Das Phänomen Varusschlacht

»2000 Jahre Varusschlacht«: Was macht die Popularität dieses Ereignisses aus, das nicht nur den Geschichtsinteressierten in Deutschland geläufig ist? Wieso ergibt dieses Ereignis, über das wir eigentlich nicht sonderlich detailreich informiert sind, genügend Material für gleich drei Ausstellungen und zahlreiche Nebenausstellungen rund um das Jubiläum in diesem Jahr? Und wo hat diese Schlacht eigentlich stattgefunden?

Diese Fragen führen uns in diesem Schwerpunktthema nicht nur zu den Ausgrabungen in Kalkriese, sondern vor allem auch zu den Wurzeln des Germanenbildes des 19. und 20. Jahrhunderts.

Wirkungsgeschichte und Rolle des Mythos Varusschlacht in der europäischen und deutschen Geschichte seit dem 15. Jh.
Klaus Kösters geht der wechselhaften Wirkungsgeschichte des »Mythos Varusschlacht« nach und zeigt auf, welche Rolle er seit der Wiederentdeckung des historischen Ereignisses im Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts in der deutschen und der europäischen Geschichte gespielt hat. Dieser Mythos ist eng verknüpft mit dem Bild, das man sich in Deutschland von den germanischen Vorfahren machte.
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Der völkische Germanenmythos
Die sich unter dem Eindruck romantischer Ideen entwickelnde deutsche Altertumsforschung war während des 19. Jahrhunderts vor allem von der Motivation getragen, die konstituierenden Ursprünge der Deutschen aufzuzeigen und deren ‚nationale' Frühgeschichte in Relation zu den kultur- und weltgeschichtlichen Entwicklungen als bedeutend herauszustellen.
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Schlachtfelder in der archäologischen Überlieferung – die Fallstudie Kalkriese
In den letzten 20 Jahren sind Schlachtfelder zunehmend ins Blickfeld der Archäologie gelangt und werden allmählich als Orte wahrgenommen, die nicht ausschließlich Gegenstand militärgeschichtlicher Untersuchungen sein müssen. Obwohl insbesondere zu Kampfverläufen neuzeitlicher Gefechte meist vergleichsweise detaillierte Schriftquellen vorliegen, erschließen sich mit archäologischen Methoden zusätzliche Erkenntnisse. Die Forschungen in Kalkriese nehmen in diesem Zusammenhang eine Sonderstellung ein.
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Forschungen zur Varusschlacht in und um Kalkriese
Als im Herbst 1987 bei Geländeprospektionen und einer anschließenden Ausgrabung ein Hortfund von 163 römischen Silbermünzen zutage kam, wurde ein Verlust der Münzen im Jahr der Varusschlacht vermutet. Erst als 1990 auch Reste einer Wallanlage beobachtet wurden, zeichnete sich ab, dass es sich hierbei offenbar um ein Schlachtfeld handelt. Susanne Wilbers-Rost berichtet über den aktuellen Stand der Forschungen.
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Marcus Caelius
Der römische Centurio Marcus Caelius hatte in seiner langen Dienstzeit bei den Legionen bereits vieles erlebt. Für seinen Mut und seine Tapferkeit im Kampf war er vielfach ausgezeichnet worden. Durch seinen Grabstein, der bei Xanten gefunden wurde, können wir einen der vielen Beteiligten der Varusschlacht fassen.
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Schlachtenbummel
Die Varusschlacht steht im Mittelpunkt der drei großen Sonderaustellungen in Nordrhein-Westfalen. 500 Jahre nach der Wiederentdeckung dieser Schlacht in der "Germania" des Tacitus kann man sich über viele Facetten dieses historischen Krieggeschehens informieren.
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Videos zum Thema

Die kurze Filmsequenz zeigt in Zeitrafferaufnahmen die Freilegung einer römischen Brandbestattung (sog. Bustumbestattung) im neu entdeckten Gräberfeld am Steinern Kreuz in Friedberg (Wetteraukreis). Bei einer solchen Bestattung wurde der Scheiterhaufen direkt über der späteren Grabgrube errichtet. In dem Gräberfeld finden sich auch »einfache Urnenbestattungen«, bei denen der Scheiterhaufen an einem separaten Verbrennungsplatz, der »Ustrina«, errichtet wurde. Nach der Verbrennung des Toten wurde der Leichenbrand dann ausgelesen und meist in einem als Urne verwendeten Tongefäß beigesetzt. Häufig sind in die Grabgrube weitere Gefäße als »sekundäre« (d.h. unverbrannte) Beigaben eingestellt. (03:18)

23.12.2016ansehen

Das antike Vindonissa (beim heutigen Windisch im schweizerischen Kanton Aargau) ist immer wieder für Überraschungen gut. Bei Bauarbeiten am Abhang des Bruggerbergs nördlich der Aare wurde Ende 2012 ein bislang unbekanntes römisches Gräberfeld entdeckt. Herausragender Fund ist ein vollständiger Grabstein, der einstmals zu einem runden Grabbau gehörte. Auf der Vorderseite des Steins sind die Verstorbenen dargestellt. Die lateinische Inschrift darunter nennt die Bestatteten: Maxsimila, 40 Jahre alt, aus Bononia (das heutige Bologna), und Heuprosinis, eine 10 Jahre alte Sklavin. (05:51)

20.11.2016ansehen

Einen überraschenden Fund machten die Archäologen der Kantonsarchäologie Aargau bei den Ausgrabungen an der Zürcherstrasse in Windisch: Im Bereich der Vorstadt des Legionslagers Vindonissa fanden sie einen römischen Kochtopf, der vollkommen mit Öllampen und sorgfältig darauf platzierten Münzen gefüllt ist. In diesem Video wird der ungewöhnliche Depotfund vorgestellt. (02:08)

18.11.2016ansehen