Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie wird zum 20. Mal verliehen

Die Universität Tübingen zeichnet den niederländischen Archäologen Frido Welker für die Entwicklung einer Methode aus, mit der sich Neandertaler und anatomisch moderne Menschen anhand charakteristischer organischer Moleküle in Grabungsschichten nachweisen lassen.

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Dr. Frido Welker
Dr. Frido Welker erhält den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie. Foto: Frido Welker

Den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie erhält in diesem Jahr an Dr. Frido Welker von der Universität Kopenhagen. Er wird für seine Dissertation »The palaeoproteomic identification of Pleistocene hominin skeletal remains: towards a biological understanding of the Middle to Upper Palaeolithic transition« ausgezeichnet. In dieser untersucht er archäologisches Material aus der Periode der letzten Neandertaler und der ersten modernen Menschen.

Frido Welker hat an der Universität Leiden (Niederlande) Archäologie studiert und absolvierte 2013 seinen Master in Bioarchäologie an der Universität York. Promoviert wurde er 2016 am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, wo er auch als Postdoktorand tätig war. Seit 2017 forscht er im Natural History Museum der Universität Kopenhagen.

In der Zeit des Übergangs vom Mittelpaläolithikum (200.000 Jahre vor unserer Zeit) zum Jungpaläolithikum (40.000 Jahre vor unserer Zeit) löste der anatomisch moderne Mensch die Neandertaler ab. Bei archäologischen Funden aus dieser Zeit ist oft unklar ist, ob sie dem Neandertaler zuzuordnen sind oder eher dem anatomisch modernen Menschen, auch sind biologische Überreste von Hominiden selten erhalten. Frido Welker hat deshalb eine neue Methode entwickelt, mit der sich Funde aus archäologischen Schichten mittels charakteristischer organischer Moleküle einer der Menschenformen zuordnen lassen. Für eine Fundstelle des Châtelperronien konnte er so bereits eine Verbindung zum Neandertaler nachweisen. Das Châtelperronien in Südwestfrankreich und Nordspanien gilt als letzte archäologische Kultur, die mit dem Neandertaler in Verbindung steht. Sie gibt wichtige Aufschlüsse über Verhalten und Kognition des Neandertalers, aber auch über die Interaktionen zwischen den Menscharten und das Aussterben des Neandertalers. 

Der Förderpreis wird am Donnerstag, den 1. Februar 2018 um 11 Uhr im Fürstenzimmer auf Schloss Hohentübingen verliehen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen.

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