Das Pferd

Vom Beutetier zum Gefährten

Pferdeflüsterer waren die Menschen in der Altsteinzeit sicher nicht. Das Pferd galt als Nahrung, wurde gejagt und seine psychische Verfassung war von eher untergeordneter Bedeutung.

Auf 40.000 gemeinsame Jahre können der Homo Sapiens und Equus ferus somit zurückblicken. Gegessen wird Pferdefleisch auch heute noch, insgesamt hat sich die Beziehung Pferd – Mensch doch deutlich verändert. Wann das Pferd zum Gefährten des Menschen wurde, ist noch nicht eindeutig geklärt. Für Mitteleuropa ist die Zucht von Pferden archäologisch erst in der Bronzezeit fassbar. Und erstaunlicher Weise wurde damals noch nicht geritten, sondern das Pferd vor den Wagen gespannt.

Die einzelnen Stationen in der Evolution des Pferdes und seiner Beziehung zum Menschen wurden im Jahr 2005 in der Sonderausstellung »Die Archäologie des Pferdes« im Federseemuseum in Bad Buchau beleuchtet. Das Federseemuseum hat uns ermöglicht, einige Artikel aus dem Begleitband der Ausstellung hier zu veröffentlichen und so präsentieren Ihnen Ralf Baumeister, Karlheinz Steppan und Markus Vosteen einen kleinen Überblick in die Geschichte des Pferdes.

Artikel zum Thema

Heute kennen wir das Pferd nur als Haustier. Karlheinz Steppan erklärt die Evolution des Wildpferdes und die Entwicklung der Pferdehaltung.
Die Nutzung des Pferdes hat den Personen- und Warenverkehr ähnlich wie im 19. Jh. die Bahn und das Auto "revolutioniert". Warum man dies so behaupten kann, beschreibt Ralf Baumeister.
Ralf Baumeister beleuchtet die Rolle des Pferdes in den Kulten und Religionen prähistorischer Kulturen.
Wie wirkt sich das Reiten auf vorher unberittene Gesellschaften aus? Markus Vosteen erkläutern dieses Problem am Beispiel der nordamerikanischen Indianer.
Durch 4000 Jahre gemeinsamer Geschichte von Pferd und Mensch führt Ralf Baumeister
Zwei Tiere einer der letzten europäischen Wildpferdrasse waren während des Sommers 2005 Gäste im Freigelände des Federseemuseums.

Videos zum Thema

Die ersten Europäer
Eine kurze Urgeschichte Westfalens 2/6

In der zweiten Folge der Beitragsreihe »Eine kurze Urgeschichte Westfalens« stellt David Johann Lensing die ersten Europäer und den ältesten Fund eines von Menschen gefertigten Werkzeugs in Nordrhein-Westfalen vor.

07.06.2021ansehen
Vom Klima getrieben
Eine kurze Urgeschichte Westfalens 1/6

»Eine kurze Urgeschichte Westfalens« ist eine Beitragsreihe mit sechs Video-Essays rund um die westfälische Urgeschichte und den Werdegang der ersten Menschen. Produziert wurde sie vom LWL-Medienzentrum für Westfalen in Kooperation mit dem Autor und Content Creator David Johann Lensing aus NRW. Nach dem Vorbild von Yuval Noah Harari (»Eine kurze Geschichte der Menschheit«) und unterstützt von Fachleuten des LWL erzählt David in dieser Reihe die Urgeschichte seiner Heimatregion. In der ersten Folge geht es um den Zusammenhang der globalen Klimaentwicklung und die Anpassung der ersten Menschen in Ostafrika.

04.06.2021ansehen
Watt'n Schiss - Archäobotanische Spurensuche im Alltag unter Tage
Tod im Salz - Eine archäologische Ermittlung in Persien

Exkremente sind ein wahrer Schatz für die Archäologie. Menschlichen und tierischen Hinterlassenschaft berichten von der Ernährung, den hygienischen und beengten Lebensverhältnissen vor Jahrtausenden. Bei Grabungen im iranischen Salzbergwerk von Chehrabad fanden Forschende des Deutschen Bergbau-Museums Bochum zahlreiche dieser Funde. Ihre Ergebnisse zeugen von einem bäuerlichen Leben rundum das Bergwerk und dem Zusammenleben von Mensch und Tier. Die Archäologin Nicole Boenke untersucht für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum die Fäkalienfunde aus dem Salzbergwerk von Chehrabad. In ihrem Vortrag »Wat’n Schiss – Archäobotanische Spurensuche im Alltag unter Tage« berichtet sie, was diese über die Lebenswelt der Bergleute vor rund 2.400 Jahren erzählen. Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe zur Ausstellung »Tod im Salz - Eine archäologische Ermittlung in Persien«, die vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum gezeigt wird. Unter der Adresse tod-im-salz.de  kann die Ausstellung auch »virtuell besucht« werden.

28.05.2021ansehen
Die ersten Künstler
Spanische Höhlenmalereien neu datiert

Neue Datierungen von Höhlenmalereien in Spanien zeigen, dass diese bis zu 20.000 Jahre älter sind als bisher angenommen. Sie entstanden also zu einer Zeit, aus der es bisher keine Nachweise für die Anwesenheit des Homo sapiens in dieser Region gibt - damit kommen als Schöpfer dieser ältesten Höhlenkunst nur die Neanderthaler in Frage, die damals bereits dort lebten. Das Video der Max-Planck-Gesellschaft zeigt eine der drei untersuchten Höhlen mit der Paläo-Kunst, die Probennahme für die Datierung und deren Untersuchung.

23.02.2018ansehen

Dieser aktualisierte Imagefilm des LAD Baden-Württemberg zu den Eiszeit-Höhlen auf der Schwäbischen Alb wurde im November 2017 auf dem Festakt zur Übergabe der Welterbeurkunde vom Auswärtigen Amt an das Land Baden-Württemberg präsentiert. Anders als bei dem 2016 entstandenen Kurzfilm wurde hier auf einen Sprecher verzichtet. Statt dessen wird im neueren Video stärker auf stimmungsvolle Bilder und Musik gesetzt.

12.01.2018ansehen
Podcasts zum Thema
Margiana - Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan
AMH18

Bis zum 17. Februar präsentierte das Archäologische Museum Hamburg die Sonderausstellung »Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan«. Eine Ausstellung, deren Vorbereitung in mancher Hinsicht auch für das Museum etwas Besonderes war. Die historische Landschaft Margiana im Osten Turkmenistans war vor rund 5.000 Jahren die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit. Es handelt sich dabei um eine Kultur, die der Mesopotamiens durchaus ebenbürtig ist, aber in Europa bisher außerhalb von Fachkreisen kaum bekannt war. Im ersten Teil dieser Podcast-Folge berichtet Prof. Dr. Schaumburg von der TU Hamburg von seinem Besuch auf den Ausgrabungen in Gonur Depe, dem Treffen mit dem Archäologen Victor Sarianidi, der diese Stätte entdeckt hatte, und die Entstehung des Kooperationsprojektes. Im zweiten Teil berichtet Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg, welche Hürden bis zur Eröffnung der Ausstellung zu nehmen waren und stellt einige der spektakulären Funde vor, die im Rahmen der Ausstellung erstmals außerhalb Turkmenistans zu sehen waren. Wer keine Gelegenheit hatte, in Hamburg die Ausstellung zu besuchen, hat vom 1. März bis zum 16. Juni 2019 noch Gelegenheit, dies in Mannheim nachzuholen.

24.02.2019mehr
Margiana – ein Interview mit Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums in Hamburg
Zeitsprung Podcast Extra

In dieser Spezialausgabe widmet sich der Zeitsprung-Podcast erstmals einem archäologischen Thema und macht einen Ausflug in die Bronzezeit. Genauer gesagt geht es in dieser Folge um den Bactria-Margiana-Archeological-Complex (BMAC), auch als Oxus-Kultur bekannt und anläßlich der Ausstellung in Hamburg mit dem griffigeren Namen Margiana bezeichnet. Daniel Meßner vom Zeitsprung-Team hat dieses Mal Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums in Hamburg, als Interviewpartner zu Gast. Die beiden sprechen darüber, was von der Margiana-Kultur überliefert ist und was das Besondere an dieser Kultur ist. Dabei geht es unter anderem um schnell rotierende Töpferscheiben und Baktrische Prinzessinnen.

23.02.2019mehr
Im Angesicht der Ente
AMH004: Ein Ausstellungsbesuch mit Donald Duck und Peter Krause

In der vierten Episode des AMH-Podcasts trifft sich Moderator Bent Jensen mit Donald Duck zum Besuch der Sonderausstellung "DUCKOMENTA – MomEnte der Weltgeschichte", die noch bis Februar 2018 im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen ist. Mit dabei ist auch Peter Krause, der Synchronsprecher der berühmten Ente.

12.10.2017mehr