Der Sarkophag des Bischofs

In Paderborn ist der 1,5 Tonnen schwere Sarkophag, in dem Bischof Meinwerk im Jahr 1036 bestattet wurde, von der Busdorfkirche in das Diözesanmuseum gebracht worden. Dort und im Museum in der Kaiserpfalz hat der Aufbau der Sonderausstellung „Für Königtum und Himmelreich – 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn“ begonnen.

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In diesem Sarkophag wurde Bischof Meinwerk Nach seinem Tod am 5. Juni 1036 beigesetzt; der Deckel ist nicht original.(Foto: A. Hoffmann)
In diesem Sarkophag wurde Bischof Meinwerk Nach seinem Tod am 5. Juni 1036 beigesetzt; der Deckel ist nicht original.(Foto: A. Hoffmann)

Das Objekt gehört für die Ausstellungsmacher in Paderborn zu den wichtigsten Exponaten der Sonderausstellung. Nach seinem Tod am 5. Juni 1036 wurde Meinwerk darin, wie er es verfügt hatte, in dem von ihm gegründeten Abdinghofkloster beigesetzt. Der steinerne Sarg befindet sich seit 1958 in der Busdorfkirche in Paderborn. Für die Jubiläumsausstellung wurde das Objekt nun mithilfe eines Krans in das Obergeschoss des Diözesanmuseums gehievt. Dort bildet es den Mittelpunkt der letzten Ausstellungseinheit, die dem Tod und der Bestattung des Bischofs gewidmet ist. Der Künstler Brody Neuenschwander wird den Sarg mit Licht, Filmsequenzen und großformatigen Zitaten in Szene setzen.

Der Sarkophag besteht aus Kalkstein, ist zwei Meter lang und 52 Zentimeter hoch. Seine Außen- und Innenseiten hat der Steinmetz nur grob geglättet, weil er ursprünglich nicht für eine oberirdische, sichtbare Aufstellung gedacht war. Der Deckel wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts durch eine Reliefplatte mit einer idealisierten Darstellung des Bischofs ersetzt. Auch diese wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Bischof Meinwerk war es nicht vergönnt, auf Dauer seine letzte Ruhestätte in der von ihm gegründeten Abdinghofkirche zu finden, wie er es sich selbst gewünscht hatte. Seine Verehrung nahm derart zu, dass 1376 seine Gebeine feierlich erhoben und in einem neu geschaffenen Hochgrab im Konventschor der Kirche beigesetzt wurden. 1803, als das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgelöst wurde, öffnete man das Hochgrab und überführte das Reliquiar mit den Gebeinen in die Busdorfkirche. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die sterblichen Überreste in einem vergoldeten Holzschrein im Kreuzaltar der Busdorfkirche präsentiert. Ein Teil von ihnen wurde 1936, zur 900-Jahr-Feier des Todestags des seligen Bischofs, in die damals neugestaltete Bischofsgruft des Paderborner Doms überführt. Als 1958 der Sarkophag in die Busdorfkirche gebracht wurde, hat man die dortigen Gebeine wieder darin niedergelegt. Für die Dauer der Ausstellung wurden sie in der Busdorfkirche feierlich umgebettet.

Das Erzbistum Paderborn und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) würdigen mit der Ausstellung Leben und Werk eines der bedeutendsten Bischöfe des Mittelalters. Die Jubiläumsausstellung zum Amtsantritt von Bischof Meinwerk vor 1000 Jahren wird ab 23. Oktober bis zum 21. Februar 2010 eine Epoche lebendig werden lassen, in der das Zusammenspiel geistlicher und weltlicher Herrschaft ihren Höhepunkt erreichte und die Bischöfe zusammen mit dem König und den Adligen das Reich regierten. Gezeigt werden kostbare Handschriften, Urkunden und liturgische Geräte, aber auch Schmuckstücke, Waffen und Möbel aus Sammlungen in ganz Europa.

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