Mythos Neandertaler

In vielen Köpfen steckt noch immer die Vorstellung vom Neandertaler als kraftstrotzendem Dummkopf.
Seit seiner Entdeckung im Jahre 1856 wurde viel über die Lebensweise und die Fähigkeiten dieser altsteinzeitlichen Menschenart gestritten. War der Neandertaler ein tumber Tor oder ein toller Typ?

Was die aktuelle Forschung zu diesem Thema sagt, erfahren Sie in den Beiträgen von Alfred Czarnetzki, Erich Leverkus, Jörg Orschiedt, Carsten M. Pusch, Ralf W. Schmitz, Erik Trinkaus und Susanne Wiermann.

Zur Geschichte des Neandertalerfundes
Als im Jahr 1856 in einem wildromantischen Tal bei Düsseldorf ein menschliches Skelett gefunden wurde, wußte man dies nicht recht einzuordnen. Zwar glaubte schon der Finder, hier die Überreste eines eiszeitlichen Menschen vor sich zu haben, bis dies von der Wissenschaft anerkannt wurde und eine Menschenart schließlich nach dem Fundort »Neanderthaler« (bzw. Homo sapiens neanderthalensis) benannt wurde, sollte noch einige Zeit vergehen. Erich Leverkus berichtet über die folgenschwere Entdeckung eines Realschullehrers.
WissenschaftsgeschichteDeutschlandHomo neanderthalensisEvolution
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Erste genetische Analysen am namengebenden Neandertaler und die Wiederentdeckung seiner Fundstelle
Seit 1991 werden die namengebenden Originalfundstücke aus dem Neandertal im Rahmen eines interdisziplinären Projektes neu untersucht, wobei unter anderem das bisher älteste menschliche Genmaterial analysiert wurde. Außerdem konnte bei neuen Ausgrabungen die in Vergessenheit geratene (weil einem Steinbruch zum Opfer gefallene) Fundstelle, wo im 19. Jh. die ersten Skelettfunde gemacht wurden, wieder zweifelsfrei lokalisiert werden: Im Jahr 2000 wurde dort ein Stück des Gesichtsschädels freigelegt, das exakt an die vor knapp 150 Jahren gefundene Schädelkalotte passt. Der Projektleiter Ralf W. Schmitz berichtet über den aktuellen Stand der Untersuchungen.
GenetikDeutschlandHomo neanderthalensis
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Die Neandertaler - eine hochspezialisierte Art
Daß der Neandertaler besonders gut an die klimatischen Verhältnisse der Eiszeit angepaßt gewesen sei, nur schlecht mit Werkzeugen umgehen konnte und sich ausschließlich von Fleisch ernährte, sind einige ebenso weit verbreitete wie falsche Annahmen. Was Neandertaler tatsächlich besser oder schlechter konnten als heutige Menschen, zeigt dieser Artikel von Alfred Czarnetzki und Carsten M. Pusch.
Homo neanderthalensisEvolution
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Die ungewöhnlich frühen modernen Menschen im Nahen Osten
Die Fundorte von Qafzeh und Skhul in Israel sind in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich - in einer Region, die davor und danach von Neandertalern besiedelt wurde, lebten in der Mittleren Altsteinzeit Vertreter der modernen Menschen. Ein Artikel von Erik Trinkaus über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zweier Menschenarten und zur Besiedlungsgeschichte des Nahen Ostens.
Naher OstenHomo neanderthalensisEvolution
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Die Bestattungen der Neandertaler
Das Begräbnis eines Verstorbenen setzt das Vorhandensein von Empfindungen wie Trauer und einen pietätvollen Umgang voraus und deutet auf einen Glauben an eine jenseitige Welt hin. Diese Eigenschaften wurden den Neandertalern lange Zeit gänzlich abgesprochen. Erst spät setzte sich die Erkenntnis durch, daß die Menschen der Altsteinzeit ihre Toten absichtlich bestatteten. Wo Neandertaler-Bestattungen gefunden wurden, und welche Erkenntnisse man daraus gewonnen hat, erfahren Sie in diesem Artikel von Jörg Orschiedt.
Homo neanderthalensisBestattungen
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Inzwischen gibt es zahlreiche Romane, deren Handlung in der Urgeschichte spielt. Aus der Fülle dieser "Paläo-Fiction" hat Susanne Wiermann einige Beispiele ausgewählt, in denen die Begegnung von Neandertalern und Jetztmenschen phantasievoll thematisiert wird. Welche Konstrukte liegen den Geschichten zugrunde? Gibt es Modelle des Aufeinandertreffens, Zusammenlebens, der Verdrängung oder Vermischung, die überzeugen? Wie kritisch ist die archäologische Belletristik zu lesen?
Homo neanderthalensis
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Hier finden Sie eine redaktionelle Auswahl an Publikationen über den Neandertaler.
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Ein Imagefilm des LAD Baden-Württemberg zu den 2017 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommenen Höhlen auf der Schwäbischen Alb, wo die mit einem Alter von ca. 40.000 Jahren bislang ältesten mobilen figürlichen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit gefunden wurden. Der Kurzfilm entstand 2016, als die Höhlen für die Aufnahme in das Weltkulturerbe nominiert wurden. Ein Sprecher stellt die Höhlen und die einzigartigen Funde und deren Dokumentation vor.

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