Es ist angerichtet - Schlachtplatz der Neandertaler entdeckt

 

Bis heute wird in der Forschung darüber gestritten, ob der Neandertaler ein Großwildjäger war oder hauptsächlich Aas verzehrt hat. Ein kürzlich in England entdeckter Fundplatz bildet ein weiteres Mosaiksteinchen zur Rekonstruktion der Lebenweise von homo neanderthalensis.

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Während einer mehrwöchigen Grabungskampagne in einem Steinbruch in der Nähe von Thetford konnten Archäologen der Norfolk Archaeological Unit bis jetzt über 129 Artefakte bergen, darunter viele Silexwerkzeuge und acht Faustkeile. Am gleichen Fundplatz wurden auch zahlreiche Knochen von Mammutts entdeckt. Die Forscher gehen davon aus, daß die Funde ca. 50 000 Jahre alt sind.

Zwar müssen noch weitere eingehendere Analysen erfolgen, doch scheint es sich um einen Nachweis einer gezielten Jagd auf eine Mammuttherde zu handeln. Diese Aufgabe konnte jedoch nur in einer Gruppe erfolgen und erfordert ein großes Maß an sozialer Kommunikation. Eine Fähigkeit die den Neandertalern von einigen Forschern bis heute abgesprochen wird.

 

In Kürze finden Sie in unserem Magazin einen ausführlichen und illustrierten Bericht dieser Grabung.

 

Quelle: English Heritage

Kommentare (5)

  • Tininha
    Tininha
    am 01.07.2002
    Es ist wahnsinnig spannend, mitzuverfolgen, wie einzelne Mosaiksteine sich nach und nach zueinanderfügen. Bis vor einiger Zeit wurde den Neandertalern auch die Fähigkeit, sich verbal zu artikulieren, von den Forschern abgesprochen! Heute weiß man´s besser.... Ich bleib am Ball (c:
  • Michael Koch
    Michael Koch
    am 04.07.2002
    Mit Erstaunen muß ich immer wieder feststellen, wie rückständig und primiv heutige Wissenschaftler denken und plappern - weiß doch schon jeder Student im 1. Semester, daß bereits der Homo Erectus Jadgwaffen herstellte. Und eine Lebensform, die ihre Toten auf pietätvolle Weise bestattete, über das praktische Maß hinaus formvollendete Werkzeuge mit überaus ästetischem Gehalt fertigte und außerdem eine klar defenierbare (Werkzeug-) Kultur schuf; wie also kann man sich darüber erstaunen, daß eben jene nackten, jedoch bekleideten, sprechenden und philosophierenden Großwildjäger, ihr Mammut-Steak fachgerecht zerlegten?
  • Delta-9-Helios
    Delta-9-Helios
    am 08.07.2002
    Ich denke es wäre nicht falsch in Erwägung zu ziehen, dass der Neandertaler evtl., wenn schon nicht verbal, durch Handzeichen oder ähnliches Gestikulieren durchaus kommuniziert haben könnte...

    interessant anzudenken, trotzdem fehlt jegliche Möglichkeiten es zu beweisen.
  • Norbert
    Norbert
    am 08.07.2002
    Ich begreife anscheinend nicht,
    wer die wahren Urzeitwesen sind.
    Jemand der soviel wissen will,
    weiß anscheinend weniger als
    ein Neandertaler.
  • Achim von Schmettow
    Achim von Schmettow
    am 05.08.2002
    Die heutigen Wissenschaftler sollten ihre "hochmütige Dekadenz" endlich ablegen und nicht nur die heutige Spezies "Mensch" als inteligent in jeder Hinsicht hinstellen. Es gab auch frühere! Woher diese jedenfalls ihr Wissen hatten ist derzeit misteriös oder auch nicht. Es ist und bleibt engstirnig zu glauben, dass vor uns keine anderen so intelegent gewesen sein könnten - außer wir heute.

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