Entschlüsselung des Neandertalergenoms

Das Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) und die 454 Life Sciences Corporation, Branford, Connecticut, USA wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre einen ersten Entwurf des Neandertalergenoms vorlegen.

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Eine von 454 Life Sciences neu entwickelte Technologie macht es möglich, Zellkern-DNA aus Neandertalerfossilien zu entnehmen und zu analysieren. Dies war mit bisherigen Mitteln praktisch unmöglich. Das Forschungsteam um Prof. Svante Pääbo vom MPI EVA und Dr. Michael Egholm von 454 Life Sciences hat bereits als ersten Test eine Million Basenpaare der Zellkern-DNA eines 38.000 Jahre alten Neandertalerfossils aus Kroatien entschlüsselt.

Ende der 90er Jahre hatte Svante Pääbo erstmals mitochondriale Neandertaler-DNA-Sequenzen (mtDNA) entziffert. Allerdings repräsentiert die mtDNA nur etwa 0,001% des gesamten Genoms eines Säugetiers und wird ausschließlich über die mütterliche Linie vererbt. Daher vermittelt sie nur begrenzte Einsichten, wie sehr sich alte von heute lebenden Organismen unterscheiden. Das „Neandertal-Genom-Projekt“ wird durch die Max-Planck-Gesellschaft finanziert.

In der kommenden Woche finden Sie zu diesem Thema einen Artikel im “Fundpunkt“ von Archäologie Online.

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