Kult & Religion

Herxheim – ein rituelles Zentrum der Bandkeramik mit Menschenopfern und hohem Zerstörungspotential
Vor nunmehr fast 16 Jahren begann die intensive Auswertung der Grabungen in einer jungsteinzeitlichen Siedlung der linienbandkeramischen (kurz: bandkeramischen oder LBK) Kultur mit doppeltem Grabenwerk am Westrand des Dorfes Herxheim. Vor allem die umgebende Grabenanlage und die darin enthaltenen Materialien sollten sich als eines der absoluten Highlights der europäischen Vorgeschichtsforschung entpuppen; mittlerweile hat der Fundplatz weltweit die Aufmerksamkeit der archäologischen Fachwelt auf sich gezogen. Im August 2019 erschien der zweite Band der Forschungsergebnisse mit der vorläufigen Gesamtinterpretation des Platzes, ein Anlass, um diesen bedeutenden Fundort auch in Archäologie Online einmal Revue passieren zu lassen. Ein Artikel von Andrea Zeeb-Lanz
AusgrabungenForschungFunde & BefundeRheinland-PfalzNeolithikumSiedlungKult & ReligionGesellschaft
Lesen
Die Himmelsreligion der Hethiter
Die Beobachtung des Sternenhimmels spielte für die kultischen Rituale der hethitischen Zivilisation in Kleinasien eine große Rolle, wie zahlreiche Inschriften aus Ḫattuša belegen. Unweit der Hauptstadt des hethitischen Großreiches liegt das zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Felsheiligtum von Yazılıkaya. Mehr als 90 Götterfiguren wurden dort im 13. Jh. v. Chr. als Relief in den Fels geschlagen. Waren dies lediglich Darstellungen von Gottheiten oder steckt mehr hinter den Abbildungen? Der Geoarchäologe Eberhard Zangger und die Altertumswissenschaftlerin Rita Gautschy schlagen eine weitergehende Deutung vor: Das Felsheiligtum habe auch eine Kalenderfunktion gehabt. In diesem Artikel schildert Zangger die These und die Vorgehensweise bei der Suche nach neuen Antworten.
Naher OstenTürkeiFrühe Hochkulturen im Vorderen OrientArchäoastronomieKult & Religion
Lesen
Weitere Untersuchungen zur neolithischen Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta
Neue Überlegungen, viele Kommentare und der Austausch mit Kollegen veranlassten Peter Kurzmann seinen 2014 bei Archäologie Online erschienen Artikel »Die neolithische Sternkarte von Tal-Qadi, Malta« in einer überarbeiteten Version erneut zu publizieren. Zumal er vom National Museum of Archaeology in Valletta die Möglichkeit erhalten hatte, die neolithische Kalksteintafel, die vermutlich die Plejaden darstellt, im Original zu untersuchen.
SüdeuropaBronzezeitArchäoastronomieKult & Religion
Lesen
Die neolithische Sternkarte von Tal-Qadi auf Malta
Wie es der Zufall so will, entdeckte der Archäologe Peter Kurzmann bei einem Besuch des »Archäologischen Nationalmuseum« von Malta ein Steintäfelchen, welches just jenes Sternbild darzustellen schien, mit dem er sich im Rahmen einer anderen Arbeit intensiv beschäftigt hatte: die Plejaden.
SüdeuropaNeolithikumKult & Religion
Lesen
Die Plejaden in Gold auf einem keltischen Schwert
Es lohnt sich, auch »Altfunde« immer mal wieder neu unter die Lupe zu nehmen. Als der Archäologe und Chemiker Peter Kurzmann ein 1891 entdecktes Schwert erneut untersuchte, fand er Überreste von Goldtauschierungen, die bisher übersehen worden waren. Die Anordnung der Tauschierungen zeigt Ähnlichkeiten mit einer besonderen Sternenkonstellation, wie sie am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. am Nachthimmel zu sehen war.
EisenzeitArchäoastronomieKult & Religion
Lesen
Die Geoglyphen von Nasca
Etwa 435 km südlich der peruanischen Hauptstadt Lima befinden sich die sogenannten „Linien und Figuren von Nasca“. Tausende von kilometerlangen Linien im Boden, zahlreiche riesige Flächen, sowie gigantische Tier-, Pflanzen- und geometrische Figuren, sogenannte Geoglyphen, die in ihrer Gesamtheit nur aus der Luft erkennbar sind, bedecken das Wüstenplateau. Neuere Untersuchungen lassen nun den Schluss zu, dass die astronomische Theorie beim Bau der Linien und Figuren eher keine Rolle gespielt haben soll. Bernd Teichert stellt aktuelle Forschungen vor, nach denen ein astronomischer Bezug zumindest bei einigen der Geoglyphen wahrscheinlich ist.
AmerikaAltamerikanische HochkulturenKult & Religion
Lesen
Vom lokalen Wettergott zum Reichskult
Mit jeder neuen Grabungskampagne in Kleinasien kommen Archäologen der Universität Münster dem Ursprung des Kultes um Iupiter Dolichenus näher.
Naher OstenFrühe Hochkulturen im Vorderen OrientKult & Religion
Lesen
Ein bisher unbekannter Kirchenbau am Fuße des Erfurter Domberg
Sehr überraschend kamen bei Ausgrabungen am Fuße des Erfurter Domberges Überreste einer bisher unbekannten romanischen Kirche zu Tage, berichtet Karin Sczech.
AusgrabungenDeutschlandMittelalterKult & Religion
Lesen
Johannes taufte in einer Höhle
Vor fünf Jahren entdeckte der Archäologe Shimon Gibson eine Höhle, die mit grosser Gewissheit eine Wirkstätte von Johannes dem Täufer war, von Ulrich W. Sahm.
AusgrabungenNaher OstenKult & Religion
Lesen
Vom kultischen Treiben in einer attischen Pan-Höhle
Nicht weit von Athen schlummerte bisher ein archäologisches Highlight, die Pan-Grotte von Vari.
GriechenlandAntikeKult & Religion
Lesen
Ritual gegen Hexer
Keilschrifttafeln beschreiben detailliert, wie man sich im antiken Mesopotamien vor Hexerei schützte.
Naher OstenFrühe Hochkulturen im Vorderen OrientKult & Religion
Lesen
Der heilige Löwe des Grabes von Maia wird entschleiert
Der Fund eines mumifizierten Löwen in Ägypten ging durch die Presse. Die Forschungen zu diesem Tier gehen weiter.
ÄgyptenKult & Religion
Lesen
Frühester Zeustempel in Olympia
Der Vorgängerbau eines Weltwunders entdeckt Selbst nach 125 Jahren Ausgrabungen in Olympia kommen immer noch Überraschungen zu Tage.
GriechenlandAntikeKult & Religion
Lesen
Die Religion der Kelten
Die Ausstellungsmacher berichten über ihre interessante Konzeption, die Innen- und Außensicht der keltischen Religion zu zeigen.
AusstellungenEisenzeitKult & Religion
Lesen
Jahrhundertelanges Rätselraten beendet
In Phrygien (Türkei) entdeckte ein Forschungsteam um Prof. Peter Lampe von der Universität Heidelberg das antike Pepouza, das Zentrum der antiken frühchristlichen Montanisten.
TürkeiFrühgeschichteKult & Religion
Lesen
Der »Kybele-Kultkeller« in Neuss
Der 1956 in Neuss ausgegrabene römische Keller ist als Kultkeller der Kybele in die Literatur eingegangen. Eine neue Sichtung des Materials dieser Grabungen wirft einige Fragen auf, wie Carl Pause meint.
Nordrhein-WestfalenRömische KaiserzeitKult & Religion
Lesen
Die Alamannen und das Christentum
Vom Walhall ins Paradies? Die Christianisierung der Alemannen aus historischer und archäologischer Sicht. Von Niklot Krohn
AlamannenBestattungenKult & Religion
Lesen
Resafa - Pilger und Händler in der syrischen Wüste
Eine verlassene Stadt in der syrischen Wüste - von Stefan Eismann MA
SyrienSpätantike & FrühmittelalterKult & ReligionHandel
Lesen
Schwerpunktthema Musikarchäologie
Die Erforschung der Klangwelten früherer Epochen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen. Welche Aussagen lassen sich anhand von archäologischen Funden zu Geräuschen und Klängen der Vergangenheit machen? Ist es gar möglich, Musik, die schon vor Jahrhunderten verhallt ist, wieder zum Leben zu erwecken? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich die Artikel von Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Dr. Dietrich Hakelberg, Prof. Dr. Ellen Hickmann und Dr. Sabine Schuster.
KunstKult & Religion
Lesen

Nachrichten

Bronzezeitlicher Grabhügel bei Schönebeck

Die Sakrallandschaft aus der Zeit des Übergangs von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit um die beiden Ringheiligtümer an der Elbe ist wesentlich älter als bisher angenommen. Der erste monumentale, trapezförmige Grabbau südöstlich des Ringheiligtums Pömmelte datiert in die Baalberger Kultur – und somit in einen Zeitraum von 4.000 bis 3.400 vor Christus. Auch eine weitere Körperbestattung konnte dieser archäologischen Kultur zugeordnet werden. Bislang galten Bestattungen und ein Grabengeviert der älteren Schnurkeramischen Kultur (ab ungefähr 2.800 vor Christus) als älteste Belegungsphase des Areals.

Ausgrabungen
Weiterlesen
Blick entlang der Längsseite eines Mustatil-Baus

Neue archäologische Forschungen in Saudi-Arabien dokumentieren Hunderte von Bauwerken aus Stein, die als monumentale Stätten interpretiert werden, an denen frühe Viehzüchter Rituale durchführten. In einer neuen Studie, die in der Zeitschrift The Holocene veröffentlicht wurde, stellen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft in Jena zusammen mit saudischen und internationalen Kollaborationspartnern die erste detaillierte Studie über "Mustatil"-Steinbauten in der arabischen Wüste vor.

Ausgrabungen
Weiterlesen
Grabungsleiter Dr. Martin Grünewald und Grabungstechniker Daniel Gansera vom LVR-ABR diskutieren die Verfüllung des römischen Brunnens

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat am Rande des Tagebaus Hambach bei Kerpen-Manheim im Rhein-Erft-Kreis erneut einen römischen Brunnen mit bemerkenswerten Funden freigelegt. Im Inneren des wahrscheinlich vom 2./3. bis in das 5. Jahrhundert genutzten Brunnens konnte das Team des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) Teile einer Jupitersäule freilegen, die Darstellungen von mehreren römischen Gottheiten zeigen.

Ausgrabungen
Weiterlesen
Bestattung Dokumentation

Unter dem Rathausplatz der Stadt Attendorn haben Archäologen unter Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Steinplatte mit Bauinschrift und sieben Bestattungen am ehemaligen Standort des Franziskanerklosters entdeckt.

Ausgrabungen
Weiterlesen
Prof. Dr. Ludwig D. Morenz

Ein Hahnenkopf sitzt auf einem Menschenkörper und die Beine darunter bestehen aus Schlangen. Diese magische Gottheit ist ein eigenartiges Mischwesen, das sich durch die Geschichte der vergangenen fast 2.000 Jahre zieht und in vielen Kulturen heimisch geworden ist. Der Ägyptologe Prof. Dr. Ludwig D. Morenz hat die antike Hybridgestalt untersucht und ein Buch dazu herausgegeben.

Forschung
Weiterlesen
Silbermaske aus Sakkara

In Sakkara wurden Priester einer geheimnisvollen Schlangengöttin bestattet: Deutsch-ägyptisches Team untersucht Grabanlage mit modernsten Methoden und stößt immer wieder auf Überraschungen

Wissenschaftler der Universität Tübingen sind im ägyptischen Sakkara einem 2600 Jahre alten Kult um die Schlangengöttin Niut-schies auf der Spur – mit modernsten chemischen und digitalen Methoden. Bereits seit 2016 erforscht das deutsch-ägyptische Team die ausgedehnte unterirdische Grabanlage rund 20 Kilometer südlich von Kairo. Sarkophage aus sechs Grabkammern seien inzwischen geöffnet, zahlreiche Mumien und Objekte untersucht, sagt Grabungsleiter Dr. Ramadan Badry Hussein.

Funde & Befunde
Weiterlesen

Videos zum Thema

Gebäude, Kammern und Tore von Ḫattuša, der Hauptstadt des spätbronzezeitlichen hethitischen Königreichs in der heutigen Zentraltürkei, waren nach astronomischen Phänomenen ausgerichtet. Dieses kurze Video verdeutlicht die offenbar bewusst gestalteten Licht- und Schatteneffekte, die etwa zur Zeit der Sonnenwenden zu beobachten sind. Unter diesem Aspekt lassen sich auch die Steinreliefs im Felsenheiligtum von Yazılıkaya deuten. Eine künstlerische Rekonstruktion der Gebäude zeigt, wie das Heiligtum während seiner Nutzung ausgesehen haben könnte.

28.06.2019ansehen
Podcasts zum Thema
In Your Face - Gab es die Pestmasken wirklich?
Das Geheime Kabinett

Das Bild des Pestarzts mit der unheimlichen schnabelförmigen Maske steht sinnbildlich für den Schrecken der Seuche schlechthin. Kaum ein Roman, Spiel oder Film zum Thema Pest, das ohne sie auskommt. Aber gab es diese Masken überhaupt jemals? In dieser Episode des Geheimen Kabinetts wird ein kritischer Blick darauf geworfen.

03.05.2020mehr
Der Zauberring von Horno
angegraben - der archäologische Podcast

Bei Grabungen in brandenburgischen Horno wurde ein merkwürdiger mittelalterlicher Ring entdeckt: Er ist flachgebogen und trägt eine rätselhafte Inschrift. Ob es sich um einen "Zauberring" handelt, was Zauberei und Magie im Mittelalter eigentlich bedeuteten und wie uns Tolkiens "Herr der Ringe" bei der Deutung helfen kann, erklärt der Buddler in der 30. Folge seines Podcasts "angegraben".

21.04.2020mehr