Bibliographische Datenbanken als visualisiertes Wissensnetz

Ein altertumswissenschaftlicher Informationsdienst neuer Qualität soll im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Augsburger Lehrstuhls für Alte Geschichte und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) entstehen.

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Gefördert aus Mitteln des Programms CLARIN-D, das den Aufbau einer nachhaltigen, webbasierten Infrastruktur für die Geistes- und Sozialwissenschaften anstrebt, bearbeiten Teams des Augsburger Lehrstuhls für Alte Geschichte und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) Berlin seit dem Beginn des laufenden Semesters gemeinsam das Projekt »Bibliographische Datenbanken als visualisiertes Wissensnetz«. Projektziel ist ein altertumswissenschaftlicher Informationsdienst neuer Qualität.

»Wir arbeiten am Aufbau einer neuen altertumswissenschaftlichen Literaturplattform, die den Zugriff auf die Daten der bei uns in Augsburg und an der Universität Eichstätt angesiedelten Gnomon Bibliographischen Datenbank (GBD) und des ZENON-OPACs des DAI (Berlin) möglich machen soll«, erläutert Prof. Dr. Gregor Weber, der Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Alte Geschichte. Aus der Zusammenführung der Datenbestände dieser beiden wichtigen und sich thematisch gegenseitig ergänzenden bibliographischen Datenbanken werde ein umfassender altertumswissenschaftlicher Datenpool entstehen, der nicht nur für klassische bibliographische Recherchen herangezogen werden könne. Vielmehr solle dieser Datenpool zugleich in neuartiger Weise mit informatischen Methoden ausgewertet und visualisiert werden.

Visualisierungen durch Datenanreicherungen über Linked Data

Personen- und Ortsdaten sollen normiert und ggf. auf andere webbasierte Datenquellen - z. B. Ortsnamenverzeichnisse sowie namenkundliche und biographische Lexika etc - verlinkt werden. Diese Datenanreicherung über Linked Data ermöglicht Visualisierungen topographischer und topologischer Art, also einerseits das Mapping von bibliographischen Daten auf Landkarten und andererseits auch die Abbildung von Wissenskontexten. Dadurch können dann auch die in den Schlagwortbäumen der Datenbanken enthaltenen Wissenstopologien, die von den Benutzern bislang nur selten explizit wahrgenommenen und genutzt werden, besser sicht- und dementsprechend fruchtbar gemacht werden.

Bündelung und Strukturierung vorhandener Daten

Durch diese Maßnahmen des Projekts »Bibliographische Datenbanken als visualisiertes Wissensnetz« werden die an den Universitäten Eichstätt und Augsburg angesiedelte GBD sowie der Berliner ZENON-OPAC des Deutschen Archäologischen Instituts zu einem altertumswissenschaftlichen Fachinformationsdienst neuer Qualität ausgebaut, der die in verschiedenen Webangeboten bereits vorhandenen Daten bündelt und sie mit Hilfe der in den bibliographischen Datensätzen und Schlagwortthesauri enthaltenen Informationen strukturiert.

Stärkung des GBD-Standortes Augsburg

»Diese Integration von Datenbeständen mit althistorisch-philologischer und archäologischer Schwerpunktsetzung wird nicht zuletzt eine intensivere wechselseitige Wahrnehmung des jeweiligen Forschungsstandes der verschiedenen altertumswissenschaftlichen Schwesterdisziplinen befördern«, betont Weber. Und er sieht in dem von ihm gemeinsam mit Dr. Andreas Hartmann und Jessica Kristomat an seinem Lehrstuhl bearbeiteten Projekt darüber hinaus auch eine willkommene Stärkung des Augsburger GBD-Standortes.

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