Wann verließ der Mensch Afrika?

 

Die bisherige These in der Anthropologie lautet: aufgrund seines stark vergrößerten Gehirnvolumens, bis zu 1200 Kubikzentimeter, war erst Homo erectus in der Lage, Afrika zu verlassen und sich den jeweiligen neuen Gegebenheiten anzupassen. Zwei Funde aus Georgien könnten diese These ernsthaft erschüttern.

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Bereits im Jahr 2000 entdeckten Abesalom Vekua von der Georgian Academy of Sciences und seine Kollegen bei Dmanisi etwa 1,75 Millionen Jahre alte Schädelfragmente und ordneten es Homo erectus zu. Das Gerhirnvolumen ist mit ca. 800 Kubikzentimetern zwar klein, liegt aber noch im Bereich bekannter Schädel dieser Gattung.

Jetzt hat das Forscherteam allerdings einen weiteren Schädel entdeckt, der ein Volumen von nur 600 Kubikzentimetern aufweist. Damit ähnelt dieser Fund eher dem afrikanischen Homo habilis, einem Vorläufer des Homo ercectus. Homo habilis stellte zwar eigene Werkzeuge her und verbreitete sich über den gesamten afrikanischen Kontinent, war aber nach der gängigen Lehrmeinung noch nicht fähig eine Reise bis nach Asien zu unternehmen.

Jetzt darf gestritten werden, ob die Lehrmeinung verändert werden muß oder ob sich das georgische Forscherteam irrt.

 

Quelle: Science

Kommentare (8)

  • Chris
    Chris
    am 07.07.2002
    Ich denke, es ist doch egal wieviel Gehirnvolumen und IQ unsere Vorahnen hatten. Es gibt doch genug Gründe, die sie dazu gebracht hätten, weiter zu wandern zB nach Asien. Was spricht dagegen?
  • Lothar
    Lothar
    am 08.07.2002
    Das ist eine gute Antwort von Chris.Ich glaube unsere Stararchäologen sollten Ihr geistiges Auge befragen,bevor Sie solch einen Schwachsinn mit dem Gehirnvolumen verbreiten.
  • norbert
    norbert
    am 08.07.2002
    Es ist doch so, daß der heuti-
    ge Mensch,wenn überhaupt, nur
    mit einem minderem Quantum sei-
    nes Gehirnes arbeitet, der Rest
    scheint also entweder überflüssig
    oder als Reserve angelegt zu
    sein.Ich bezweifle, daß der heuti-
    ge Mensch intelligenter ist.
  • Herbert
    Herbert
    am 10.07.2002
    Wenn der Homo erectus in Georgien(Dmanisi 1,7 Mill.Jahre )war ,warum vor 1 Mill. Jahre nich auch in Mitteleuropa .Altpaläolithische Funde in Niederösterreich. Publiziert in Beiträge zur "Ur und Frühgeschichte Mitteleoropas 20 ".Den Bogen Spannen,Festschrift für Bernhard Gramsch.Verlag: Beier+Beran Weissbach 1999. Autor : Prof. K. Valoch Brünn
  • Jörg Dreher
    Jörg Dreher
    am 11.07.2002
    Ich bin ebenfalls der Meinung, daß die Ausbreitung des homo erectus nicht abhängig war von seinem Gehirnvolumen. Schließlich haben sich auch Kleintiere und Vögel mit mit einem Gehirnvolumen von nicht einmal 1 Kubikzentimeter über ganze Kontinente ausgebreitet.
  • J. Dieter
    J. Dieter
    am 11.07.2002
    Ich bin ebenfalls der Meinung, daß das Gehirnvolumen des homo erectus keinen Einfluß auf die Wanderung aus Afrika heraus hatte. Schließlich haben sich ja auch Kleintiere u. Vögel mit einem Gehirnvolumen von weniger als 1 Kubikzentimeter über ganze Kontinente ausgebreitet.
  • Yeboah Heide
    Yeboah Heide
    am 11.07.2002
    Und viele Tierarten sind in der Lage, "Werkzeuge zu benutzen.eugier unterschieden. Viele "Unterarten ".starben aus.
  • Heiko
    Heiko
    am 22.07.2002
    Wer weiß überhaupt ob diese Theorien und Datierungen richtig sind! Im Moment sind nur wenige Fragmente vorhanden, die auch noch wirklich keinen durchgehenend Stammbaum erlauben! Zu allem Übel kommt noch der dumme Konkurenzkampf der Wissenschaftler auf diesem Gebiet dazu! Anstatt gemeinsam gute Forschungsgrundlagen zu erarbeiten zerhacken sie sich eher gegenseitig und sind sensationsgeil, ohne eigentlich miteinander etwas wirklich Sinnvolles und Fundiertes zu erarbeiten! Alles nur Theorie, und die Ansätze die wirklich gut sind werden aus Gründen des Neids denunziert oder verlacht! Ist das der Sinn der Sache??

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