Ist Wasserburg älter als bisher angenommen?

Archäologen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege gehen Hinweisen auf die Vorgängersiedlung Wasserburgs aus dem 9./10. Jahrhundert nach

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Wasserburg am Inn

Die Grabungen auf dem Fletzinger Areal in der Altstadt von Wasserburg am Inn im Landkreis Rosenheim sind die ersten modernen archäologischen Ausgrabungen im Stadtgebiet. Der geplante Bau einer Tiefgarage im Untergrund des gesamten Bauvorhabens macht die vorherige Dokumentation der hier vorhandenen Bodendenkmäler notwendig. Die Grabungsarbeiten werden noch im Juli 2013 abgeschlossen sein.

Die Gelegenheit zu einer Zwischenbilanz der bisherigen Grabungsergebnisse erfolgt nun nach den ersten vier Grabungswochen. Die streifenförmigen spätmittelalterlichen Baustrukturen reichen bis in das späte Mittelalter zurück. Im Fundmaterial der vorhandenen Keller, Brunnen und Latrinen spiegelt sich ein lebendiges Quartier. Dieses verläuft entlang der im Boden sehr gut erhaltenen Wasserburger Stadtmauer aus dem 15. Jahrhunderts.

Unerwartet und spektakulär sind aber vor allem die Hinweise auf die Bebauung des heutigen Fletzinger Areals lange vor der urkundlichen Ersterwähnung Wasserburgs in der Zeit um 1085. Es geht um den Fund eines vereinzeltes Grabes, das sich weit entfernt von Kirche und Friedhof befindet. Dieses Grab gibt den Fachleuten Rätsel auf: Welche Rolle spielte die mittelalterliche Vorgängersiedlung von Wasserburg im 9. und 10. Jahrhundert? Gibt es hier möglicherweise eine Verbindung zu dem damaligen Geschlecht der Grafen von Sempt-Ebersberg, eines der reichsten und mächtigsten bayerischen Adelsgeschlechter im Mittelalter? Diese Fragen werden aktuell von den Fachleuten geklärt.

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