Uni Cottbus unterstützt in Syrien neuen Studiengang zum Denkmalschutz in islamischen Städten

Für den Aufbau eines neuen Master-Studienganges zur Erhaltung islamischer historischer Städte im syrischen Aleppo erhält die Leiterin dieses internationalen Projektes, Prof. Inken Baller von der BTU Cottbus, aus dem EU-Programm „Tempus“ Fördermittel in Höhe einer halben Million Euro.

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Mit diesen Mitteln werden zudem der Aufbau einer speziellen Fachbibliothek vor Ort sowie eine neu anzulegende Datenbank zu Sanierungsprojekten finanziert.

Das Kernstück des Projektes, der Aufbau des Masterstudiengangs "Rehabilitation of Islamic Cities", hat die spezifischen Probleme der Städte im Visier. Stark gestiegene Luft- und Lärmbelastungen, aber auch die Innenstadtflucht der wohlhabenden Bevölkerung und der verstärkte Zuzug ländlicher Bevölkerungsteile stellt Städte wie Aleppo (3 Mio. Einwohner), Kairo (Ägypten), Marakesch und Fez (Marokko) vor durchaus vergleichbare Herausforderungen. Viele Menschen drängen in die Städte und bewohnen dort jetzt die leerstehenden Häuser.

"Viele großartige Stadthäuser sind dadurch von Zerstörung bedroht. Trotzdem kann man die Zeit nicht zurück drehen" sagt Prof. Baller. "Einen Studiengang wie den jetzt im Aufbau befindlichen gibt es in der ganzen Welt noch nicht. Ziel des Studiengangs ist es, die Identität der islamischen historischen Stadt zu bewahren, ohne dass europäische Bilder übergestülpt werden oder dass die Stadt zum Museum für Touristen wird. Absolventen des Master-Studienganges sollen nach Abschluss des Aufbaustudiengangs in der Lage sein, diesen strukturellen Wandel zu begleiten und Lösungen für die spezifische Situation zu entwickeln.“ Das Projekt von Prof. Baller ist auf drei Jahre angelegt und ab Herbst 2007 soll der Master-Studiengang anlaufen.

Die Universität Cottbus wird vor allem ihr Know-how für den Aufbau des Studiengangs, aber auch die individuellen Erfahrungen ihrer Wissenschaftler bei Denkmalschutz und Stadterneuerung in europäischen Städten einbringen. Als Partner-Institutionen berät die Yarmouk University in Irbid (Jordanien) zu archäologischen Fragen, die italienische Hochschule "Politécnico di Bari" leistet ihren Beitrag zur Morphologie der islamischen Städte und die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) bringt ihre langjährige Erfahrung aus der Stadtsanierung vor Ort ein. Auch konnte ein Restaurierungsexperte der internationalen ICCROM (International Centre for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property) in Rom zur Mitarbeit gewonnen werden.

Hintergrund für die EU-Förderung ist, die Hochschulentwicklung in den EU-Anrainerstaaten mit der EU zu vernetzen und damit langfristig die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Forschung voran zu treiben.

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