Illegaler Handel mit archäologischen Fundstücken verhindert

Täter innerhalb von 24 Stunden ermittelt

Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchten am vergangenen Mittwoch, den 16. Juni 2004 die Wohnung eines 32-jährigen Leipzigers und stellten mehrere sehr wertvolle archäologische Fundstücke unversehrt sicher. Das Landesamt für Archäologie war durch eigene Recherchen in einem Internet-Auktionshaus auf den Leipziger Anbieter aufmerksam geworden, der mehrere archäologische Fundstücke dort zum Kauf anbot.

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Die schnelle, unkomplizierte und professionelle Zusammenarbeit zwischen dem Landesamt für Archäologie und den Strafverfolgungsbehörden führte innerhalb von 24 Stunden zur Ermittlung eines Tatverdächtigen. Durch die sächsische Landesarchäologin, Frau Dr. Judith Oexle, die bei der Durchsuchung mit vor Ort war, konnten die meisten Fundstücke sicher identifiziert und zugeordnet werden.

Fundstücke von hohem wissenschaftlichen Wert sichergestellt

Bei den aufgefundenen Gegenständen handelt es sich u.a. um zwei vollständig erhaltene Gefäße und einen tönernen Löffel, zeitlich einzuordnen in das 3. Jahrtausend v. Chr. bis um 1000 v. Chr. Die Objekte stammen aus archäologischen Grabungen in der Leipziger Harth aus den 50er Jahren. Die Herkunft der Stücke konnte das Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte über vorhandene Datenbanken zweifelsfrei bestimmen: Sie stammen aus dem Museum für Naturkunde Leipzig. Die sichergestellte Kopie eines menschlichen Schädelbruchstückes aus der bekannten Fundstelle von Bilzingsleben (Thüringen) stammt aus dem Besitz des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle/ Sachsen-Anhalt. Sie wurde während einer Ausstellung im Naturkundemuseum Leipzig im Jahr 2001 entwendet.

Die Herkunft weiterer archäologischer Fundstücke, die sich im Besitz des Hobby-Sammlers befanden, wird derzeit geprüft. Gegen den 32 Jahre alten Beschuldigten ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Sachsen wegen des Verdachtes der Hehlerei. Die Ermittlungen dauern an.

Bilder der sichergestellten archäologischen Fundstücke können unter www.lka.sachsen.de und www.archsax.sachsen.de abgerufen werden.

 

Kommentare (10)

  • frank
    frank
    am 18.06.2004
    Warum machen Mensch so etwas Wertvolles Kultur gut für ein Paar euro in Auktionshäuser zu verscheuern, ich frage mich wie ist das mit den ganzen teilen die bei .... in Onlineauktionen verkauft werden ich denke das dort ein sehr großerteil aus nicht ganz eindeutigen grabungen stammt. Kann man dagegen eigentlich nicht machen? osteuropa wird doch Regelrecht um seine Historie gebracht.
    ein sich aufregender Frank
  • Ignaz
    Ignaz
    am 19.06.2004
    Ich denke, den meisten Schützern des Kulturgutes sind die Hände gebunden. Es gibt ja allein in Deutschland schon regionale Unterschiede bei der gesetzlichen Anwendung des Schatzregals.
    Mal ist es den Raubgräbern gestattet, Fundstücke zu behalten, mal gehören Funde und Befunde dem Staat. Ich glaube nicht, dass es in Osteuropa präzisere Gesetze zu diesem Thema gibt. Um der Prosperität dieser Raubgräber ein Ende zu setzen, wäre es aber absolut notwendig, die größten Auktionshäusern, vielleicht in Form eines Aufrufs von dieser Plattform aus, aufzufordern, solche Gebote nicht zuzulassen!
  • Verena Schwippert
    Verena Schwippert
    am 19.06.2004
    Leider kann man die Fotos der guten Stuecke in den angebenen Links nicht finden, ohne dass man stundenlang in den Seiten herumsucht. V
  • HO
    HO
    am 22.06.2004
    Danke für die gute Ermittlungsarbeit. Geschichte und Kulturgüter müssen auch Allgemeingut bleiben.
  • Hartwig Hoppe
    Hartwig Hoppe
    am 23.06.2004
    Gäbe es wie z.B. in Bayern auch in Sachsen-Anhalt ein vernünftiges Schatzregal , könnten auf diese Weise sicher mehr Fundstücke in den Regalen des Landesmuseum landen. Auch würde somit die Anzahl der gemachten Funde dem Land Sachsen-Anhalt zugute kommen.
    Der "Fundexport" nach Bayern wird somit eingeschränkt. Hier ist eine dringende Reform nötig !!!
  • Ulli
    Ulli
    am 24.06.2004
    In Sachsen-Anhalt gibt es schon seit langem ein Schatzregal. In dem Gesetz von Bayern hingegen ist dieses nicht verankert, daher werden v. a. Funde aus den neuen Bundesländern, die ein Schatzregal besitzen, als z. B. aus bayerischen Fundorten stammend verkauft, leider (siehe e-bay).
  • Alfred
    Alfred
    am 28.06.2004
    Tja, so ists eigentlich immer, jemand kluger entdeckt etwas und nach einiger Zeit wird das Entdeckte entwendet um nach ein paar Jahren als Coup an anderer Stelle wieder ans Tageslicht zu kommen!
    Frank, leider ist es Fakt dass manche Leute nur an Geld interessiert sind! Auch ich finde es traurig dass in Osteuropa alles kulturelle und Wurzelgebende geklaut und fürn Appel und en Ei verhökert wird!!
    ein trauriger Alfred
  • kulpa
    kulpa
    am 30.06.2004
    arbeitet nur mit dem denkmalschutz zusammen von anfang an, dann gibts auch kein nachsehen,spreche aus eigener erfahrung
  • karin
    karin
    am 09.07.2004
    meine meinung zum thema funde.sie gehören zum kulturgut.kein thema.wie wär es,wenn das jeweilige land eine kleine summe dem finder
    gibt.da würde sehr viel abgegeben und die schätze würden königlich sein.es wird
    ja meist zufällig gefunden oder aus spass am suchen und
    dann fragen sich die immer nur "räuber" genannten,ja,wohin mit dem
    fund.die möglichkeit einer liste mit finder,wo oder was er gefunden hat,wäre auch ein lob oder dank,dass er etwas gefunden hat.weiterhin kann es sich jeder ansehen.
    erst dann würde alles abgegeben und nicht wie ich mir denke in kellern oder ähnlich gelagert oder verscheuert werden.
  • Rainer
    Rainer
    am 12.08.2005
    Wer macht den eigentlich die Entdeckungen?Es sind die müssigen Hobbysammler und was haben Sie davon wenn Sie Fundmeldungen weiterleiten,garnichts!Die Lorrbeeren streichen sich die Archäologen ein die nicht aus ihren Sessel kommen um Feldbegehungen zu machen.Zum Dank werden die Hobbysammler nicht einmal irgendwo erwähnt und Ihre Funde werden Ihnen sogar noch per Gesetzt geraubt).
    Selbst Quereinsteigern,die teilweise intelligenter sind als die Herren Archälogen mit Ihrem Empirischen-Wissen wird es sehr schwer gemacht.Man nehme da nur die Quarzitischen Artefakte,die in Massen auf den Äckern liegen und als reine Werkzeuge abgelehnt werden,weil sie nicht sein dürfen(Die Literatur ist voll davon).Solchen Experten wie den Archälogen soll man da Fundmeldungen anvertrauen?Sie sollten ihre Schularbeiten lieber mal bei den richtigen Lehrern machen!

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