Spezielle Funde bei Grabungen am römischen Gutshof in Dietikon

Bei laufenden Ausgrabungen der Kantonsarchäologie Zürich am römischen Gutshof in Dietikon sind einige besondere Funde zum Vorschein gekommen.

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Der Höhepunkt der Grabung bildet die Entdeckung zweier gut erhaltener Bronzefiguren: eine kleine Büste eines glatzköpfigen Mannes mit einem erigierten Penis auf dem Schädel sowie eine Statuette der Göttin Minerva. Gleichzeitig wurden 13 Gräber von Früh- und Neugeborenen sowie drei Nebengebäude des großen römischen Gutshofs freigelegt. Dank den neuen Funden kann das bisherige Bild des römischen Dietikon in verschiedenen Bereichen vervollständigt werden. Die Ausgrabung läuft noch bis Ende März, danach wird auf dem Gelände ein neues Bezirksgebäude errichtet.

Quelle: Kanton Zürich

Kommentare (2)

  • zuppi
    zuppi
    am 03.04.2007
    Neuste Info aus Dietikon.
    Baustopp für Bezirksgebäude
    Die Arbeiten am neuen Bezirksgebäude ruhen. Der Grund ist ein historisch sensationeller, rund 3600 Jahre alter Fund einer Scheibe mit Himmelsdarstellung. Er lag unter der römischen Schicht, was als einmalig gilt.
    Jetzt ist den Dietikern klar, weshalb der Spatenstich zum Neubau des Bezirksgebäudes an der Neumattstrasse nicht schon längst vollzogen wurde: Bei den Aushubarbeiten fand man unter der bereits untersuchten Ausgrabungsschicht der Römer eine weitere Schicht mit historisch wertvollen Gegenständen.
    Derart wertvoll, dass der Aushub ausgesetzt werden und die Kantonsarchäologie wieder zum Zug kommen musste. «Ja, es stimmt», sagte Stadtpräsident Otto Müller an einer Medienorientierung am Freitag, «wir wurden alle überrascht.»

    Himmelsscheibe wie in Nebra?

    Wie Daniel Zäch von der Kantonsarchäologie am Freitag sagte, handelt es sich beim wichtigsten Fund um eine Art Himmels- oder Sonnenscheibe aus der Bronzezeit, die aus der Zeit rund 1600 Jahre vor Christus stammen dürfte. «Es könnte ein ähnlich wichtiger Fund sein wie derjenige in Nebra in Sachsen-Anhalt.»

    In Nebra entwendeten Grabräuber eine bronzene Sonnenscheibe, welche als älteste kosmologische Darstellung in Europa gilt. «Die Scheibe in Nebra gilt als Sensation, inwieweit wir es mit einem ähnlich spektakulären Fund zu tun haben, müssen die Untersuchungen an der Universität Zürich zeigen. Wir werden auch Forscher von der Universität Halle mit einbeziehen, die die Scheibe aus Nebra genauestens untersucht haben.»

    Verbindung zu Stonehenge

    Laut Zäch wurde in Europa seit der Jungsteinzeit ernsthaft Astronomie betrieben. In der Nähe von Nebra entdeckte man Spuren eines 7000 Jahre alten Observatoriums, dessen Tore genau auf die Sonnenwenden ausgerichtet waren.

    Wahrscheinlich verehrte die damalige stichbandkeramische Kultur Gestirne als Götter. «Man nimmt an, dass am Ende dieser Entwicklung die Kenntnisse des Himmels es ermöglichten, die Himmelsscheibe mit der exakten Darstellung der Plejaden zu konstruieren.»

    Am Ende dieser Entwicklung in Europa stehe Stonehenge, die mächtige Ansammlung von Hinkelsteinen, die kultischen Zwecken und der astronomischen Observation diente.

    Langer Baustopp droht

    Während fast zwei Jahren fanden auf dem 3500 Quadratmeter grossen Areal Ausgrabungen statt. Laut Zäch wird die Kantonsarchäologie dem Regierungsrat beantragen, weitere Grabungen vornehmen zu dürfen.

    Insbesondere will man sicher gehen, ob nicht auch in Dietikon rund um die Himmelsscheibe ein Observatorium, eine Art schweizerisches Stonehenge bestand. «Nur schon die Tatsache, dass man unter der Schicht mit Überresten der römischen Kultur solche aus der Bronzezeit fand, ist in der Schweiz selten», so Zäch.

    Gelände gehört dem Kanton

    Sollte sich die Kantonsarchäologie durchsetzen, droht dem 52 Millionen Franken teuren Bauvorhaben ein langer Baustopp. «Wir müssen damit rechnen, dass das Bezirksgebäude vielleicht gar nie an diesem Standort realisiert werden kann», bekannte Stadtpräsident Müller.

    Die Stadt Dietikon verkaufte das Gelände im Juni für 5 Millionen Franken. Ein Rückkauf komme für sie nicht infrage, äusserte sich gestern der Stadtpräsident. Dietikon würde allenfalls Hand bieten, dem Kanton ein neues Grundstück zu suchen.

    Dietikon hatte Glück mit dem Landverkauf: Die Funde bleiben so oder so nicht in der Stadt, sondern gehören dem Kanton, egal, wer Grundeigentümer ist. (mz/fuo/mlu)
    Quelle: azonline.ch
  • zuppi
    zuppi
    am 03.04.2007
    Das war die Meldung zum 01. April. 2007. :mrgreen:

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