Reste der mittelalterlichen Stadtmauer von Unna gefunden

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Unna Fundamentreste der mittelalterlichen Stadtmauer identifiziert. Die beiden großen Grünsandsteinquader traten auf der Baustelle im Nordosten der Altstadt zutage und gehören zu der erstmals 1290 erwähnten Stadtbefestigung.

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Stadtmauer von Unna
LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy bei der Vermessung der beiden Grünsandsteinquader von der Unnaer Stadtmauer. Foto: LWL/Baales.

Die LWL-Archäologen der Außenstelle Olpe hatten von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Unna erfahren, dass aktuell Bauarbeiten am Ostring in der Altstadt stattfinden. Sie gingen dem Hinweis nach und konnten neben zwei Steinquadern von der Außenfront der Stadtmauer Reste der sogenannten Ausbruchsgrube für die Stadtmauer sowie den vorgelagerten Stadtgraben ausmachen.

Auf dem historisch wichtigen Areal hatte im Mittelalter die Burg der Grafen von der Mark, der Unnaer Stadtherren, gestanden. Wegen zahlreicher Bauarbeiten in der jüngeren Vergangenheit blieben im Bereich der Baugrube als historische Substanz jedoch nur die beiden Quader, die als Bestandteil der Burg gleichzeitig zur Außenfront der Stadtmauer gehören, bis auf den heutigen Tag im Boden erhalten.

"Die beiden Quader liegen in der Flucht der noch erhaltenen Mauerfront im Bereich des Kriegerdenkmals. Dieses Beispiel unterstreicht, wie wichtig es ist, die Archäologen in Bauplanungen in historischen Stadtkernen mit einzubeziehen," erklärt der LWL-Archäologe Privatdozent Dr. Michael Baales. "So können selbst unscheinbare Spuren der Vergangenheit für die Städte und Gemeinden in Westfalen gesichert werden."

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