Big Data in den Geisteswissenschaften

DARIAH-DE geht in die zweite Förderphase

Das von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) koordinierte Verbundprojekt zum Aufbau einer digitalen Infrastruktur für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung in Deutschland wird nach der positiven Evaluierung zwei weitere Jahre fortgeführt. Insgesamt wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund zehn Millionen Euro gefördert.

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DARIAH-DE

DARIAH-DE baut als nationales Teilprojekt des europaweiten Projekts DARIAH-EU (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities) seit 2011 eine digitale Infrastruktur für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung in Deutschland auf. In Deutschland sind insgesamt 20 Partner daran beteiligt, darunter Universitäten, Rechenzentren und fachspezifische Forschungsinstitute.

DARIAH-DE unterstützt Forschende in den Geistes- und Kulturwissenschaften mithilfe neuer IT-gestützter Technologien: Der Aufbau einer nachhaltigen Forschungsinfrastruktur für digitale Werkzeuge und Forschungsdaten und die Entwicklung von Technologien für Lehre und Weiterbildung ermöglicht ihnen eine standortunabhängige und disziplinübergreifende Zusammenarbeit, etwa im Rahmen von gemeinsamen Verbundprojekten.

»DARIAH-DE leistet in der zweiten Förderphase einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau des Spektrums der digitalen Geisteswissenschaften, auch dank der Kooperationen mit neu hinzugekommenen Partnern wie beispielsweise der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel und der Open Knowledge Foundation Deutschland«, so die Projektkoordinatorin Dr. Heike Neuroth, Leiterin der SUB-Abteilung Forschung und Entwicklung. Prof. Dr. Norbert Lossau, Vizepräsident der Universität Göttingen, betont: »Die Anwendung neuer digitaler Medien bedeutet eine große Bereicherung für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Wir freuen uns, diese Entwicklung am Göttingen Research Campus maßgeblich mitgestalten zu können.«

Durch die Bewilligung der zweiten Förderphase kann auch das am Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG) angesiedelte Teilprojekt »Nachhaltige Forschungsinfrastrukturen in der historischen Europaforschung« bis 2016 fortgeführt werden. Mitarbeiter des IEG werden sowohl an dem inhaltlichen Schwerpunkt »Wissenschaftliche Sammlungen – Forschungsdaten« als auch im Bereich »Big Data in den Geisteswissenschaften« mitwirken. Im Themenschwerpunkt »Wissenschaftliche Sammlungen – Forschungsdaten« stehen die Methodenvielfalt der geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen im Umgang mit Daten und Sammlungen im Vordergrund, während im Bereich der »Big Data in den Geisteswissenschaften« nach Möglichkeiten der Anwendung von »Big Data-Technologien« auf kultur- und geisteswissenschaftlichen Daten geforscht wird.

Im Rahmen des Themenschwerpunkts »Wissenschaftliche Sammlungen – Forschungsdaten« sollen Empfehlungen für Geistes- und Kulturwissenschaftler zur Aufbereitung und Nutzung digitaler Forschungsdaten und wissenschaftlicher Sammlungen (Datenmanagement und -kuratierung, Strategien und Möglichkeiten der Langzeitarchivierung, sowie Fragen der Nachnutzung und Lizenzierung) entwickelt werden. Daneben werden in den nächsten 24 Monaten Themen wie die Qualität, Interoperabilität, Langzeitverfügbarkeit und Nachnutzung von wissenschaftlichen Sammlungen und Forschungsdaten behandelt und in verschiedenen Veranstaltungsformen die Arbeitsresultate einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Im Bereich »Big Data in den Geisteswissenschaften« sollen neue quantitative Analysemethoden für große geisteswissenschaftliche Datensätze entwickelt und konsolidiert sowie die Möglichkeit der Anwendbarkeit dieser Methoden und Verfahren der »Big-Data«-Forschung auf geistes- und kulturwissenschaftliche Daten ausgelotet werden. In Auseinandersetzung mit aktuellen, computergestützten Methoden der quantitativen Analyse geisteswissenschaftlicher Daten sind in den Bereichen der Erprobung von Analysemethoden, der Entwicklung relevanter Dienste und der Kompetenzvermittlung weitere Fortschritte in der Grundlagenforschung zu erwarten.

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