Zweisprachige Inschrift im Jemen entdeckt

Im Jemen ist vor kurzem die erste nabatäische Inschrift gefunden worden. Der über 2.000 Jahre alte Text ist dem Hauptgott der Nabatäer "dhu Schara" gewidmet.

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Archäologen entdeckten die Inschrift auf einem knapp ein Meter breiten Kalksteinquader im Inneren des Almakah-Tempels in Sirwah.

Prof. Dr. Norbert Nebes, Orientalist an der Universität Jena, der für das Deutsche Archäologische Institut (DAI) die Inschriften bearbeitet, datiert die Inschrift an den Anfang des Jahres 5 oder 6 v. Chr., da das Amtsjahr des nabatäischen Königs Aretas IV. angegeben ist.

Der Text wurde neben vielen sabäischen Inschriften auf der diesjährigen Grabung des DAI in Sirwah, der bedeutendsten Stadt nach Marib im Sabäerreich, gefunden. Auf dem nicht vollständig erhaltenen Stein fanden sich auch Teile der sabäischen Übersetzung.

Die südlichsten Inschriften der Nabatäer wurden bislang in Saudi-Arabien entlang der alten Weihrauchstraße entdeckt. "Dies ist der erste Fund, der die Anwesenheit nabatäischer Kaufleute im 2.000 km entfernten Sabäerreich bezeugt", betont Prof. Nebes. Bemerkenswert ist dieser zweisprachige Text auch, weil ein Händler aus einem anderen Kulturkreis seinen Gott in einem sabäischen Heiligtum ehren darf. Dass ihm dies sogar in seiner Landesprache ermöglicht wird, belegt die religiöse Vielfalt und Akzeptanz fremder Gottheiten im antiken Arabien, kommentiert Prof. Nebes den Fund.

Die Sabäer, die in Bibel und Koran erwähnt sind, beherrschten im frühen ersten Jahrtausend v. Chr. den Handel mit den Kostbarkeiten des Altertums auf der Arabischen Halbinsel. Die Kontrolle der Karawanen ging in späterer Zeit an andere Völker über. Um Christi Geburt spielten die Nabatäer auf der Weihrauchstraße eine Schlüsselrolle und kontrollierten von ihrer Hauptstadt Petra aus (im heutigen Jordanien) die alten Handelswege ans Mittelmeer.

 

Quelle: Uni Jena

Kommentare (3)

  • Michael Mallmann
    Michael Mallmann
    am 05.05.2004
    Die Erwähnung der Sabäer im Koran, entstammt wohl der Tatsache, dass der Koran aus vielen verschiedenen Religionen, jeweils die nützlichsten (zu jener Zeit) Passagen übernommen hat, so auch aus der Bibel.
    Den Koran gab es zur Zeit der Sabäer nämlich noch lange nicht.
  • Steffan Pacyna
    Steffan Pacyna
    am 07.05.2004
    Hallo Michael,
    Sie haben vollkommen Recht. Nur wollen das viele Ignoranten nicht einsehen.
  • Hans Wilhelm Daehnhardt
    Hans Wilhelm Daehnhardt
    am 10.05.2004
    Das beweist nur, dass der Handel in der Region von Hadramaut/Jemen/Oman bereits sehr alt ist und die Kupfervorkommen in der Region in der Bronzezeit bereits erscghlossen worden sind. Das Zinn für die Bronze kam mutmasslich aus der afghanischen Region. Leider ist über die Handelsbeziehungen im arabischen Golf und Südarabien nicht viel bekannt und imer noch ein "exotisches" Thema. Selbst auf der Insel Sokotra (das antike Dioskurides) ist eine palmyranische Inschrift in der Höhle Hoq gefunden worden neben brami und anderen Inschriften.
    Würde gerne mehr über die Handelsrouten im "Mare Erythraeum" wissen.
    Bitte um Literaturhinweise.
    Danke

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