Antikensammlung in Jena wiedereröffnet

Jena ist um eine Attraktion reicher. Seit dem 24. April 2012 haben die Antikensammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) am neuen Standort in der Carl-Pulfrich-Straße 2 ihre Pforten geöffnet.

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Blick auf einige Büsten der wiedereröffneten Antikensammlungen
Blick auf einige Büsten der wiedereröffneten Antikensammlungen der Universität Jena. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

"Das ist für uns ein ganz besonderer Moment", sagt Prof. Dr. Angelika Geyer, Lehrstuhlinhaberin für Klassische Archäologie. Seit 19 Jahren kämpfte sie gemeinsam mit den Jenaer Altertumswissenschaftlern dafür, die Sammlungen vereint an einem Ort der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Seit der Schließung des Archäologischen Museums der Universität Jena vor genau 50 Jahren war die Originalsammlung auf engstem Raum eingelagert und höchstens während Sonderausstellungen im Stadtmuseum zu sehen. Die Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen befand sich im Magazin des Berliner Pergamonmuseums und kehrte sukzessive, zuletzt im vergangenen Jahr – soweit wie möglich – nach Jena zurück. Hochkarätige Dauerleihgaben und Schenkungen haben die Sammlungen in den letzten Monaten zusätzlich bereichert, so dass sie nun weit mehr als 2.000 Exponate umfassen. Davon können sich Besucher von jetzt an selbst überzeugen. Regelmäßig immer mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr sind die Sammlungen zugänglich.

Die Sammlung repräsentiert mit den originalen Großplastiken und Gipsabgüssen, den Keramiken, Bankettausrüstungen, Metall- und Glasgegenständen sowie Münzen das gesamte Spektrum antiken Kunstschaffens. Außerdem decken die Originale mit ihrer Herkunft fast den gesamten Mittelmeerraum und alle Epochen der Antike ab – von der Bronze- bis weit in die römische Kaiserzeit. Dozenten und Studenten können jetzt endlich die antiken Stücke unkompliziert in die Lehre einbeziehen, da Seminare nun auch dort stattfinden können. Die Arbeit an den gegenständlichen Hinterlassenschaften sei schließlich elementar für die Archäologie, erklärt Prof. Geyer. Gleiches gelte für die Forschung: Nun seien endlich auch optimale Rahmenbedingungen für die Arbeit an den Originalen geschaffen, auf die auch auswärtige Wissenschaftler zurückgreifen können.

"Mit der Wiedereröffnung geben wir aber nicht nur der Universität, sondern der gesamten Stadt ein Stück ihrer Geschichte wieder", sagt Dr. Dennis Graen, der Kustos der Antikensammlungen der Universität Jena. Der Jenaer Altphilologe Carl Wilhelm Goettling hatte das Archäologische Museum 1846 im ehemaligen Jenaer Stadtschloss eröffnet. Nach der Fertigstellung des Universitätshauptgebäudes 1908 fanden die Exponate in dessen Südostflügel ein neues Zuhause. "Nach den ersten Berichten über einen neuen Ausstellungsraum sprachen mich Interessierte aus der ganzen Stadt immer wieder auf das Thema an", sagt Graen. "Die Begeisterung für die Antike ist in Jena sehr groß."

"Wir würden uns freuen, wenn unsere zukünftigen Besucher in den Antikensammlungen der Universität Jena einen Einblick in die Lebenswelten der Menschen der Antike erhalten und sich gleichzeitig an der Schönheit antiker Kunst erfreuen können", resümiert Angelika Geyer.

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