Umfassende Studie zu den Nazca-Linien

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift »Antiquity« legen die britischen Archäologen Dr. Nicholas Saunders und Prof. Clive Ruggles einen neue Studie zu den Nazca-Linien in Peru vor.

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Satellitenbild des Bereichs der Nazca-Wüste mit den Linien (Abb.: NASA)
Satellitenbild des Bereichs der Nazca-Wüste mit den Linien (Abb.: NASA)

Als Teil ihrer fünf Jahre dauernden Forschungen haben Dr. Saunders von der Universität Bristol und Prof. Ruggles von der Universität Leicester einige der vor etwa 2.100 bis 1.300 Jahren entstandenen Geoglyphen auf einer Länge von insgesamt 1.500 km erwandert. DIe rätselhaften, teilweise riesigen Zeichnungen in der Wüste, die eigentlich nur aus großer Entfernung in ihrer Form zu erkennen sind, haben seit ihrer Entdeckung in den 1920er Jahren eine wahre Flut von Theorien ausgelöst.

Saunders und Ruggles kombinierten das Wissen aus ihren Begehungen vor Ort mit relativchronologischen Untersuchungen sich überlagernder Motive, Keramikvergleichen und der Analyse hochauflösender Satellitenbilder. Dabei kam die bisher umfassendste Studie zu den peruanischen Geoglyphen heraus.

Bei den Forschungen vor Ort fanden sie auch neue Strukturen, die, weil für das bloße Auge nicht sichtbar, nur »erlaufen« werden konnten. Die Wissenschaftler untersuchten aber auch die Beschaffenheit und den heutigen Zustand der Linien. Ihrer Ansicht nach spricht der gute Erhaltungszustand und die immer noch sehr deutlichen Konturen der »Zeichnungen« gegen die Vermutung, dass sie Teil eines Pilgerpfades zum Kultzentrum Cahuáchi gewesen sein könnten. »Die bekannten mäandrierenden und stark ausgetretenen Verbindungswege in der Wüste unterscheiden sich deutlich von den schnurgeraden und geometrischen Formen, die wohl eher einen spirituellen und rituellen Zweck hatten. Es erscheint uns so, als ob die eigentliche Bedeutung einiger der Nazca-Linien eher in ihrer Errichtung als in der Nutzung zu sehen ist.«, erläutert Dr. Saunders das Ergebnis der Studie.

Publikation

Clive Ruggles and Nicholas J. Saunders, Desert labyrinth: lines, landscape and meaning at Nazca, Peru

Antiquity Vol. 86 Nr. 334 S.1126–1140

Kommentare (4)

  • Joey Yeoj
    Joey Yeoj
    am 18.12.2012
    "für das bloße Auge nicht sichtbar"

    "Es erscheint uns so, als ob die eigentliche Bedeutung einiger der Nazca-Linien eher in ihrer Errichtung als in der Nutzung zu sehen ist"

    Bedeutet das nicht das sie
    1. nicht von menschen der damaligen zeit/wissensstand sind?
    2. Das man sie machte damit man sich fragt was das ist?
    Und überhaupt warum nutzen die nicht den sateliten mitdem man die sahara durchleuchtet?
  • Flecha Rota
    Flecha Rota
    am 19.12.2012
    Die schiere Anzahl der Geoglyphen und der Linien lässt die Vermutung das seien Pilgerpfade nahezu lächerlich erscheinen. Ganze Bergrücken wurden abgetragen um eine breite las Pistas, wie es die einheimischen nennen zu bauen. Warum fragen sich die Forscher nicht mal,wo der Abraum geblieben ist und warum man überhaupt einen Bergrücken abträgt. Wenn das nur Ritualen dienen sollte, scheint mir der Aufwand nicht gerechtfertigt. Der Gedanke dass die Menschen da etwas gesehen haben was sie sich nicht erklären konnten und es deshalb als göttlich eingestuft haben scheint mir die wohl wahrscheinlichste Wahrheit zu sein. Ein Cargokult wie auf den Inseln im Pazifik nachdem die USA nach Kriegsende wieder abgewandert ist, schein hier die Lösung zu sein. Es gibt sonst keine vernünftige Erklärung für diesen Aufwand!
  • Harald Petrul
    Harald Petrul
    am 19.01.2013
    Dass in Nazca, Palpa und dem Ingenio-Tal etwas nicht stimmt trifft zu. Wann die Linien erschaffen wurden ist bis heute nicht feststellbar. Keramikscherben zur Datierung heranziehen, die irgendwer mal zurückgelassen hat, sind rein spekulativ. Ebenso spekulativ und falsch ist, dass Bergrücken künstlich abgetragen wurden. Hier wird Erich von Däniken zitiert, allerdings falsch. Däniken schrieb und sagte lediglich, dass es so aussieht als ob ganze Bergrücken künstlich abgetragen wurden.... Und die Menschen haben da auch nicht irgend etwas gesehen, sondern real erlebt. Dafür sprechen Überlieferungen, die unter anderem sagen dass die Linien sinngemäß wiedergegeben mit seinem göttlichen Griffel gezeichnet wurden. Wie auch immer, um die Linien von Palpa und Nazca in ihrer Ganzheit verstehen und begreifen zu können, muss endlcih von irgenwelchen ominösen Kultgedanken abschied genommen werden. Ich lade gerne alle ein dieses Weltwunder zu bestaunen. Vor Ort in Peru. Anfragen sind herzlich willkommen, sowohl vom interessierten Laien, als auch von ambitionierten AAS-Forschern. http://paititi.jimdo.com
  • Giselle Giselle
    Giselle Giselle
    am 30.04.2013
    Ach du Bf6se! Wie soll ich denn da standhaft beilben, wen du auch noch so wunderschf6ne Beispiele zeigst??? *grins*Die Karte ist wirklich eine Wucht, die kf6nnte ich dir klauen!!! :-)))LG, Renate

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