Besucherzentrum Arche Nebra präsentiert die Geschichte der Himmelsscheibe

Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos – ein einzigartiges Zeugnis mitteleuropäischer Kulturgeschichte. Nahe dem Fundort dieses herausragenden archäologischen Fundes öffnet ab dem 21. Juni 2007 das multimediale Besucherzentrum Arche Nebra.

Nachrichten durchblättern
Das eindrucksvolle Gebäude der Arche Nebra in Sachsen-Anhalt

Dort lässt sich in einer aufwändig inszenierten Präsentation die spannende Geschichte rund um die Himmelsscheibe nachvollziehen. Neben einem Einblick in die Kulturgeschichte der Region, von den ersten menschlichen Zeugnissen der Steinzeit bis in mittelalterliche Zeit, erfahren die Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über das Leben der Menschen in der frühen Bronzezeit vor etwa 3600 Jahren - der Zeit der Himmelsscheibe.

Schwerpunktmäßig dreht sich in der multimedialen Präsentation alles um die geheimnisvolle Bronzescheibe, die als hochwertige Kopie und in einer besonderen Inszenierung zu sehen sein wird. Die komplexe Geschichte von der Herstellung der Himmelsscheibe in all ihren Schritten und Veränderungsphasen bis zu ihrer Niederlegung in die Erde wird für jedermann nachvollziehbar.

Die neuartige Darstellung mit einer Vielzahl von multimedialen Gestaltungselementen erleichtert den Besucherinnen und Besuchern den Zugang zu einem komplexen Thema. Spielerische Elemente laden zum Selbsterforschen und Mitmachen ein und sind auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

Herzstück des Besucherzentrums ist das Planetarium. Wie sah der Sternenhimmel vor 3600 Jahren aus, und welche Rolle spielt dabei die Himmelsscheibe? Die eindrucksvolle digitale Planetariumsshow hilft, die komplizierten astronomischen Zusammenhänge um Sonne, Mond und Sterne, die auf der Scheibe dargestellt sind, zu verstehen.

Beim Besuch des Fundplatzes der Himmelsscheibe auf dem Mittelbergplateau bietet ein 30 m hoher Aussichtsturm, der wie eine überdimensionale Sonnenuhr gestaltet ist, Ausblicke zum Kyffhäuser und zum Brocken. So lassen sich die Sichtachsen wieder nachvollziehen, die in der Bronzezeit auf dem damals unbewaldeten Mittelberg gegeben waren und wiederum mit den Darstellungen auf der Scheibe in Zusammenhang stehen.

Die Himmelsscheibe

Die Bronzescheibe mit den Himmelsdarstellungen diente wohl als astronomische Erinnerungsstütze (Memogramm) für diejenigen, die den Himmel der Bronzezeit beobachteten. Die Forscher gehen davon aus, dass sie eine komplexe Schaltregel verschlüsselt, die dazu diente, Sonnen- und Mondjahr in Einklang zu bringen. Die abstrakten Darstellungen auf der Scheibe sind auch deshalb so außergewöhnlich, weil sie jahrzehntelange präzise Himmelsbeobachtungen und einen hohen Abstraktionsgrad voraussetzen, den man bislang bei bronzezeitlichen Menschen außerhalb der Hochkulturen im Vorderen Orient nicht vermutet hatte. Außerdem lassen sie Rückschlüsse auf das bronzezeitliche Weltbild zu: Wie eine Kuppel wölbt sich das Himmelszelt über die flache Erde.

Himmelswege

Der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra und das Besucherzentrum Arche Nebra sind Teil der Himmelswege, einer touristischen Route, die weitere archäologische Entdeckungen im südlichen Sachsen-Anhalt verbindet. Drei weitere Stationen erzählen von der Astronomie unserer Vorfahren und archäologischen Spuren Jahrtausende alten Wissens: Goseck mit dem 7000 Jahre alten Sonnenobservatorium, Langeneichstädt mit einer jungsteinzeitlichen Grabkammer mit Dolmengöttin sowie das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale), das allerdings erst  ab ab 23. Mai 2008 wiedereröffnet wird. Dort wird dann auch das Original der Scheibe zu sehen sein.

Informationen

Besucherzentrum Arche Nebra

info(at)himmelsscheibe-erleben.de
www.himmelsscheibe-erleben.de

Öffnungszeiten

Apri - Oktober 10.00 - 18.00 Uhr
November - März 10.00 - 16.00 Uhr
Montags geschlossen (der Aussichtsturm ist auch montags geöffnet).

Kommentare (3)

  • Barbara Christine
    Barbara Christine
    am 19.06.2007
    Hallo, ich kriege richtig Lust, da hinzufahren ....! und mir das anzuschauen.
    grüße aus der nachbarschaft!
    :rolleyes: :razz: :evil: :biggrin:
  • Rolf Nowack
    Rolf Nowack
    am 23.06.2007
    Statt die goldenen Banane" und den "Finger Wodans" zu bauen, wäre es besser gewesen, das Geld in eine saubere Flächengrabung zu stecken. Der Mittelberg trägt eine weitläufigere als bisher bekannte prähistorische befestigte Siedlung. Hier oben grenzen senkrecht gestellte Steinplatten die zweigeteilte Rechteckhauptanlage ab. Diese jüngereisenzeitliche Anlage überdeckt eine langovale dem Gelände angepaßte gestaffelte ebenfalls befestigte Großsiedlung älteren Datums. Vor dem eisenzeitlichen westlichen Querwall wird diese ältere Wehranlage durch einen gebogenen Wall gegen die Hochfläche gesichert.
    Digitale Luftaufnahmen hätten schon diese Situationen erhellen können. Aufwendige Erdradarmessungen könnten die genaue Lage der einzelnen Bauabschnitte und der "Observatorium-Straßen" bzw. der "gepflasterte Leitlinien" sowie der Ostsiedlung darstellen. Daher bitte ich die Finanzunterstützer der modernen Großbauten auf dem Mittelberg um Unterstützung für weitere Großflächenuntersuchungen. Es grüßt der Burgenfuchs aus Katlenburg.
  • Sepp Albrecht
    Sepp Albrecht
    am 05.10.2009
    Wie sollen nachfolgende Generationen an einem abstrakt dargestellten Himmelsanblick, die angedachte Funktion wiedererkennen, wenn mit dem dargestellten Sternenhimmel auf der Scheibe, angeblich keinerlei Bezug auf einen tatsächlichen Himmelsanblick hergestellt werden kann.
    Eine positionelle Übereinstimmung mit den 25 (es sind im übrigen 27) frei aufgetragenen Einzelsterne herzustellen ist deshalb nicht möglich, da es nicht die Plejaden sind die von den bronzezeitlichen "Künstlern" auf die Scheibe übertragen wurde.
    Die Beweisführung von Prof.Schlosser, dass trotz der fehlenden positionellen Übereinstimmung der Einzelsterne es trotzdem nur die Plejaden sind die "gemeint waren" entzieht sich jeglicher "wissenschaftlich korrekten" Überprüfung und ist zu verwerfen.
    Dargestellt ist kein Abstraktion eines Sternenhimmels, sondern ein tatsächlich zu beobachtender Himmelsauschnitt, allerdings nicht zu dem von Prof. Schlosser angegebenen Datum und Ort, sondern ca.100 Jahre früher, weit südlich von Nebra. Alle kosmisch relevanten Sternapplikationen auf der Scheibe stimmen hier mit einem tatsächlichen vorhandenen Himmelsanblick überein.

Neuen Kommentar schreiben