Wissenschaftler erforschen Umfeld der Himmelsscheibe

 

Wissenschaftler der Universitäten Leipzig, Halle, Jena und Freiberg erforschen gemeinsam die Bedeutung der Himmelsscheibe von Nebra für die Bronzezeit Europas.

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Geplant ist ein auf sechs Jahre angelegtes Forschungsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden und im August dieses Jahres beginnen soll.

"Die Himmelsscheibe ist ein sensationeller Fund. Wir wollen jetzt unter anderem herausfinden, wer die Elite war, die die Himmelsscheibe nutzte", sagt Prof. Dr. Sabine Rieckhoff. Die Leipziger Professorin für Ur- und Frühgeschichte ist überzeugt, dass die Untersuchung neue Sichtweisen über Mensch, Wirtschaft, Gesellschaft und Religion des dritten und zweiten Jahrtausends vor Christus in Mitteleuropa liefert.

Dazu wollen die Forscher die Fundobjekte, den Fundort und dessen Umland sowie die Bedeutung der 3600 Jahre alten Bronzescheibe analysieren.

"Die Besitzer der Himmelsscheibe zählten zu einer Elite, die auch Kontakt in den Süden, die Bretagne und bis in den Vorderen Orient gehabt hatte", sagt Prof. Rieckhoff. Um mehr über Lebensumstände, kultische Handlungen, religiöse Riten der Menschen dieser Zeit zu erfahren, sollen u.a. auch zwei Fürstengräber in Sachsen-Anhalt planmäßig ausgegraben werden.

Durch die Zusammenarbeit der Leipziger Wissenschaftler mit den Professoren Dr. F. Bertemes (Halle), Dr. P. Ettel (Jena), Dr. E. Pernicka (Freiberg) wird auch der seit acht Jahren bestehende mitteldeutsche Universitätsverbund gestärkt.

 

Quelle: Uni Leipzig

Kommentare (9)

  • Jürgen E. Walkowitz
    Jürgen E. Walkowitz
    am 29.01.2004
    Ich begrüße ausdrücklich die Untersuchung der Kutur mit der Scheibe. Auch in der Hoffnung das der einheitliche religiöse Hintergrund der neolithischen Kulturen in Europa, wie ich ihn bereits in dem Buch "Das Megalithsyndrom" dargestellt habe,deutlich wird.
  • Fritz Meyer
    Fritz Meyer
    am 30.01.2004
    Bei all dem esoterischen Unsinn, den man aus dem Landesamt Sachsen-Anhalt zu hören bekommt, kann man nur hoffen, dass dieses Projekt seriöser und mit weniger Effekthascherei angegangen wird!
  • Krtek
    Krtek
    am 31.01.2004
    Sicher allgemein bekannt sind die umfangreichen Webseiten des LfA Sachsen-Anhalt zur "Himmelsscheibe":
    Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.archlsa.de/sterne/

    Hier auch:
    Die Himmelsscheibe von Nebra – Vorstellung der naturwissenschaftlichen Ergebnisse Informationsmaterial zum gemeinsamen Pressegespräch des Landesamts für Archäologie (LfA), Halle, der Bergakademie Freiberg, der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), und der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstahlung (BESSY) am 6. November 2003,
    jedoch leider nur noch in der HTML-Version der Datei:
    Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.google.de/search?q=cache:bHfuiJhiinoJ:Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.archlsa.de/sterne/presse/pk_nebra_pressematerial.pdf
  • Frank Mattern
    Frank Mattern
    am 03.02.2004
    Ich erlebte in meinem gesamten Leben noch nie ein Forschungsvorhaben, das derart zielinteressiert und ergebnisorientiert organisiert wurde.Ich hätte es mir auch nie vorstellen können.
  • Heiner Meiners
    Heiner Meiners
    am 03.02.2004
    Es passt in die heutige Zeit.
    Medienwirksame Forschung. Sollte nicht das erwartete Ergebnis herauskommen, wird ueber einen Beratervertrag ermittelt, wie die Ergebnisse "zurechtgedeutet" werden koennen. Der Erfolg wird so oder so vermeldet.
    Armes Deutschland!
    HM
  • Prof. Dr. G. Brunner
    Prof. Dr. G. Brunner
    am 13.02.2004
    Erstaunlich wofür heute viel Geld ausgegeben wird angesichts dessen, was im Zuge der "Wiedervereinigung" der Forschungslandschaften in Ost und West "um die Ecke gebracht" wurde!
  • August Sessler
    August Sessler
    am 14.02.2004
    Es ist sicher sinnvoll an diesem Projekt weiter zu forschen.Angesichts des vorgesehenen Etatgröße und des Standorts scheint mir, dass hier Wissenschaftsetats zu einem beträchtlichen Teil zuz Arbeitsbeschaffung und zur Fremdenverkehrswerbung zweckentfremdet werden.
  • TV Glotzer
    TV Glotzer
    am 16.02.2004
    17.2 WDR 21.00:


    Die Himmelsscheibe von Nebra

    Sie wurde vor rund 3.800 Jahren in Mitteldeutschland hergestellt und in Sachsen-Anhalt bei Nebra ausgegraben. Die Scheibe zeigt die weltweit älteste Abbildung des Sternenhimmels. Wozu benutzten unsere Vorfahren die Scheibe? Woher hatten sie das Wissen für die spezielle Anfertigung? Q21 auf der Spur des Nebra-Geheimnisses.


    Die Entdeckung der Scheibe - ein Krimi

    Sternenhimmel und ägyptische Mythologie?

    Ihr Geheimnis - eine harte Nuss für die Wissenschaft

    Ungelöste Rätsel - Wer findet die Lösung?
  • Joel Berglund
    Joel Berglund
    am 26.09.2005
    Bitte sagen Sie mir, gibt es eine Publikat. mitt den video aus die AUSSTELLUNG in Kopenhagen? und ist es zum kaufen?

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