine, um einen zweifelsfreien Titel zu begründen. Siehe dazu Art. 2.2 des ICOM Codes, der im letzten Satz festhält: „Evidence of lawful ownership in a country is not necessarily valid title”.
    Hieraus ergeben sich meine konkreten Fragen an Dr Burchart:
    Hat Ihres Wissens die Universität Jena bzw. haben Sie selbst eine Überprüfung der Herkunft und des Titels der von Jena als Dauerleihgabe von der Nereus-Stiftung übernommenen Objekte vorgenommen, die über die Bestimmung des rechtmäßigen Eigentumsanspruchs der Nereus-Privatstiftung an diesen Objekten in der Schweiz hinausgegangen ist?
    Falls nein, weshalb sind Sie der Ansicht, dass eine bloße Überprüfung des rechtmäßigen Eigentumsanspruchs der Nereus-Stiftung an diesen Objekten in der Schweiz die Anforderung der sorgfältigen Prüfung von Herkunft und Titel solcher Objekte gemäß dem ICOM Code of Ethics for Museums entspricht?
    Falls ja, welche weiteren Überprüfungsmaßnahmen haben Sie bzw. hat die Universität Jena gesetzt, um Herkunft und Titel der Nereus-Privatstiftung an diesen Objekten sorgfältig zu überprüfen?
    Hat die Universität Jena interne Richtlinien, wie im Fall der Annahme einer Leihgabe von Kulturgütern die Überprüfung von Herkunft und Titel an den geliehenen Objekten durchzuführen ist?
    Wenn ja, sind diese Richtlinien veröffentlicht oder öffentlich einsehbar?
    Wenn ja, wo und wie?
    Und gegebenenfalls: können Sie diese Richtlinien hier vorstellen und uns versichern, dass diese Richtlinien auch im konkreten Fall eingehalten wurden?
    Auf Basis der Antworten auf diese Fragen lässt sich anschließend erstens diskutieren, ob die Universität Jena mutmaßlich die Herkunfts- und Titelprüfung mit der notwendigen Sorgfalt vorgenommen hat oder gegebenenfalls ihre Überprüfung noch einmal und dann stringenter durchführen sollte; und zweitens anhand dieses Fallbeispiels diskutieren, wie eine solche Überprüfung sinnvoll durchgeführt werden kann, insbesondere in Bezug auf Objekte, die im 20. Jahrhundert über den (legalen) Antikenmarkt verhandelt wurden, und zwar wenigstens teilweise mit höchst mangelhaften Provenienznachweisen; und wie man mit solchen Objekten zweifelhafter Herkunft heute als öffentliche Sammlung am besten verfahren soll. Und zwar ganz ohne Generalverdachte und Pauschalvorverurteilungen auf Basis rationaler Argumente statt auf Basis eines fundamentalistischen und totalitären Dogmatismus.
    Mit besten Grüßen,
    RAY
  • Roland Hillot
    Roland Hillot
    am 31.10.2013
    Selten eine so ausführliche und teilweise gut begründete Diskussion auf Archäologie Online gelesen.

    Ich habe mir den gesamten Vorgang mal gründlicher angeschaut. Die Primärquelle ist eine Anfrage der DGUF an die Antikensammlung. Anders als Ray das hier sieht, hat die Universität Jena - jedenfalls laut den Zitaten, welche die DGUF gibt - NICHT klar geantwortet. Ich zitiere aus dem Newsletter der DGUF (und hoffe, da handle ich mir nun keinen Ärger ein, Urheberschutzgesetz und so; http://www.dguf.de/fileadmin/user_upload/Newsletter-Archiv/DGUF-Dok_20_DGUF-Newsletter_2013-10-14.pdf):

    "Eine Rückfrage der DGUF in Jena nach der Stiftung und inwieweit die Legalität der Objekte sichergestellt sei, erbrachte folgende Auskunft: "Bei der Nereus-Stiftung handelt es sich um eine private Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Die Objekte stammen aus einer seit den 1970er Jahren zusammengetragenen Privatsammlung"."

    Das ist also schonmal überhaupt keine Äußerung zur Frage der Legalität der Objekte. Weiter im Newsletter-Text:
    "Aus Sicht der DGUF ist das eine Auskunft, die den Verdacht, es könne sich um illegal aus Italien transferierte Kulturgüter handeln, eher nährt denn ausschließt. Nachdem die Sammlung selbst eine erneute, sehr spezifische Rückfrage der DGUF über mehrere Wochen hin nicht beantwortete, erhielten wir auf Rückfrage beim Rektor dessen nachfolgende abschließende Auskunft: "Nach meinen Recherchen ergibt sich keinerlei Anhaltspunkt, an der Rechtmäßigkeit der Eigentümerstellung der Nereus-Stiftung zu zweifeln. Sollten Sie Zweifel begründende Informationen haben, bitte ich Sie um Kontaktaufnahme mit der Stiftung selbst." Eine Bestätigung, dass die Antiken legal im Besitz der Nereus-Stiftung sind und damit die Einfügung in die Antikensammlung der Universität Jena unbedenklich ist, beispielsweise durch Vorlage einer Ausfuhrgenehmigung aus Italien, steht aus."

    Der Rektor sagt von sich selbst, er habe recherchiert, spezifiziert das aber nicht. Kann ich mir seine persönliche Recherche so vorstellen, dass er selbst Papiere einsah? Oder ist das nicht vielleicht auch nur ein Anruf bei der Sammlung anlässlich der DGUF-Anfrage? Wir erfahren es nicht. Und dann empfiehlt er die Kontaktaufnahme mit einer Stiftung, deren Adresse nirgendwo zu finden ist und die er wohl auch nicht migeliefert hat. Hm. Wäre das bei der Bahn oder bei einem Telekommunikationsanbieter so passiert, würde ich das jedenfalls als massives Abwimmeln empfinden.

    Wir sprechen hier nicht von einer Offenlegung der Dokumente gegenüber einer Fachgesellschaft oder gar der Öffentlichkeit. Wir sprechen von einer fehlenden Äußerung, dass einem z. B. Ausfuhrgenehmigungen vorlagen. Eine Äußerung, die glaubhaft machen würde, dass die Universität Jena geprüft hat. Soweit ich das sehe, gehe es nicht um mehr. Es geht nicht um den Beweis, sondern um eine kurze, glaubwürdige Äußerung. Dass es bis jetzt aussteht, dass die Universität nun weiterhin sich nicht inhaltlich äußert, verstehe ich nicht. Und mit Hexenverfolgung, lieber Ray, hat meine Verwunderung rein gar nichts zu tun.


    Roland
  • S. Tamás
    S. Tamás
    am 31.10.2013
    Als Anmerkung: in der Kürze liegt die Würze, bitte mehr Effektivität in den Kommentaren.

    Literaturhinweis zusammenfassen mit allen wichtigen Abkommen und Konventionen, dazu wichtige Fallbeispiele; Angaben zur Antikensammlung der FSU Jena sind an einigen wenigen Stellen aufgenommen - allerdings mit Stand bis 2003:

    Heilmeyer 2004: Wolf-Dieter Heilmeyer (Hrsg.), Illegale Archäologie? : Internationale Konferenz über zukünftige Probleme bei unerlaubtem Antikentransfer, 23. - 25.5.2003 in Berlin, aus Anlass des 15. Jahrestages der Berliner Erklärung. Berlin: Weißensee Verl., 2004.

    S. Tamás
  • Raimund Karl
    Raimund Karl
    am 31.10.2013
    Hi Roland,
    nun, ich bin anderer Ansicht. Die Antwort: "Die Objekte stammen aus einer Privatsammlung..." sagt zwar nichts Explizites zur Frage der Legalität der Objekte, impliziert allerdings sehr wohl, dass diese legal sind. Und selbst wenn das ursprüngliche Schreiben sich dazu nicht explizit geäußert hat, haben das sowohl die Antwort des Rektors von Jena als auch die ausführlichere Stellungnahme von Dr Burchart hier sehr wohl auch explizit festgehalten.
    Und auch die Antwort des Rektors, er habe recherchiert, sagt eigentlich alles, was der Rektor sagen muss. Ok, er war vielleicht nicht übermäßig hilfreich, indem er keine Adresse der Nereus-Stiftung mitgeliefert hat. Aber andererseits, die Universität Würzburg scheint diese Stiftung auch zu kennen, weil sie hat 3 Stücke antiker Gläser dieser Stiftung in ihrem Martin von Wagner Museum (siehe hier: http://www.ergon-verlag.de/verz/novitaetenverzeichnis_2010_2.pdf, Seite 17). Vielleicht ist diese Stiftung doch nicht ganz so unerreichbar, wie hier getan wird, wenigstens nicht für deutsche Universitätsmuseen. Sei dem wie es sei, die Aussage des Rektors, dass sich aus seinen Recherchen keine Zweifel an der Eigentümerstellung dieser Stiftung ergeben haben, sind jedem der weiß wie ein Universitätsbetrieb funktioniert halbwegs offensichtlich: er wird seine Rechtsabteilung damit beauftragt haben, das zu prüfen, weil keine Universität nimmt eine Leihgabe an, ehe nicht die Rechtsabteilung der Uni geprüft hat, dass das alles rechtmäßig abläuft. Jede Uni will ein Theater wie das, das wir hier gerade sehen bzw. machen tunlichst vermeiden. Darum lässt sie erst mal ihre Rechtabteilung prüfen.
    Auch geht klar aus dem von Dir zitierten Newsletter der DGUF hervor, wie sich die DGUF den Nachweis des rechtmäßigen Titels vorgestellt hat: durch Vorlage einer italienischen Ausfuhrgenehmigung. Wie ich bereits oben erwähnt habe, darf das der Rektor von Jena aber gar nicht vorlegen, weil dieses Dokument wohl beim Eigentümer verblieben ist.
    Ob sich die Rechtabteilung von Jena vor Annahme der Leihgabe solche eventuell existierenden Dokumente hat vorlegen lassen können wir allesamt nicht beurteilen. Das wäre aber das, was es zuerst herauszufinden gelten würde. Darum auch meine obigen Fragen an Dr Burchart: ich Frage was die Uni Jena alles geprüft hat, bevor sie die Leihgabe angenommen hat. Wenn die Antwoirt darauf sein sollte "nix", dann können wir gerne alle darauf schimpfen, dass die Uni Jena schlampig war, und der Uni Jena sagen dass sie das nochmals prüfen soll und dann gegebenenfalls - falls diese Dokumente nicht vorliegen - die Stücke dankend zurückgeben soll. Die DGUF - so sehr ich sie schätze - kann aber die Vorlage eines solchen Dokuments von gar niemandem verlangen, weil sie hat darauf weder einen Rechts- noch einen moralischen oder sonstigen Anspruch. Das Dokument kann sich Italien vorlegen lassen, wenn es sich geschädigt fühlt. Aber wenn dann auch nicht von der Uni Jena, sondern nur von der Nereus-Privatstiftung, die eben der Eigentümer der Objekte ist.
    Darum bin ich eben der Ansicht, dass eine Vorverurteilung der Uni Jena hier nicht angebracht und bedenklich ist (ebenso wie die Vorverurteilung der Stiftung). Hier wäre es eben zuerst einmal angebracht gewesen, ordentlich zu recherchieren und die Fakten zu etablieren, und erst dann einen medialen Zirkus zu beginnen, wenn die Fakten geklärt sind.
    Wenn die Fakten dann tatsächlich so sind, wie sie hier unterstellt werden (nämlich das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist), dann kann man und soll man die Uni Jena auch kräftig deswegen schimpfen, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen ist. Vorher ist es hingegen verfrüht und hat den Charakter einer Hexenjadg, in der Generalverdachte und Vorverurteilungen die Argumentation bestimmen.
    Liebe Grüße,
    RAY
  • Anni Hohler
    Anni Hohler
    am 31.10.2013
    Hallo in die Runde,

    Ray, ehrlich gesagt verstehe ich Dich überhaupt nicht. Ich finde, in der ganzen Diskussion hier sind die Äußerungen sehr behutsam. Niemand behauptet, dass die Antiken illegal sind oder dass Jena was Illegales gemacht hat. Es geht hier nur darum, dass Jena sich Fragen gefallen alssen muss und die beantworten sollte, statt wiederholt zu schweigen oder einfach - siehe die Antwort des Pressesprechers Burchardt - zu schimpfen ob der angeblichen Zumutung. Die Anfrage gibt es seit Anfang August, jetzt ist fast Anfang November, und eine inhaltlich solide Antwort steht aus. Herr Burchardt, so lange dauert keine Grabungssaison! ;-)

    Die DGUF ist doch superseriös, also bitte! Die haben auf drei Anfragen zwei Mails à zwei Sätze bekommen. Ich finde es toll, dass die dann nicht sagen: "Achsoooo, naja dann wird schon alles ganz supidupi prima sein!", das wäre ja sehr naiv. Ich finde es wichtig, dass sie den Vorgang offen gelegt haben. Denn nur das ist es, keine Behauptung. Und auch im Artikel von Archäologie Online lese ich nirgends die Behauptung, die Antiken seien illegal. Woher sie stammen, da ist die Antwort auch nicht "Nereus-Stiftung", sondern eben, ob sie dort legal hingelangt sind.


    Liebe Grüße,
    Anni
  • Anni Hohler
    Anni Hohler
    am 01.11.2013
    Hallo in die Runde,

    Ray, ehrlich gesagt verstehe ich Dich überhaupt nicht. Du schreibst teilweise sehr kluge Sachen, auch Deine Fragen am Schluss finde ich gut. Aber Du kannst doch nicht im Ernst meinen, dass die Sätze, die Roland hier nennt, genügen. Bitte lies den Sachverhalt gründlich, bevor Du Urteile fällst.

    Ich finde, in der ganzen Diskussion hier sind die Äußerungen sehr behutsam. Niemand behauptet, dass die Antiken illegal sind oder dass Jena was Illegales gemacht hat. Es geht hier nur darum, dass Jena sich Fragen gefallen lassen muss und die beantworten sollte, statt wiederholt zu schweigen, kurze Banalitäten von sich zu geben oder einfach - siehe die Antwort des Pressesprechers (nicht Sammlungsleiters!) Burchardt - zu schimpfen ob der angeblichen Zumutung. Die Anfrage gibt es seit Anfang August, jetzt ist Anfang November, und eine inhaltlich solide Antwort steht aus. Herr Burchardt, so lange dauert keine Grabungssaison! ;-)

    Die DGUF ist doch superseriös, also bitte! Die haben auf drei Anfragen zwei Mails à zwei Sätze bekommen. Ich finde es wichtig, dass sie den Vorgang offen gelegt haben. Denn nur das ist es, keine Behauptung. Und auch im Artikel von Archäologie Online lese ich nirgends die Behauptung, die Antiken seien illegal. Woher sie stammen, da ist die Antwort auch nicht "Nereus-Stiftung", sondern eben, ob sie dort legal hingelangt sind.


    Liebe Grüße,
    Anni
  • Anni Hohler
    Anni Hohler
    am 01.11.2013
    Oh, sorry, fürs Doppelposting!!! Ich konnte das ewig nicht abschicken und habe es am folgenden Tag mit ein paar Gedanken mehr nochmal probiert.

    Anni
  • Vladimir
    Vladimir
    am 02.11.2013
    Dear Ray,

    I completely agree with Anni. Nobody is yet judging the status of objects, we are asking for information. While you are right that not all information may be directly available to Jena University, some basic information should be, and just saying 'trust us, it is ok' is simply not enough anymore in 2013 -- also because many even famous museums saying just that have turned out to be lying. And because, in this field, guidelines require the 'accused' to proof their innocence, not the 'accusers' -- a very unusual situation indeed, resulting from very unusual and chilling circumstances.

    In any case, I completely fail to understand why Jena University is so reluctant. Any decent museum or private collection catalogue would contain all known literature references to objects, including entries in auction catalogues. Generally, such a collection catalogue would contain information on the earliest known provenance of an object as well. Also since none of this type of information is confidential, it should take Jena University about 5 minutes to make it available, if not to the general public, then to a serious organization like DGUF. In fact, many museums provide precisely this information online for their whole collection, or large parts of it.

    The fact that Jena University does not seem to be willing at all to provide such basic information is at best unusual, at worse a reason for suspicion -- also because it is a well researched truth that the overwhelming majority of antiquities sold at auction in the 1970s did not have a proper provenance (something which unfortunately has not changed much since, I must say). Just open an auction catalogue, and you can see for yourself.

    In addition, although a completely or even mostly 'clean' private collection formed in the 1970s is unlikely, it is certainly not entirely impossible. However, one would expect such a collection, or a museum exhibiting it, to be so proud of this exceptional and excellent background, that they would provide all the provenance information enthousiastically. Even if those involved are more reluctant, the relevant information must, by definition, be easily available: precisely because in the 1970s nobody bothered about provenance, those few who did must have invested heavily in documentation.

    To be clear, I am not necessarily talking about contracts or licenses here (although I see no real reason to keep these confidential for transactions of 40 years ago). I am simply talking about places and dates. Basic information the museum must know.

    Finally, I completely agree that everyone is innocent till proven guilty. The chilling fact in this field, however, is that in (almost?, I don't even think so) every case that has come up, something was seriously wrong, and that there are problematic objects in every collection. The odds are simply not good.
  • Vladimir
    Vladimir
    am 02.11.2013
    Dear Ray,

    I completely agree with Anni. Nobody is yet judging the status of objects, we are asking for information. While you are right that not all information may be directly available to Jena University, some basic information should be, and just saying 'trust us, it is ok' is simply not enough anymore in 2013 -- also because many even famous museums saying just that have turned out to be lying. And because, in this field, guidelines require the 'accused' to proof their innocence, not the 'accusers' -- a very unusual situation indeed, resulting from very unusual and chilling circumstances.

    In any case, I completely fail to understand why Jena University is so reluctant. Any decent museum or private collection catalogue would contain all known literature references to objects, including entries in auction catalogues. Generally, such a collection catalogue would contain information on the earliest known provenance of an object as well. Also since none of this type of information is confidential, it should take Jena University about 5 minutes to make it available, if not to the general public, then to a serious organization like DGUF. In fact, many museums provide precisely this information online for their whole collection, or large parts of it.

    The fact that Jena University does not seem to be willing at all to provide such basic information is at best unusual, at worse a reason for suspicion -- also because it is a well researched truth that the overwhelming majority of antiquities sold at auction in the 1970s did not have a proper provenance (something which unfortunately has not changed much since, I must say). Just open an auction catalogue, and you can see for yourself.

    In addition, although a completely or even mostly 'clean' private collection formed in the 1970s is unlikely, it is certainly not entirely impossible. However, one would expect such a collection, or a museum exhibiting it, to be so proud of this exceptional and excellent background, that they would provide all the provenance information enthousiastically. Even if those involved are more reluctant, the relevant information must, by definition, be easily available: precisely because in the 1970s nobody bothered about provenance, those few who did must have invested heavily in documentation.

    To be clear, I am not necessarily talking about contracts or licenses here (although I see no real reason to keep these confidential for transactions of 40 years ago). I am simply talking about places and dates. Basic information the museum must know.

    Finally, I completely agree that everyone is innocent till proven guilty. The chilling fact in this field, however, is that in (almost?, I don't even think so) every case that has come up, something was seriously wrong, and that there are problematic objects in every collection. The odds are simply not good.
  • Vladimir
    Vladimir
    am 02.11.2013
    Oops, now I double posted too, sorry! The system seems a bit slow to respond to the uploading button...
  • J. Hawkwood
    J. Hawkwood
    am 08.11.2013
    Allgemein gesagt....
    Jeder, der die Machtstrukturen und das Netzwerk von Archäologen und Universitäten in Deutschland (und Österreich) kennt, der ist sich vollkommen klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird.

    Und da die Universitäten wie auch die Archäologen von der Politik abhängig sind, aber auch für Politiker immer wieder PR machen, werden ggf. im Gegenzug Politiker über alles hinwegsehen oder ggf. sogar beim Vertuschen helfen.

    Denn: Archaeologie ist Politik. Machtpolitik. Auch im 21. Jahrhundert.
    Und wer fragen stellt, stört. Stört diejenigen, die mit Archäologie Geld verdienen wollen.

    Aber wer keine Fragen stellt, ist kein Wissenschaftler - aber auch kein vernünftiger Bürger.

    Man fängt sich also an zu fragen, wo heute der Schwerpunkt in der Archaelogy liegt. Beim einsammeln von Fördergeldern? Beim schaffen von Stellen an Universitäten? Bei Polit-PR? Wenn man deutsche Fachpublikationen liest, bekommt man jedenfalls Zweifel, dass es um Forschung geht.

    Jeder der ein wahres Interesse an der Forschung hat, will schon aus wissenschaftlicher Neugier erfahren, woher die Sammlungsobjekte stammen!!!

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